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Gladbach in Champions League : „Die Jungs sollen das genießen“

  • -Aktualisiert am

Viel Ärger und Unruhe um Wechsel: Gladbachs Trainer Marco Rose Bild: AFP

Hat Mönchengladbach die Niederlage gegen Mainz verdaut? In der Champions League wartet die „vielleicht beste Mannschaft der Welt“. Daher hat Trainer Marco Rose eine besondere Botschaft an sein Team.

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          Ganz sicher ist Marco Rose offenbar nicht, ob sein Signal die richtige Wirkung haben wird. Aber in diesem speziellen Fall vor dem großen Spiel gegen Manchester City an diesem Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) greift er zu einer Formulierung, von der er sagt, dass er sie nur „selten“ verwende. „Die Jungs sollen das genießen“, fordert der Trainer von Borussia Mönchengladbach, obgleich diese Botschaft „vielleicht einen Touch davon hat, dass man sich nicht die größten Chancen ausrechnet“.

          Champions League

          Im Achtelfinale der Champions League waren die Gladbacher noch nie, und nun treffen sie dort auch noch auf die derzeit „vielleicht beste Mannschaft der Welt“, sagt der erfahrene Linksverteidiger Oscar Wendt. Aber die Rolle des Außenseiters, der wenig zu verlieren hat und viel gewinnen kann, liegt diesem Team derzeit sehr gut.

          Gegen den FC Bayern gewannen sie im Januar 3:2, nachdem sie 0:2 in Rückstand gelegen hatten und niemand mehr an einen Erfolg glaubte. Dortmund schlugen sie nach ähnlichem Spielverlauf zwei Wochen später 4:2, und in der Gruppenphase der Champions League spielten sie brillant bei Inter Mailand und gegen Madrid, besiegten Schachtar Donezk 6:0 und 4:0.

          Daraus ergebe sich der Eindruck, sagt Florian Neuhaus im „Kicker“, „dass wir uns gegen Mannschaften, gegen die wir nicht unbedingt in der Favoritenrolle stecken, vielleicht sogar leichter tun“. Denn in Duellen mit Augsburg, Köln, Hoffenheim oder den Berliner Klubs hat die Borussia mit erschreckender Zuverlässigkeit Punkte verspielt.

          Ärger um Marco Rose

          Die jüngste Niederlage gegen Mainz war nun auch noch vom Ärger um Trainer Marco Rose überschattet, der einige Tage zuvor bekanntgemacht hatte, dass er im Sommer unter Anwendung einer Ausstiegsklausel zu Borussia Dortmund wechseln werde. Fans sind sauer auf den Trainer, Sportdirektor Max Eberl ist sauer auf die wütenden Fans, und alle sind sauer, dass die Mannschaft in der Bundesliga auf den achten Platz abgestürzt ist.

          Emotionen sind aber ein wichtiger Faktor in dieser Saisonphase. Rose empfiehlt daher, noch einmal an den intensivsten Moment der vergangenen Monate zu denken: daran, wie die Spieler sich „in Madrid gefühlt haben“, als die Mannschaft in einem extrem spannenden Schlussakt der Gruppenphase das Achtelfinale erreichte. Denn die Unterschiede zwischen den Auftritten in der Königsklasse und vielen anderen Spielen der laufenden Saison sind erstaunlich. Nun würde Rose gerne wieder die leuchtend schöne Borussia von der internationalen Bühne sehen.

          Auffallende Leistungsunterschiede

          Zumal nicht nur das Team als Kollektiv diese zwei Gesichter hat, die Leistungsunterschiede sind auch bei einigen Spielern recht auffallend. Ganz besonders gilt das für Alassane Pléa, der mit fünf Toren und drei Vorlagen zu den besten Scorern der Champions League zählt. Nur Kylian Mbappé (Paris) und Erling Haaland (Dortmund) sind noch effizienter, haben aber auch schon ihre Achtelfinalhinspiele absolviert. Im Alltag der Bundesliga hingegen hat Pléa lediglich fünf Scorerpunkte in 18 Partien gesammelt – eine erstaunliche Diskrepanz.

          „Kann ich nicht“, antwortet Rose, als er gebeten wird, zu erklären, warum der Franzose auf dem höheren Niveau so viel besser klarkommt. Aber ein wenig scheint es, als hätte neben dem Trainer, der zum BVB geht, auch mancher Spieler ein akutes Bedürfnis nach Herausforderungen, die größer sind als Duelle mit Mönchengladbach gegen Freiburg oder Bielefeld in der Liga.

          Neben dieser Sorte Kopfproblem spielen aber wohl auch fußballerische Faktoren eine Rolle, wenn die Borussia gegen hochklassigere Konkurrenten einfach besser Fußball spielt. Sie können dem Gegner den Ball überlassen und aus dieser Grundhaltung jene Überfallangriffe initiieren, mit denen sie in der Gruppenphase so erfolgreich waren. „Es wird vor allem um gutes Verteidigen gehen“, sagt Rose vor dem Duell mit seinem berühmten Trainerkollegen Pep Guardiola und kündigt an: „Da wird es keinen geben, der vom Kopf her oder physisch müde ist.“

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