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1:1 gegen Apoel Nikosia : Dortmund rutscht endgültig in die Krise

  • -Aktualisiert am

Lange Gesichter bei Dortmunds Jarmolenko und Aubameyang: Platz drei in der Gruppe ist nun in Gefahr. Bild: VOGEL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Borussia Dortmund konnte den Abwärtstrend auch in der Champions League nicht stoppen. Nach dem 1:1 gegen Apoel Nikosia muss der BVB sogar um die Qualifikation für die Europa League bangen.

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          Die Dortmunder Borussen hatten sich so viel vorgenommen. Voller Elan wollten sie sich aus ihrem Formtief befreien und sich mit einer überzeugenden Leistung in der Champions League auf das Bundesliga-Spitzenspiel an diesem Samstag gegen den FC Bayern München einstimmen. Dieses Zielen haben die Westfalen beim 1:1 gegen den zyprischen Klub Apoel Nikosia allerdings klar verfehlt. Dank Raphael Guerreiros Tor ging Dortmund in der 29. Minute zwar in Führung, doch es gelang dem BVB nicht, seinen spielerischen Möglichkeiten auszuschöpfen.

          Die zuletzt verloren gegangene Leichtigkeit vermochte der Bundesliga-Zweiten nicht zurückzugewinnen. Diesmal stand nicht so sehr die vielkritisierte Defensive im Fokus, sondern das Unvermögen, sich im Angriff durchzusetzen gegen eine Mannschaft, die jüngst in der zyprischen Liga gegen den Tabellenletzten über ein Unentschieden nicht hinausgekommen war. Der BVB erarbeitete sich zwar eine fülle von Chancen, zeigte sich aber im Abschluss unfähig, die Partie zu entscheiden und die erhoffte Trendwende herbeizuführen. Die Dortmunder müssen nach dem Gegentor von Mickael Poté (51.) nun sogar um den dritten Platz in ihrer Champions League-Gruppe und dem Überwintern in der Europa League bangen.

          Champions League

          Im Hinspiel hatte Nikosia gezeigt, dass selbst diese Mannschaft den BVB aktuell in Verlegenheit bringen kann. Beim 1:1 hatten die Borussen eine schwache Leistung gezeigt und die Chance verpasst, den Abstand auf die in der Gruppe führenden Klubs Real Madrid und Tottenham Hotspur so zu verringern, dass der Einzug ins Achtelfinale wieder eine halbwegs realistische Perspektive gewesen wäre. Wie angekündigt hielt Bosz an seinem favorisierten, längst nicht mehr unumstrittenen System fest – trotz einiger enttäuschender Auftritte, bei denen die Mannschaft sich in dieser Formation bei schnellen Gegenstößen zuweilen überfordert gezeigt hatte.

          Seinem 4-3-3 also ist er treu geblieben, aber beileibe nicht allen, die zuletzt erfolglos versucht hatten, es mit Leben zu füllen. Im Vergleich zur jüngsten Bundesligapartie in Hannover änderte der niederländische Fußball-Lehrer seine Startelf auf fünf Positionen; alle drei Mannschaftsteile waren betroffen. Anstelle von Zagadou, Schmelzer, Castro, Sahin und Jarmolenko erhielten Toprak, Guerreiro, Weigl, Kagawa und Philipp die Chance, sich zu profilieren. Sportdirektor Michael Zorc hatte den Dortmunder Spielern zuletzt „Alibifußball“ vorgeworfen und ihr „pomadiges, selbstgefälliges Auftreten“ kritisiert.

          Fans von Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen Apoel Nikosia. Bilderstrecke

          Diesen Vorwurf brauchten sie sich gegen Nikosia nicht gefallen zu lassen. Der BVB spielte von Beginn an dominant, sah sich aber mit einem Gegner konfrontiert, der mit zehn bis elf Spielern das Terrain um den eigenen Strafraum zu verteidigen versuchte. Dem Bundesliga-Zweiten fiel es allerdings schwer, in diesem dichten Bollwerk eine Lücke zu finden. So musste der Favorit fast eine halbe Stunde warten, bis der Weg frei war und Guerreiro das Führungstor erzielen konnte. Der portugiesische Linksverteidiger, der den Vorzug vor Schmelzer erhalten hatte, profitierte von der Vorarbeit Kagawas, der ihn mit einem präzisen Pass in Position brachte.

          Mit der Führung im Rücken setzte der BVB in der Folge seinen Sturmlauf fort. Gegen Ende der ersten Hälfte hatte auch Aubameyang, zuletzt glück- und auch ein wenig leidenschaftslos, seine ersten Chancen, brachte den Ball aber nicht am vielbeschäftigten Torhüter Nauzet Pérez vorbei (37./38.).

          Die allgemeine Annahme, es würde nun in der zweiten Halbzeit alles wie erwartet seinen Gang gehen, täuschte jedoch. Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel störten die Zyprer das Dortmunder Wohlbefinden empfindlich; ihr erster Torschuss war gleich ein Treffer. So wurde es ein hartes Stück Arbeit für den BVB, der überlegen blieb, aber weiterhin viel Geduld brauchte. Ein Kopfball von Toprak wurde auf der Linie abgewehrt, und der ein gutes Stück von seiner Bestform entfernte Aubameyang traf, auch mit dem Kopf, nur die Lattenunterkante (77.).

          Insgesamt wirkte das Bemühen der Borussen in der Schlussphase zu einfallslos, um den fast nur auf Abwehr eingestellten Gegner auszuspielen. Kurz vor Schluss verfehlte der eingewechselte André Schürrle mit einem Schuss von der Strafraumgrenze knapp das Ziel. So endete auch diese Partie, dem Trend der vergangenen Wochen folgend, mit einer herben Enttäuschung.Die Spieler verschwanden sofort in die Kabine.

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