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Champions League : Deutsch-englische Woche

Attraktion in den Duellen: Jack Wilshere Bild: AP

Am Dienstagabend (20.45 Uhr) empfängt Dortmund Arsenal, am Mittwoch spielen die Bayern gegen Manchester City und Schalke in Chelsea. Es kommt zu den selben reizvollen Vergleichen der beiden erfolgreichen Fußballsysteme wie im Vorjahr.

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          Immer Mitte September wird der Fußball europäisch, also: deutsch-englisch. Gleich drei Duelle zwischen Bundesliga und Premier League eröffnen zum Auftakt der Champions League den Dauervergleich zwischen den beiden Erfolgsligen Europas. Es sind kurioserweise dieselben drei, zu denen es schon in der Vorrunde der vergangenen Spielzeit kam, diesmal allerdings alle drei schon zu Beginn: Dienstag Borussia Dortmund gegen Arsenal (20.45 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker), Mittwoch FC Bayern gegen Manchester City und FC Chelsea gegen Schalke 04.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Nur Bayer Leverkusen, vergangene Saison gegen Manchester United 2:4 und 0:5 unter die Räder gekommen, bleibt ein englischer Gegner erspart - es geht zu AS Monaco. Dafür muss in der Europa League der VfL Wolfsburg am Donnerstag zum FC Everton, ein Los, das für Manager Klaus Allofs „ein bisschen nach Champions League“ aussah. Die Preise tun es auf jeden Fall. Romelu Lukaku, der belgische Stürmer, den Wolfsburg gern geholt hätte, landete in Everton - für 35 Millionen Euro.

          Manuel Pellegrini gefällt dieses deutsch-englische Duell nicht. „Die Meister von England und Deutschland verdienen es, im ersten Lostopf gesetzt zu sein“, sagt der Trainer von Manchester City. „Die beiden Ligen gehören zu den besten Europas, ihre Champions sollten nicht gleich in der Vorrunde gegeneinander spielen müssen.“ Eine entsprechende Änderung, die die Meister der besten Länder im besten Topf plazieren und damit die sportliche Stärke der nationalen Ligen und nicht nur, wie bisher, die Leistungen in der Champions League spiegeln würde, wird derzeit von der Europäischen Fußball-Union geprüft.

          Sie stößt auf gespaltene Reaktionen. Trainer Jürgen Klopp etwa bevorzugt das alte System, obwohl er darin mit Borussia Dortmund noch nie in Topf eins gelandet ist: „Wenn du in der falschen Setzgruppe bist, ist es deine eigene Verantwortung. Dann warst du nicht erfolgreich genug.“ Die Aussage zeugt vom gewachsenen Selbstvertrauen der Bundesliga - davon, es immer wieder auch mit der finanziell überlegenen Premier League aufzunehmen.

          Die Premier League ist finanziell weiterhin weit vorne

          Obwohl die Bundesliga die an Zuschauern reichste Fußball-Liga der Welt ist, macht sie rund eine Milliarde Euro weniger Umsatz als die Premier League, vor allem wegen des gewaltigen Rückstands bei der globalen Fernsehvermarktung. Die englischen Klubs bekommen für die Senderechte im Ausland rund 800 Millionen Euro, mehr als zehnmal so viel wie die deutschen.

          Die gewaltigen Mehrerlöse werden Jahr für Jahr in gewaltige Gehaltskosten und immense Transferausgaben gepumpt. Mehr als eine Milliarde Euro gaben die Premier-League-Klubs in diesem Sommer für Spielerkäufe aus, die Bundesliga nur 290 Millionen. Bei diesem Kaufrausch sind auch Panikkäufe im Spiel, wie etwa der 75-Millionen-Euro-Transfer von Angel di María von Real Madrid zu Manchester United, das erstmals seit 19 Jahren nicht für die Champions League qualifiziert ist.

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          Andere haben sich umso gezielter verstärkt. So fand Chelsea-Trainer José Mourinho mit Diego Costa und Cesc Fabregas, beide zusammen für mehr als 70 Millionen Euro aus Spanien gekommen, auf Anhieb das aktuelle Traum-Duo der Liga. Fabregas kommt bereits auf sechs Torvorlagen für den Tabellenführer. Costa, der mit seinem Hattrick beim 4:2 gegen Swansea sieben Tore in nur vier Ligaspielen erzielt hat, wird von Mourinho bereits mit dessen ewigem Lieblingsspieler Didier Drogba verglichen. Das ist ein Ritterschlag für ihn - und eine Drohung für die formlosen Schalker, die schon letzte Saison beide Partien gegen Chelsea jeweils 0:3 verloren.

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