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Champions League : Harte Kritik an der Wolfsburger Abwehr

  • -Aktualisiert am

Wolfsburg-Trainer Mark van Bommel will den VfL wieder auf Kurs bringen. Bild: dpa

Passiv – und ratlos: Die kritische Aufarbeitung einer weiteren Niederlage trifft vor allem einen Mannschaftsteil hart. In der Champions League steht Wolfsburg nach dem 1:3 in Salzburg noch sieglos da.

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          Die kritische Aufarbeitung einer weiteren Niederlage traf vor allem einen Mannschaftsteil des VfL Wolfsburg hart. „So kann man das nicht verteidigen“, befand Cheftrainer Mark van Bommel. Der Niederländer war nach der 1:3-Niederlage bei RB Salzburg nicht zum Spaßen aufgelegt. Eine merkwürdige Passivität in der Abwehr bei zwei Standardsituationen hatte Folgen.

          Champions League

          „Auf die Art und Weise“, erklärte van Bommel, „darf man ein Spiel nicht verlieren.“ Nach drei Versuchen in der Gruppe G der Champions League steht der VfL Wolfsburg noch ohne Sieg da. Der fehlende Erfolg im internationalen Fußball rundet eine nationale Formschwäche ab, die Fragen aufwirft. Vor allem an van Bommel.

          Die Formschwankungen eines Teams, das van Bommel im Sommer von Oliver Glasner übernommen hatte, bleiben rätselhaft. Einer sieglosen Saisonvorbereitung waren in der Bundesliga vier Erfolge am Stück gefolgt. Jetzt muss van Bommel erklären, warum der VfL Wolfsburg mit ihm auf der Stelle tritt und sogar in Serie ausrutscht. Geschönt vom zwischenzeitlichen 1:1, das Lukas Nmecha in Salzburg erzielen konnte, waren die Niedersachsen an Grenzen gestoßen.

          „Das kannst du nicht lernen“

          Beim Sieger bewiesen die Torschützen Karim Adeyemi und Noah Okafor, was sich mithilfe von Gedankenschnelle erreichen lässt. Sie waren in den entscheidenden Momenten wacher oder eben weniger schläfrig. „Man muss sich konzentrieren. Das kannst du nicht lernen“, sagte VfL-Cheftrainer van Bommel. Sein Vorwurf ging in erster Linie an die Wolfsburger Abwehr.

          Vor jedem Pflichtspiel legt van Bommel großen Wert darauf, dass seine Spieler auf möglichst viele Eventualitäten vorbereitet sind. Vor dem Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den SC Freiburg ist deshalb zu erwarten, dass insbesondere das Abwehrverhalten bei Eckbällen oder Freistößen des Gegners noch einmal visualisiert wird.

          In Salzburg hatte Routinier John Anthony Brooks das Kunststück vollbracht, in der Anbahnung des 1:2 und 1:3 jeweils sozusagen den Dienst einzustellen. „Wir waren da nicht hellwach“, meinte Torhüter Koen Casteels. „Das kann man nicht verteidigen nennen“, bemängelte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold. Niemand wurde namentlich kritisiert. Aber wenn Mannschaftsteile öffentlich über Mannschaftsteile sprechen, ist das selten ein gutes Zeichen.

          Das laute Poltern und Einfordern von Besserung übernimmt bei angeschlagenen Teams meistens der Trainer selbst. In Wolfsburg melden sich in diesen Tagen, während van Bommel zumindest grummelig auftritt, die unzufriedenen Spieler zu Wort. „Wir müssen an den Tugenden arbeiten. Gemeinsam verteidigen, gemeinsam angreifen – da sind ein paar Sachen verloren gegangen“, sagte Mittelfeldspieler Renato Steffen. Er stufte die ungenügende Zuordnung in der Abwehr bei den entscheidenden Standardsituationen als amateurhaft ein.

          Was der VfL Wolfsburg in den vergangenen Wochen in jedem Fall hat vermissen lassen, ist eine überzeugende Spielidee. Und die Offensive krankt darunter, dass nahezu alles auf Torjäger Wout Weghorst zugeschnitten ist. Doch der Niederländer ist derzeit an Corona erkrankt, wird eine Weile fehlen und war zuletzt nicht mehr der gewohnte Erfolgsgarant. Ein spieltaktischer Plan B ist nicht in Sicht. Die Mannschaft taumelt leicht ratlos durch den Herbst.

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