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Begründung des Cas-Urteils : Was Manchester City vor der Europapokal-Sperre rettete

  • Aktualisiert am

Pep Guardiola und Manchester City dürfen im Europapokal weiter mitspielen. Bild: dpa

Die Sperre von Manchester City für den Europapokal wird aufgehoben. Die Empörung ist groß. Nun liefert der Internationale Sportgerichtshof auch die ausführliche Begründung. Und die dürfte die Kritiker kaum milde stimmen.

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          Der Ärger war riesig, die Empörung groß – und auch die ausführliche Begründung des „Europacup-Freispruchs“ für Manchester City dürfte die Kritiker nicht milde stimmen. In den Mittelpunkt rückt dabei immer mehr die Europäische Fußball-Union (Uefa), die stichhaltige Beweise für Verstöße gegen ihr zunehmend beschädigtes Financial Fairplay (FFP) schuldig blieb.

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          Auf 93 Seiten begründete der Internationale Sportgerichtshof Cas, weshalb der Premier-League-Klub künftig doch am Europapokal teilnehmen darf. Dieser habe die Uefa-Untersuchung wegen angeblicher FFP-Verstöße zwar „eklatant“ missachtet. Die Uefa habe allerdings nicht nachweisen können, dass City Gelder der Klubbesitzer als Sponsoreneinnahmen getarnt habe.

          Am 13. Juli hatte der Cas die durch die Uefa verhängte zweijährige Europapokalsperre gegen die Skyblues aufgehoben. Auch wurde die ursprüngliche Geldbuße von 30 auf 10 Millionen Euro reduziert. Auch diese Summe kennzeichne „einen schweren Verstoß“ des Klubs, der mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Uefa-Untersuchungskommission gezeigt habe, begründete der Cas.

          Bei der Anklage wegen angeblicher Verschleierung von Eigenkapitalfinanzierung sei hingegen kein schwerwiegenderer Verstoß festzustellen gewesen, und „auf der Grundlage der Beweise kann das Gremium nicht zu der Schlussfolgerung kommen, dass eine verschleierte Finanzierung an City gezahlt wurde“, heißt es in der Cas-Erklärung. Dem Klub wurde vorgeworfen, den Wert der Einnahmen der emiratischen Sponsoren Etisalat und Etihad Airways absichtlich überhöht zu haben, um die FFP-Bestimmungen zu erfüllen.

          Der Cas hielt auch fest, dass der Fall durch das Drängen der Uefa, die Berufung vor Beginn der Champions-League-Saison 2020/21 abzuschließen, beeinflusst wurde. Das Gericht habe deswegen auf die Forderung nach mehr Beweismitteln verzichtet. Neun Premier-League-Klubs (Arsenal, Burnley, Chelsea, Leicester, Liverpool, Manchester United, Newcastle, Tottenham und Wolverhampton) reichten bei der Uefa einen Antrag ein, City nicht am Europapokal teilnehmen zu lassen, wenn vor Beginn der Saison 2020/21 kein Urteil gefällt worden sei.

          Bereits zuletzt hatte Karl-Heinz Rummenigge dem Uefa-Ausschuss vorgeworfen, im Verfahren gegen City „keine gute Arbeit“ geleistet zu haben. „Es war nicht gut vorbereitet, was ich aus verschiedenen Quellen gehört habe“, ergänzte der Vorstandschef vom deutschen Rekordmeister Bayern München.

          Der Klubboss fordert ein verändertes FFP, das nach dem Cas-Urteil im Kampf für finanzielle Gesundheit nur noch wie ein stumpfes Schwert wirkt. „Wir müssen andere Werkzeuge finden, und ich bin mir sicher, dass das möglich ist“, sagte Rummenigge. Das Financial Fairplay müsse in Zukunft „viel mehr in den Mittelpunkt rücken“ und „modifiziert“ werden, weil sich das Verhalten in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verändert habe.

          Die Uefa hatte ihre Untersuchung gegen City eingeleitet, nachdem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eine Reihe von E-Mails veröffentlicht hatte, die sich auf die Finanzen der Citizens im Jahr 2018 bezogen. Der Cas wies darauf hin, dass Zeugenaussagen von leitenden Angestellten des Klubs sowie ein Brief von Klubboss Scheich Mansour – die alle dem Cas, nicht aber der Uefa während des ersten Prozesses zur Verfügung gestellt wurden – das ursprüngliche Urteil des Kontinentalverbandes zugunsten des Vereins hätten beeinflussen können.

          „Die angefochtene Entscheidung ist daher nicht per se falsch, sondern, zumindest bis zu einem gewissen Grad, eine Folge der Entscheidung von Manchester City, die relevantesten Beweise, die dem Verein zur Verfügung stehen, erst im vorliegenden Berufungsverfahren vor dem Cas vorzulegen“, urteilte das Gericht.

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