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4:1 gegen PSV Eindhoven : Münchner Gala gegen Eindhoven

  • -Aktualisiert am

Die Freude bei Bayerns Müller, Kimmich, Alaba und Thiago ist groß. Bild: dpa

Von einer Krise ist beim FC Bayern nichts zu sehen: Die Mannschaft von Trainer Ancelotti gewinnt souverän gegen PSV Eindhoven. Bis auf eine kurze Phase beherrschen die Münchner ihren Gegner.

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          Carlo Ancelotti hat ganz klare Vorstellungen von seinen Aufgaben als Trainer des FC Bayern. Sein Job sei es, sagte er nach dem jüngsten Beben in München, „ruhig zu bleiben“. Das zog er am Mittwoch konsequent durch, auch als seine Mannschaft am Ende der ersten Hälfte kurz in die Bredouille kam. Aber der PSV Eindhoven bereitete dem deutschen Rekordmeister im dritten Gruppenspiel der Champions League insgesamt weniger Probleme als zuletzt so manch ein Gegner in der Bundesliga. Ohne zu glänzen oder gar den Beweis angetreten zu sein, die Mini-Krise bereits wieder überwunden zu haben, gewannen die Münchner dank der Tore von Thomas Müller, Joshua Kimmich, Robert Lewandowski sowie Arjen Robben 4:1 und nehmen damit weiter Kurs auf das Achtelfinale der Königsklasse.

          Mats Hummels hatte nach der ersten Unruhe in dieser Saison festgestellt, im Training „ein ganz anderes Feuer“ wahrgenommen, der Verteidiger sah wie seine Kollegen die Mannschaft in der Pflicht, und nicht den Trainer. Dementsprechend ging es bei diesem dritten Spiel in der Gruppe D um mehr als nur darum, die Distanz auf den dritten Tabellenplatz zu vergrößern und damit dem Achtelfinaleinzug ein Stück näher zu rücken. Ancelotti schickte bis auf den zuletzt angeschlagenen Robert Lewandowski die gleiche Mannschaft auf den Platz, die am vergangenen Samstag in Frankfurt in Überzahl nur ein mageres 2:2 erreicht hatte. Der Pole ersetzte Kingsley Coman.

          Der PSV Eindhoven schien an diesem verregneten Abend in der Münchner Arena zunächst der perfekte Gegner zu sein, um die angekündigte Wende zu schaffen. Die Niederländer, die ebenfalls zuletzt drei Spiele nacheinander nicht gewonnen hatten, ließen den FC Bayern spielen, gewährten ihm von Beginn viel zu viel Raum im Mittelfeld und auch im eigenen Strafraum fehlten Überblick und Konsequenz. Die Münchner brauchten ein paar Minuten, ehe sie diese große Chance erkannten. Sie forcierten im letzten Drittel des Spielfeldes das Tempo, spielten schnörkellos in die Spitze und erarbeiteten sich schnell ein paar gute Gelegenheiten. Aber erst eine Ecke brachte die verdiente Führung für die Gastgeber. Arjen Robben spielte flach zu Thomas Müller, und der traf im Nachschuss zum 1:0 (13.). Müller hatte sich spitzbübisch frei geschlichen, profitierte jedoch auch von der schläfrigen Abwehr des PSV.

          Anders als zuletzt gaben sich die Bayern mit diesem knappen Vorsprung nicht zufrieden, sondern setzten nach. Eine von David Alaba, die ein niederländischer Abwehrspieler noch abgefälscht hatte, köpfte Joshua Kimmich nur acht Minuten später aus kurzer Distanz zum 2:0 ins Netz. Es war schon der dritte Treffer des defensiven Mittelfeldspielers in dieser Champions-League-Saison.

          Es sah ganz nach einem lockeren Fußballabend aus für den deutschen Rekordmeister. Aber nach einer halben Stunde verfielen die Bayern doch wieder in die vom Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge in Frankfurt so harsch kritisierte Lethargie – und gestatteten den bis dahin chancenlosen Gästen aus Eindhoven auch einmal Ballstafetten vor dem Strafraum, statt konsequent zu stören. Ein Konter nach Ballverlust des wieder nicht sehr sicheren Xabi Alonso am Sechzehnmeterraum der Niederländer brachte die Bayern dann richtig in Schwierigkeiten. Luciano Narsingh enteilte im rechten Halbfeld den weit aufgerückten Bayern-Verteidigern und zog aus 15 Metern ab. Der Ball klatschte zunächst an den Innenpfosten und von dort hinter die Linie (41.). Biedere Niederländer bestraften die Sorglosigkeit der Münchner mit dem Anschlusstreffer.

          Lewandowski mit voller Konzentration auf den Ball. Bilderstrecke
          Lewandowski mit voller Konzentration auf den Ball. :

          Manchmal nutzt eine Mannschaft die Halbzeitpause, um sich zu sammeln, neu auszurichten oder eine Kurskorrektur vorzunehmen. Die Bayern hingegen begannen die zweite Hälfte, wie sie die erste beendet hatten. Ein bisschen unkonzentriert – und hatten Glück, dass Gaston Pereiro aus fünf Metern das Ziel verfehlte (51.). Während Pep Guardiola bei solchen Nachlässigkeiten am Spielfeldrand wie ein Rumpelstilzchen getobt hätte, nahm Ancelotti nicht einmal die Hände aus der Jackentasche.

          Womöglich war die vertane Chance von Pereiro aber dann doch wie ein Weckruf für die Bayern. Sie wirkten nun wieder etwas konzentrierter, unterbanden Konter früh und spielen präziser nach vorne. Einer dieser Vorstöße führte schließlich zum 3:1 durch Robert Lewandowski (59.), nachdem Eindhovens Torhüter Jeroen Zoet den Ball nach einem Schuss von Robben abprallen hatte lassen. Anschließend vergab Müller den vierten Münchner Treffer, der gelang schließlich Robben (84.) und besiegelte einen erfolgreichen Fußballabend für den am Ende doch souveränen FC Bayern.

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