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0:1 gegen Tottenham : Dortmunder Wunder bleibt aus

  • -Aktualisiert am

Der entscheidende Moment: Kane lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen. Bild: EPA

Borussia Dortmund scheitert trotz einer leidenschaftlichen und kämpferisch starken Leistung im Achtelfinale der Champions League an Tottenham Hotspur. Kane reicht eine richtige Chance, um den BVB zu treffen.

          Es war kein Tag für die Geschichtsbücher des BV 09 Borussia Dortmund. Es war aber auch kein vollkommen enttäuschender Abend, trotz der 0:1-Niederlage gegen Tottenham Hotspur, und, nach dem 0:3 im Hinspiel, dem Aus des BVB in der diesjährigen Champions-League-Saison. Schließlich hatte der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga über weite Strecken des Rückspiels ansehnlich und jederzeit engagiert Fußball gespielt, in der ersten Halbzeit viele Chancen kreiert, die den fabelhaften französischen Torwart Hugo Lloris zu spektakulären Paraden animierten.

          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Die Coolness und Cleverness in den entscheidenden Momenten aber ging Dortmund ab. Die besaß Tottenham, als Torjäger Harry Kane seine erste Gelegenheit prompt zum Tor des Tages nutzte (49.). Der Borussia bleibt von sofort an nur noch das Tagesgeschäft Bundesliga, in dem der Kampf um die Meisterschaft nicht verloren ist, obwohl das Team von Trainer Lucien Favre inzwischen einen Neunpunktevorsprung auf Bayern München eingebüßt hat. Will Dortmund dieses Fernduell am Ende gewinnen, braucht die Mannschaft die Kaltblütigkeit, die ihr am Dienstag gefehlt hat.

          Die Sehnsucht nach einer magischen Nacht war groß, wirkte aber ziemlich unwirklich. BVB-Kapitän Marco Reus hatte die Hoffnung auf ein Wunder beschworen, als er am Tag vor dem entscheidenden Duell mit den Spurs sagte: „Wir sind dazu in der Lage, das Unmögliche zu schaffen.“ Er dachte dabei an den 9. April 2013, als die Borussia nach einem 0:0 im Hinspiel in der neunzigsten Minute 1:2 gegen den FC Malaga zurücklag, dann noch in einem 3:2 gewann und das Champions-League-Halbfinale, später das Endspiel erreichte.

          Bei Tottenham war der vor drei Wochen noch am Knöchel verletzte WM-Schützenkönig Harry Kane dabei und der aus seinen Bundesligajahren in Hamburg und Leverkusen bestens bekannte Koreaner Son Heung-min. Um die besten Angreifer des Gegners aufzuhalten, hatte Trainer Lucien Favre seine Abwehr umgebaut und die zuletzt wie ein Sicherheitsrisiko anmutenden Zagadou und Hakimi durch Wolf und Weigl ersetzt. Auch Delaney blieb zunächst auf der Bank, damit Reus und Götze mit geballter Kompetenz die Mittelfeldleitstelle bilden konnten. Ganz vorn stürmte Alcácer, der bei der 1:2-Niederlage in Augsburg am Freitag zumindest seine Torschusskrise los geworden war.

          „Wir müssen eine Topleistung bringen und clever spielen“, hatte Trainer Lucien Favre seine Spieler zu maximaler Konzentration auf das Wesentliche aufgerufen. Bei Halbzeit aber stand es 0:0 in einem Spiel, das der BVB, zunächst mit kontrollierter Offensive, danach mit einem Sturmlauf auf das Tor von Tottenham bestimmt hatte.

          Dabei besaßen die von ihren Fans heißblütig unterstützten Schwarz-Gelben fünf exzellente Torgelegenheiten, denen Lloris im Wege stand. Reus (21./34.), Weigl (33.) und Götze (34.), die die besten Chancen besaßen, konnten kaum glauben, dass der Kapitän der Spurs und der französischen Nationalmannschaft immer wieder eine Hand im Spiel hatte. Auf der anderen Seite musste Borussia Dortmund froh sein, dass der Dritte der Premier League bei seiner einzigen Chance, einem von Kane eingeleiteten Konter (31.), nicht traf, weil Wolf Son hinderte.

          45 Minuten Hoffnung blieben dem BVB, der noch immer die Chance besaß, es den Spurs gleich zu tun, die ihre drei Tore im Hinspiel sämtlich nach dem Wechsel erzielten. Doch vier Minuten nach dem Wiederanpfiff war der Traum von der Sensation ausgeträumt. Zum ersten Mal stand Kane, angespielt von Sissoko, frei vor dem Dortmunder Tor. Der Torjäger ließ sich diese Gelegenheit mit einem plazierten Schuss ins rechte obere Toreck nicht entgehen. Es sprach für den BVB, dass er weiter die aktivere Mannschaft blieb. Und es sprach auch für das Dortmunder Publikum, dass es die nicht mehr ganz so vehementen Bemühungen der eigenen Mannschaft beifällig honorierte. Ein Trostpreis, der den enttäuschten Spielern an diesem Abend gut tat, die durch Alcácer auch noch die letzte Gelegenheit auf den Ausgleich vergaben (89.).

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