https://www.faz.net/-gtm-a4lv7

6:0-Sieg in Champions League : Gladbacher Glanztag

  • -Aktualisiert am

Ein großer Fußball-Abend für die Borussia, bei dem es viel zu feiern gab. Bild: EPA

Borussia Mönchengladbach stürmt mit einem 6:0-Auswärtssieg über Schachtjor Donezk an die Tabellenspitze in der Champions League- Gruppe und spielt nun tatsächlich auf Augenhöhe mit Real Madrid und Inter Mailand.

          2 Min.

          Einen immer noch etwas staunenden Eindruck machte Marco Rose nach diesem denkwürdigen Fußballabend am Spielfeldrand des Olympiastadions von Kiew, als er den 6:0-Erfolg von Borussia Mönchengladbach bei Schachtar Donezk in der Champions League auf sich wirken ließ.

          Auswärtssiege sind in diesem Wettbewerb grundsätzlich eine seltene Kostbarkeit, aber ein 6:0 jenseits des eigenen Stadions ist in eine kleine Sensation. Zumal die Gladbacher keinesfalls zu den Giganten des europäischen Klubfußballs zählen. „Wir grüßen jetzt mal von oben“, erklärte Marco Rose, dessen Team gerade die Tabellenspitze der schweren Gruppe B erklommen hatte.

          Champions League

          „Heute haben wir natürlich eine Menge richtig gemacht, um nicht zu sagen: fast alles“, fuhr der Trainer fort und Kapitän Lars Stindl ergänzte: „Das war insgesamt eine sehr reife Leistung“. Und wie es sich für so eine Fest, das zum zweithöchsten Sieg der Mönchengladbacher Europapokalgeschichte geworden war, gab es auch einen Helden des Abends: Der seit Wochen immer stärker aufspielende Alassane Pléa hatte drei Tore geschossen und ein weiteres vorbereitet. „Er hat die Qualitäten, außergewöhnliche Dinge zu machen“, sagte Rose fast ein wenig zu nüchtern.

          Denn an diesem Abend hatte der Franzose, der zuvor noch nie in der Königsklasse getroffen hatte, genau das eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Hälfte der Gruppenphase ist nun gespielt, die Borussia ist ungeschlagen, hat in den kommenden Wochen noch zwei Heimspiele gegen Donezk und Inter Mailand, die Ausgangslage ist hervorragend.

          Die Mannschaft ist nach den aufregenden Duellen in Mailand (2:2) und gegen Real Madrid (2:2) nun auch als effizienter Punktesammler in diesem Wettbewerb angekommen. Wobei Christoph Kramer nach der Vorstellung von Kiew sofort ein paar warnende Worte fand. Sowohl die Italiener aus Mailand, als auch die Spanier aus Madrid und die Ukrainer aus Donezk „kennen uns jetzt“, sagte der Mittelfeldspieler. „Das passiert denen nicht nochmal, das werden ganz andere Spiele.“

          Wobei neben Nachlässigkeiten der Gegner auch die Gladbacher Stärken entscheidend zum Erfolg beigetragen hat. Gegen all ihre Gegner hatten sie dominante Phasen, atemberaubend gut war nun die erste Hälfte gegen Donezk gewesen. 4:0 führte der Bundesligaverein nach 45 Minuten. Das Ensemble von Marco Rose war nicht nur in starker Form und mit der exakt passenden Strategie angetreten, sie hatten auch noch das Glück, das zu einem rundum gelungenen Tag dazugehört. „Das ist die Art und Weise, wie wir momentan Fußball spielen“, sagte Stindl über diese perfekt passende Mischung aus aggressivem Anlaufen und klarem Plan.

          Bereits nach sieben Minuten erzielte Pléa am Ende eines großartigen Spielzuges aus zwölf Metern das 0:1. Immer wieder schlugen die Gladbacher lange Diagonalbälle auf ihre weit aufgerückten Außenverteidiger, die Ukrainer liefen nur hinterher. Die Dominanz war beeindruckend, Schachtjor fand überhaupt keinen Weg hinein in dieses Spiel. Nach einer Viertelstunde lag die Borussia 2:0 in Führung. Christoph Kramer versuchte einfach mal aus 20 Metern aufs Tor zu schießen und hatte Glück, dass sein Versuch unhaltbar abgefälscht wurde (17.). Es war einer dieser Tage, an denen fast alles klappt, und so flog auch Pléas nächster Schussversuch aus 22 Metern unhaltbar in den Winkel (26.). Jonas Hofmann (33.) und Marcus Thuram (34.) hatten weitere Möglichkeiten, und als Ramy Bensebaini nach einer Ecke im Nachschuss zum 0:4 traf, war dieses Spiel noch vor der Pause endgültig entschieden (44.).

          Donezk fiel auseinander. Lars Stindl gelang nach der Pause noch der Treffer zum 0:5 (65.), Pléa ließ das 0:6 folgen (78.), aber da konnte die Borussia längst Kräfte für das Bundesligaspiel am kommenden Sonntag bei Bayer Leverkusen sparen.

          Aus der Geschichte des bisherigen Saisonverlaufs können die Gladbacher nun eine Menge Zuversicht schöpfen. Sie entwickeln sich, sie reifen, sie werden mutiger und souveräner. Wie schon beim 1:0 gegen Leipzig am Samstag waren sie abermals ohne Gegentor geblieben. Nach den jeweils in der Nachspielzeit noch aus der Hand gegebenen Führungen in den ersten beiden Partien dieser Europapokalsaison, ist der Zugewinn an Stabilität nicht zu übersehen. Die Borussia spielt tatsächlich auf Augenhöhe mit Real Madrid und Inter Mailand.

          Champions League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Verpuffte Reform : Wie groß wird der neue Bundestag?

          Der Bundestag hat eigentlich 598 Sitze, doch derzeit sitzen dort 709 Abgeordnete – und nach der Wahl könnten es noch viel mehr sein. Wir erklären Schritt für Schritt, wie das kommt und was bisher dagegen unternommen wurde.
          Nichts für Kleinverdiener: Immobilie bei Den Haag.

          Immobilienmarkt : Unbezahlbares Wohnen in Holland

          In den Niederlanden wächst der Unmut über explodierende Immobilienpreise. Jüngere Menschen gründen deswegen sogar erst später eine Familie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.