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Aus für Manchester United : Keine Gladiolen für van Gaal und Schweinsteiger

Eine Enttäuschung: Bastian Schweinsteiger und ManUnited scheiden aus der Champions League aus. Bild: Picture-Alliance

Das einst so große Manchester United verabschiedet sich durch eine verdiente Pleite in Wolfsburg aus der Champions League. Trainer Louis van Gaal übt wieder Kritik an Bastian Schweinsteiger – und am Schiedsrichter-Team.

          Als Louis van Gaal 2009 zu Bayern München kam, machte sich für entscheidende Spiele schnell auch im deutschen Fußball die Redewendung „Tod oder Gladiolen“ breit. Als der niederländische Trainer mit Manchester United am Dienstag nach Deutschland zurückkehrte, gab es wieder zwei Möglichkeiten – alles oder nichts. Die Antwort fiel für van Gaal nicht wie gewünscht aus. Nach der 2:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg ist der englische Rekordmeister schon nach der Vorrunde aus der Champions League ausgeschieden. Die Blumen bekam der Bundesliga-Verein, der als Gruppenerster ins Achtelfinale eingezogen ist.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Für Manchester geht es als Dritter im Februar in der zweitklassigen Europa League weiter. Was für manche Klubs ein willkommenes Auffangbecken nach dem Aus in der Königsklasse ist, ist für einen großen Namen wie United kaum ein Trostpflaster, über das sich jemand freuen konnte am Dienstag. In der vergangenen Saison spielten die „Red Devils“ erstmals nach 25 Jahren nicht im Europapokal mit, nun endet die Rückkehr in den Kreis der besten Mannschaften Europas ernüchternd. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ManUnited ganz vorne mitspielte: 2008 holte der Klub den Champions-League-Pokal, 2011 und 2013 standen die Engländer im Endspiel.

          Die Einsamkeit des Trainers nach der Niederlage: Louis van Gaal. Bilderstrecke

          Doch nach dem Abschied von Trainerlegende Sir Alex Ferguson versank erst David Moyes in den viel zu großen Fußstapfen, im Sommer 2014 übernahm dann van Gaal. In seiner ersten Saison in Old Trafford führte der Niederländer United immerhin auf Platz vier der Premier League, über die Playoffs gelang danach der Sprung in die Gruppenphase der Champions League. In der englischen Liga ist Manchester derzeit wieder Vierter, im FA-Cup noch vertreten, im Ligapokal indes gab es ein blamables Aus gegen Zweitligaklub Middlesbrough – von der einstigen Vormachtstellung auf der Insel ist nicht viel übrige geblieben.

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          Hinzu kamen zuletzt atmosphärische Störungen zwischen Trainer und Mannschaft auf der einen und den Fans auf der anderen Seite. Van Gaal, der schon in München für Positionsspiel und Sicherheit stand, setzte seine Idee von Fußball auch in Manchester rigoros um. Die Anhänger sind aber anderes gewohnt und plädieren auf volle Attacke. Der Unmut beim 0:0 gegen West Ham zuletzt war laut zu vernehmen. Mangelnder Offensivgeist war Manchester in Wolfsburg nicht vorzuwerfen – was aber auch daran gelegen haben mag, dass United mit dem Rücken zur Wand stand und einen Sieg fürs Weiterkommen brauchte.

          Der Start glückt, als Juan Mata den 50-Millionen-Euro-Teenager Anthony Martial in Szene setzte und der Franzose zur frühen Führung traf (10. Minute). Doch Wolfsburg drehte das Spiel durch die Tore von Naldo (13.) und Vieirinha (29.). Kurioserweise war Manchester in der zweiten Halbzeit zeitweise doch für das Achtelfinale qualifiziert, weil Eindhoven gegen Moskau zurücklag. Die Hoffnung wurde schnell zerstört – weil die PSV das Spiel gegen die Russen noch drehte und abermals Naldo, nach dem 2:2 durch ein Wolfsburger Eigentor von Joshua Guilavogui (82.), prompt der Siegtreffer für den VfL gelang (84.).

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