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Champions League gegen Sevilla : Die Bayern und die gelbe Gefahr in München

  • Aktualisiert am

Eine Gelbe Karte gegen Sevilla würde Jerome Boateng hart treffen. Bild: AFP

Der Bundesliga-Vertreter hat beste Aussichten auf das Halbfinale in der Champions League. Doch gleich sechs Münchnern droht eine Sperre. Auf einen Spieler verzichtet Trainer Heynckes gegen Sevilla freiwillig.

          Gleich sechs Fußball-Profis des FC Bayern München sind im Champions-League-Rückspiel des FC Bayern München gegen den FC Sevilla an diesem Mittwoch (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League, im ZDF und bei Sky) von einer Sperre im Halbfinale bedroht. Franck Ribéry, Robert Lewandowski, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich, Corentin Tolisso und Sebastian Rudy müssten bei einer weiteren Gelben Karte am Mittwoch im Falle eines Münchner Weiterkommens im Halbfinal-Hinspiel zuschauen.

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          Nach dem Viertelfinale werden alle Gelben Karten im laufenden Wettbewerb gelöscht. Etwaige Sperren für das Halbfinal-Hinspiel behalten laut Reglement jedoch ihre Gültigkeit. Bei Sevilla ist Éver Banega in München wieder spielberechtigt. der Mittelfeldspieler musste beim 1:2 im Hinspiel eine Sperre absitzen. Bei den Spaniern sind Guido Pizarro, Sergio Escudero, Wissam Ben Yedder, Joaquín Correa und Gabriel Mercado von einer möglichen Gelb-Sperre bedroht.

          Die Bayern werden ohne David Alaba um den Einzug ins Halbfinale kämpfen. Trainer Jupp Heynckes verzichtet am Mittwoch auf ein Comeback des Österreichers. Alaba hatte zwar nach überstandenen Rückenproblemen am Dienstag am Teamtraining teilgenommen. Heynckes will den Außenverteidiger aber frühestens am kommenden Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach aufbieten, wenn er „hundertprozentig einsatzfähig“ sei. Gegen Sevilla dürfte Rafinha links spielen.

          Boateng ist indes wieder einsatzbereit. Der Nationalspieler sei nach einem Schlag auf den Fuß „beschwerdefrei“ und habe „sehr gut trainiert“, berichtete Heynckes. Arturo Vidal soll nach Knieproblemen am Donnerstag das Training wieder aufnehmen. Nach dem 2:1 im Hinspiel gehen die Bayern gegen Sevilla als Favorit ins entscheidende zweite Spiel. „Meine Spieler sind hungrig, ins Halbfinale zu kommen“, sagte Heynckes. Er erwartet, dass Sevilla in der ausverkauften Münchner Arena „etwas riskieren und auf Attacke spielen“ werde. „Das ist eine Phase, in der wir alle absolut top sein müssen, in Bestverfassung“, sagte ein total fokussierter Heynckes am Dienstag: „Meine Spieler sind hungrig, ins Halbfinale zu kommen.“ Heynckes weiß auch: „Sevilla muss was riskieren und auf Attacke spielen.“

          Die Statistik spricht auf jeden Fall für die Münchner. Sie sind in 24 Europapokal-Duellen nur einmal ausgeschieden, nachdem sie das Hinspiel auswärts gewonnen hatten. Das passierte 2011 im Achtelfinale der Champions League gegen Inter Mailand. Nach einem 1:0 in Italien verloren die Bayern die entscheidende zweite Partie in der Münchner Allianz Arena mit 2:3. Es war eine von überhaupt nur 13 Niederlagen der Bayern in 112 Heimspielen in Europas Königsklasse. „Wir spielen nicht auf ein Unentschieden, sondern immer, um zu gewinnen“, sagte Arjen Robben. „Das ist ein ganz großer und wichtiger Schritt.“

          Trainer Heynckes rechnet derweil damit, dass Kapitän Manuel Neuer noch in dieser Saison ein Comeback im Tor des FC Bayern feiern wird. Der Mittelfußbruch sei vollständig ausgeheilt und der Nationaltorhüter könne das Torwarttraining und die Belastung nun „forcieren“, berichtete Heynckes. Der 72 Jahre alte Trainer wollte kein Zeitfenster für ein Comeback von Neuer geben. „Aber ich bin seit einiger Zeit zuversichtlich, dass das noch in dieser Saison sein wird.“ Ein großes Lob erteilte Heynckes Stellvertreter Sven Ulreich. Dieser habe sich von einem „total verunsicherten Torwart“ bei seinem Amtsantritt als Bayern-Trainer im vergangenen Oktober zu einem echten Rückhalt entwickelt. „Er hat uns viele Spiele gewonnen“, sagte Heynckes.

          Für den FC Bayern geht es am Mittwoch auch um eine weitere Millionenprämie in der Champions League. Den Einzug in das Halbfinale belohnt die Europäische Fußball-Union (Uefa) mit 7,5 Millionen Euro. Inklusive Viertelfinale haben die Münchner bereits 32,7 Millionen Euro eingespielt. Im Falle eines Titelgewinns würde sich die Gesamtprämie des Bundesliga-Krösus auf 55,7 Millionen Euro summieren. Hinzu kommen noch die Einnahmen aus dem Marktpool der Uefa von mindestens 25 Millionen Euro sowie die Zuschauereinnahmen der Bayern-Heimspiele. Der deutsche Meister könnte damit im besten Fall über 100 Millionen Euro in der Champions League verdienen. Die Uefa schüttet in der Saison 2017/18 mehr als eine Milliarde Euro an die Königsklassen-Teilnehmer aus. Die Prämien ergeben einen festen Betrag von 761,9 Millionen Euro. Hinzu kommen etwas mehr als 500 Millionen Euro an variablen Zahlungen aus dem Marktpool.

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