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Champions League : Dortmunder Zufallssieg

  • -Aktualisiert am

Nach seinem Glückstreffer kaum zu halten: Christian Pulisic Bild: AFP

Nach einem über weite Strecken dürftigen Auftritt beim FC Brügge hat Borussia Dortmund das Glück des Schwerfälligen: Pulisic wird angeschossen, der Ball landet im Tor.

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          Aller Anfang ist schwer. Manchmal sogar schwerfällig. Borussia Dortmund hat nach langer Mühsal am Dienstagabend zum Auftakt der neuen Champions-League-Runde am Ende trotzdem Glück gehabt, als der eingewechselte Amerikaner Christian Pulisic, angeschossen von dem Kroaten Matej Mitrovic, in der 85. Minute den Treffer zum 1:0-Sieg des BVB beim belgischen Meister FC Brügge erzielte. Und das nach einem über weite Strecken dürftigen Auftritt.

          Dank der unter Trainer Lucien Favre schon erworbenen defensiven Stabilität und mit einer Portion Glück in der ersten Halbzeit reichte der eine lichte Moment zum ersten Sieg in der „Königsklasse“ nach acht Partien in der vergangenen Saison ohne den vollen Erfolg. Das Ergebnis zumindest sollte den Borussen Mut machen, in vierzehn Tagen beim Heimspiel gegen die AS Monaco nachzulegen und sich in Europa etwas eindrucksvoller als am Dienstagabend zurückzumelden.

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          Favre ist ab und zu auch mal für Überraschungen bei der Wahl seiner ersten Elf gut. Im Jan-Breydel-Stadion war Mario Götze nach seinem Probelauf im Pokalspiel in Fürth und drei Bundesligaspielen auf der Bank mal wieder in der Anfangsbesetzung dabei. Und das sogar auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld. Der Trainer hatte den Endspielhelden des Weltmeisterschaftsfinales 2014 nach langem Zögern dazu auserkoren, das Offensivspiel seiner Mannschaft kreativ zu beleben. So wie der erstmals in der neuen Saison in die erste Elf berufene englische Trickser und Ballakrobat Jadon Sancho. Auch Julian Weigl, unter Favres Vorgängern im defensiven Mittelfeld gesetzt, bekam seine erste Chance als Nebenmann des belgischen Nationalspielers Axel Witsel, nachdem er seine Adduktorenbeschwerden auskuriert hat.

          Es galt am Dienstag, die erste Etappe der Champions-League-Versöhnungstour erfolgreich zu absolvieren, nachdem in der vorigen Spielzeit der Ausflug in die europäische Meisterklasse sieglos und schmucklos zu Ende gegangen war. Doch bei Halbzeit konnte der BVB von Glück reden, dass er noch nicht zurücklag. Die Westfalen ließen sich von der belgischen Wucht und Dynamik sichtlich beeindrucken und kamen nie dazu, ihr eigenes Kombinationsspiel mit Beschleunigungsmomenten im letzten Drittel aufzuziehen. Pässe in die Tiefe des Strafraums? Fehlanzeige! Favre sah dem Dortmunder Stückwerk einigermaßen entgeistert zu. Auf der Höhe seiner Möglichkeiten blieb nur der seit Wochen starke Torhüter Bürki, der Danjumas Gewaltschuss fabelhaft parierte (23.). Auch Mittelstürmer Reus, vor dem Brügger Tor viel zu zögerlich, half seinem Team zumindest in höchster Not, als er einmal vor dem eigenen Tor dazwischen grätschte. Dazu konnte der BVB zweimal aufatmen, als Vossens Kopfball sein Ziel verfehlte (12.) und Denswils kapitaler Schuss knapp am Pfosten vorbeirauschte (38.).

          Der Bundesliga-Zweite besaß nur zwei ordentliche Gelegenheiten bei Kopfbällen von Diallo (31.) und Schmelzer (45.). Der Rest war Ideenarmut, gepaart mit einem Minus an Robustheit. Von denen, die erstmals in dieser jungen Saison von Beginn an dabei waren, hatte nur Götze ein paar Augenblicke, die zu weiteren Hoffnungen Anlass gaben. Sancho dribbelte sich immer wieder fest, während Weigl überhaupt nicht in dieses Spiel fand und seiner Mannschaft keine Hilfe war. Ob es mit den wegen leichter Blessuren daheim gebliebenen Neuzugängen Delaney und Alcácer besser gelaufen wäre, weiß niemand. Vermisst wurden der spanische Mittelstürmer und der dänische Abräumer gleichwohl.

          Von Gedankenblitzen blieb das Dortmunder Spiel auch nach der Pause verschont. Gegen eine Mannschaft, die nun bei aller Leidenschaft zunehmend bieder wirkte. Was mit Champions League etikettiert war, sah meist ziemlich zweitklassig aus. Favre setzte nach rund einer Stunde auf fernöstliche Inspiration, als er den Japaner Kagawa, der wie Weigl auch noch keine Minute Spielpraxis hatte, einwechselte und den ein wenig eingenickt anmutenden Götze als ersten BVB-Profi vom Platz winkte. Es war die Phase, in der Dortmund das Spiel besser in die Hand bekam, ohne daraus Funken schlagen zu können.

          Der nach 69 Minuten für Sancho eingewechselte Pulisic sollte die in Flandern bis dahin flattrige Borussen-Offensive wie Kagawa endlich auf Touren bringen. Und Pulisic erfüllte die Dortmunder Hoffnungen mit viel Glück, doch das war allen, die es mit dem BVB halten, in diesem Moment vermutlich vollkommen gleichgültig.

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