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Debatte nach Champions League : Wirbel um Handschlag von Klopp und Kovac

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Jürgen Klopp (links) gefällt der verspätete Handschlag mit Niko Kovac nicht. Bild: EPA

Kurz nach Abpfiff des 0:0 in der Champions League sorgen die beiden Trainer für Aufregung. Jürgen Klopp ist die Situation unangenehm. Das macht der Liverpool-Coach seinem Bayern-Kollegen Niko Kovac auch deutlich.

          Eine Diskussion nach dem Handschlag der Trainer Niko Kovac und Jürgen Klopp hat nach dem Champions-League-Duell des FC Bayern beim FC Liverpool für Wirbel gesorgt. „Es war ein reines Missverständnis“, sagte Liverpool-Coach Klopp über die Situation nach dem Schlusspfiff. Der frühere BVB-Trainer hatte seinem Kollegen Kovac die Hand schütteln wollen, musste aber warten, weil dieser nach dem 0:0 am Dienstag erst mit den Spielern des deutschen Fußball-Rekordmeisters abklatschte.

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          „Es war alles ok. In England ist es üblich, dass man sich erst nach dem Schlusspfiff die Hand gibt“, sagte Kovac nach dem torlosen Remis im TV-Sender Sky über die Situation. „Ich allerdings bin erst zur Bank und habe mit meinen Jungs abgeklatscht und dafür habe ich mich aber entschuldigt“, ergänzte der 47 Jahre alte Kroate mit Blick auf die anschließende Diskussion mit seinem Trainer-Kollegen. Während Klopp und Kovac miteinander sprachen, schien der Liverpool-Coach ein wenig aufgebracht, wie er auch später zugab.

          Für den vier Jahre älteren Klopp war die Situation unangenehm. „Ich habe ihm gesagt, er soll sich beim nächsten Mal nur kurz zu mir umdrehen, denn so stand ich wie ein Ochs vor dem Berg da“, sagte der Premier-League-Coach dem TV-Sender Sky. „Ich wollte ihm die Hand schütteln und er musste erst einmal ganz Bayern die Hand geben.“ Letztlich nahm aber auch Klopp die Sache mit Humor: „Er hat gesagt, er muss mit Ribery sprechen, weil er Vater geworden ist. Er ist zum fünften Mal Vater geworden, da ist das nicht mehr so aufregend.“

          Kovac beschrieb zudem einen vermeintlichen Krampf von Javi Martínez in der Schlussphase als taktisches Mittel. „Wir wissen alle, wie es ist, es ist kurz vor Ultimo, da versucht man auch ein bisschen Zeit zu schinden“, sagte der Trainer bei Sky. „Also der Javi hat gute Laufleistungswerte, das heißt, er kann gar keinen Krampf haben, das ist alles auch ein bisschen gespielt.“ Kovac sprach anschließend noch von einer vergleichbaren Szene. „Ich kann mich daran erinnern, in Berlin hatten wir auch den King (Kingsley Coman), der sich dort dann urplötzlich einen Krampf reingezogen hat, aber es war keiner“, erzählte der Bayern-Coach. „Es geht einfach letzten Endes auch ein bisschen darum: Man muss die Ruhe reinbringen. Das machen sie gut, dafür haben sie die Erfahrung.“

          Uli Hoeneß genoss derweil zufrieden ein Glas Wein, Karl-Heinz Rummenigge plauderte entspannt mit Kovac – und die Spieler gönnten sich das ein oder andere Bier: Die Stimmung beim Mitternachtsbankett im „The Rum Warehouse“ im Titanic-Hotel von Liverpool war bei Riesengarnelen, glasiertem Rollbraten und Hähnchenbrustfilet in Pancetta-Mantel sichtlich gelöst. Selten hat eine Nullnummer bei Bayern München für derart gute Laune gesorgt.

          „Es war ein großartiges Spiel. Wir haben die Tür für das Rückspiel ein Stück aufgestoßen“, sagte Vorstandschef Rummenigge unter dem Beifall von rund 500 Münchner Edelfans. Doch bei aller Freude, dem Mythos Anfield Road und dem Power-Fußball von FC-Liverpool-Teammanager Klopp getrotzt zu haben – Übermut kam beim deutschen Rekordmeister nach dem beachtlichen 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel bei den Reds nicht auf.

          „Ich warne davor, mit zu viel Euphorie ins Rückspiel zu gehen. Es ist kein Ergebnis, das gefahrlos ist“, betonte Rummenigge mit Blick auf den zweiten Showdown am 13. März in der Allianz Arena. Er selbst habe 1981 zusammen mit Präsident Hoeneß nach einer Nullnummer in Liverpool schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. „Wir sind dann nach einem 1:1 in München ausgeschieden. Wir dürfen nicht den gleichen Fehler machen, wir müssen ein zweites sehr gutes Spiel machen“, sagte der Bayern-Boss mit Nachdruck.

          Hoffnung macht den Bayern, die im Rückspiel auf den gesperrten Joshua Kimmich verzichten müssen, allerdings die äußerst kompakte Vorstellung der in dieser Saison oft anfälligen Defensive. „Alle haben diesmal mitgemacht“, lobte Kapitän Manuel Neuer seine Vorderleute. „Die Viererkette war eine Viererkette. Wir haben defensiv gedacht. Der Plan hat gut funktioniert“, betonte Mats Hummels, der wie in besten Zeiten zusammen mit den bärenstarken Javi Martinez und Thiago die hoch gelobte Reds-Offensive mit Mo Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane kaum zur Entfaltung kommen ließ. Für Rummenigge ein Verdienst von Trainer Kovac, der das Team „sehr gut eingestellt“ habe und der ganzen Mannschaft: „Sepp Herberger hätte große Freude daran gehabt: einer für alle, alle für einen.“

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