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Borussia Dortmund : Warum Aubameyang keine Hilfe ist

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Dortmunds Topstürmer Pierre-Emerick Aubameyang hat seine Leichtigkeit verloren. Bild: dpa

Seit sich beim BVB die schlechten Ergebnisse häufen, reden sich alle die Köpfe heiß, woran es liegt. Oft übersehen wird dabei ein Dortmunder Problem, das einige Fragen aufwirft.

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          Hat Borussia Dortmund nur ein Formtief, oder steckt die Mannschaft schon in einer Krise? Peter Bosz mag diese und ähnliche Fragen nicht besonders gerne hören. „Da ist keine Krise, und da war keine Krise“, behauptet der Cheftrainer des BVB. Symptome einer Krise aber sind kaum zu leugnen angesichts des Abwärtstrends, der seit einigen Wochen zu beobachten ist. Seit sich enttäuschende Ergebnisse häufen, reden sich Spieler, Trainer, Manager und Kritiker die Köpfe heiß, woran es liegen könnte. Immer wieder dreht sich die Diskussion um die Frage, ob Bosz die Mannschaft zu „hoch“ verteidigen lässt und mit seinem System ein zu hohes Risiko eingeht. Inzwischen beschweren sich die Defensivspieler, dass sie als die Hauptschuldigen dastehen. Im Eifer der Debatte um die Abwehr, die (inklusive Torhüter) zuletzt unsicher wirkte, kommt ein wenig zu kurz, dass keineswegs nur die Viererkette oder das defensive Mittelfeld Schwächen offenbaren. Auch viel weiter vorne, wo das von Bosz geforderte Pressing im Idealfall beginnen sollte, sind Probleme auszumachen.

          Champions League

          Sogar Pierre-Emerick Aubameyang konnte sich dem Formtief, dem ein Stimmungstief folgte, zuletzt nicht mehr entziehen. Der Torjäger muss sich mit in Haftung nehmen lassen. So weist Kapitän Marcel Schmelzer darauf hin, es sei „zu einfach, alles auf die Viererkette plus Sechser und Torwart zu schieben“. Und Torhüter Roman Bürki verortet den Beginn der Defensivaufgaben „ganz vorne“. Aubameyang war dort zuletzt keine Hilfe. Obwohl Bosz ihm in der vergangenen Woche drei freie Tage zugebilligt hatte, lief der Torjäger jüngst in Hannover weniger als jeder andere Profi, der neunzig Minuten auf dem Feld war. Der „Kicker“ verglich den matten Mittelstürmer nach dessen jüngstem Auftritt mit einem „Geist am Rande der Wahrnehmbarkeit“.

          Dieser Geist gibt Rätsel auf. Schon macht die These die Runde, der Angreifer habe vielleicht die Lust verloren, weil der BVB ihn im Sommer nicht hatte gehen lassen, etwa zum AC Mailand, den Aubameyang zuletzt favorisiert hatte. Aber warum sollte sich die Enttäuschung darüber derart zeitversetzt auf die Leistung auswirken? Warum sollte er gerade nach einem guten Start die Lust verlieren, sich mit weiteren Toren auf dem Markt interessant zu machen? Ehe die ganze Mannschaft schwächer wurde, hatte nach außen nichts darauf hingedeutet, dass Aubameyang frustriert gewesen wäre. Er führt noch immer die Torschützenliste der Bundesliga, gleichauf mit seinem Münchner Rivalen Robert Lewandowski. Und in vierzehn Pflichtspielen gelangen dem Gabuner insgesamt fünfzehn Treffer.

          Dass auch ein Torjäger dieser Kategorie ein paarmal nacheinander leer ausgeht, kommt vor und ist grundsätzlich nichts Dramatisches. Aubameyangs Körpersprache verstärkt allerdings die Zweifel, die das Dortmunder Ensemble mittlerweile begleiten. Er wirkt, als habe er die Leichtigkeit des Stürmerseins verloren. Aktuell gibt Aubameyang nicht mehr den Paradiesvogel, der sich einen Spaß daraus macht, Tore mit einem Salto oder gar nach Art eines kickenden Batman mit Maske zu feiern; der im gegnerischen Strafraum seine Gier lustvoll auslebt.

          Vielleicht ist Aubameyang nur ein wenig überspielt. Aber je länger seine Schwächephase anhält, desto schwerer dürfte es der Mannschaft fallen, wieder in die Spur zu finden. Mitten in der Debatte über das System braucht der BVB dringend einen Aubameyang, der sich als vorderster Pressingspieler mehr Mühe gibt und der vor allem wieder verlässlich trifft. Das würde nicht nur im Champions-League-Heimspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) gegen den zyprischen Außenseiter Apoel Nikosia manches erleichtern. Vor allem mit Blick auf die unmittelbar folgende Bundesligapartie gegen Tabellenführer Bayern München wären Tore von Aubameyang ein Signal, das den Dortmundern wieder ein wenig Mut einflößen könnte.

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