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0:0 bei Schachtjor Donezk : Bayern Münchens Kurztrip ohne Tore

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Tut ihm ja auch leid, zumindest guckt der Schiedsrichter so: Rot für Alonso (2.v.r.), daran ändern die Diskussionen auch nichts Bild: dpa

Der sieggewohnte FC Bayern muss ein 0:0 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Schachtjor Donezk akzeptieren. In einer Partie mit ungewöhnlichen Begleitumständen muss Alonso vorzeitig vom Platz.

          Am Tag vorher eingeflogen, noch in der Nacht wieder heimgeflogen – und dazwischen ist aus sportlicher Sicht für den FC Bayern nicht viel passiert beim Gastspiel in Lemberg, Das 0:0 gegen Schachtjor Donezk lässt den überlegenen Münchnern, die in den letzten 25 Minuten nach einer Gelb-Roten Karte gegen Alonso allerdings in Unterzahl spielen mussten, alle Chancen. „Vor dem Spiel wäre ich mit einem 0:0 nicht zufrieden gewesen, nach der Gelb-Roten Karte kann ich damit leben. Aber ein 0:0 ist immer auch ein gefährliches Resultat“, warnte Sportdirektor Matthias Sammer im TV-Sender Sky vor dem Rückspiel.

          Ein merkwürdiges Spiel, hatten die Bayern gesagt, würde sie da erwarten – was sich schon aus dem Austragungsort erschloss. Schließlich wurde diese Begegnung wegen der Ukraine-Krise in Lemberg ausgetragen, mehr als 1000 Kilometer entfernt von Donezk. Dazu war es, bei sechs Brasilianern (von 13 im gesamten Kader) in der Startelf des Gegners, für manchen Südamerikaner auch so etwas wie die Möglichkeit einer kleinen Revanche für das bittere 1:7 Brasiliens im WM-Halbfinale gegen Deutschland. Und auch die 69 Tage, die seit dem letzten Pflichtspiel von Schachtjor wegen der langen Winterpause vergangen waren, gehörten als Aspekt am Rande zu diesem „merkwürdigen“ Spiel.

          Verfrühter Abgang Alonso: Sein 100. Spiel in der Champions League endet frühzeitig Bilderstrecke

          Wie die Bayern diese Partie bei Temperaturen von minus fünf Grad Celsius angehen würden, zeigte sich schon in der zweiten Minute, als die Schachtjor-Abwehr mit vereinten Kräften versuchte, Arjen Robben zu bremsen – dabei aber Bastian Schweinsteiger übersah, der von der Strafraumgrenze knapp am Pfosten vorbei schoss. Vor allem in der Anfangsphase schienen die Bayern die mangelnde Spielpraxis des Gegners, der sich unter anderen in Brasilien und Spanien vorbereitet hatte, ausnutzen und mit ihrem Pressing einen Fehler erzwingen zu wollen. Schachtjor aber erwies sich als widerstandsfähig. Die Münchner gestalteten die erste Halbzeit bei 70 Prozent Ballbesitz zwar überlegen, kamen aber nur selten zum Abschluss – und wenn, dann zielten sie schlecht.

          Gewarnt hatte Trainer Pep Guardiola, der auf Robert Lewandowski zunächst verzichtet hatte und dafür auf Thomas Müller als einzige Spitze setzte, vor den Kontern des ukrainischen Meisters. Doch die brasilianischen Angreifer, allen voran Torjäger Luiz Adriano, konnten sich nur selten gegen die sehr variabel agierenden Münchner in Szene setzen, allein ein Freistoß, bei dem Torwart Manuel Neuer zweimal zupacken musste, sorgte für eine Andeutung von Gefahr für das Münchner Tor.

          Wie sehr die Bayern aber die Worte ihres Trainers verstanden hatten, zeigte die 27. Minute, als der wieder in der Startelf aufgebotene Franck Ribéry, ansonsten eigentlich auf der linken Münchner Angriffsseite unterwegs, als Defensivkraft hinten rechts aushalf. Zur Pause war es für Donezk ein gewohntes Bild: Schachtjor hatte auch in allen anderen Spielen in der Champions League in der ersten Halbzeit kein Gegentor hinnehmen müssen.

          Nach dem Wechsel änderte Schachtjor seine abwartende Haltung und versuchte, die Münchner nun früher zu stören. Aber auch ansonsten ging es nun aggressiver auf dem Rasen zu. Erst beharkten sich Ribéry und Douglas Costa, und wenig später setzte der Brasilianer seinen Ellbogen sehr gezielt gegen den Franzosen ein und hatte Glück, dass der Schiedsrichter Mallenco dies nur für gelbwürdig hielt. Wenig später allerdings drückte der Spanier auch bei einem Zweikampf zwischen dem schon verwarnten Bayern-Strategen Alonso und Luiz Adriano mehr als nur ein Auge zu – er wertete die Aktion (61.) sogar als Freistoß für seinen Landsmann.

          Pep Guardiola schien das Ungemacht zu wittern – Holger Badstuber stand zur Auswechslung schon so gut wie bereit, als der 100. Einsatz von Alonso in der Champions League dann in der 65. Minute vorzeitig durch Mallenco beendet wurde. Nach einem taktischen Foul des Weltmeisters von 2010 schickte er Alonso mit Gelb-Rot vom Platz.

          Notgedrungen musste Guardiola seine Formation neu ordnen – für Müller kam Badstuber, der sich in die Innenverteidigung einreihte, Alaba rückte dafür ins defensive Mittelfeld. Und offensiv vertraute der Bayern-Trainer kurz danach den Fähigkeiten von Lewandowski, einen Ball im Angriff gut abschirmen zu können und damit den nachrückenden Mitspielern die nötige Zeit zu verschaffen – für den Polen musste Götze weichen.

          Für die Münchner ging es nun in erster Linie um Schadensbegrenzung – aber das taten die Bayern durchaus mutig, die den Gegner nach Möglichkeit weiter unter Druck setzten und ihn damit vom eigenen Tor fernhielten. Sehr beeindruckt über die Unterzahl schien der deutsche Meister nicht zu sein. Schachtjor-Coach Lucescu versuchte es noch mit der Einwechslung von Gladki, seinem torgefährlichsten Spieler in der ukrainischen Liga, aber der Abend endete für Manuel Neuer ohne große Beschäftigung .

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