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1:0 gegen Sporting Lissabon : BVB zieht ohne Aubameyang ins Achtelfinale ein

  • -Aktualisiert am

Der Torjäger als Beobachter: Pierre-Emerick Aubameyang sieht Schwarz-Gelb siegen Bild: dpa

Wenn ein Torjäger suspendiert ist, muss der andere eben treffen: Borussia Dortmund sichert sich ohne Aubameyang die Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League. Doch gegen Sporting quält sich der BVB.

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          Portugiesische Mannschaften sind Borussia Dortmund immer willkommen. Die Erfolgsquote gegen Vereine aus dem Land des aktuellen Fußball-Europameisters liegt bei hundert Prozent – auch nach dem Spiel gegen Sporting Lissabon. Beim 1:0 gelang den Westfalen der fünfte Erfolg im fünften Spiel gegen einen Klub aus Portugal.

          Die jüngste Folge aus dieser Serie bescherte den Borussen einen wichtigen Etappensieg in der Champions League. Dortmund behauptete die Tabellenführung in der Gruppe F und steht schon vor den letzten beiden Gruppenspielen gegen Legia Warschau und bei Real Madrid sicher im Achtelfinale der europäischen „Königsklasse“. Der Gruppensieg ist für die Borussen, die nun zwei Punkte Vorsprung haben, auch deshalb in greifbare Nähe gerückt, weil der aktuelle Tabellen-Zweite und Favorit Real Madrid bei Legia Warschau nur ein Unentschieden zustande brachte; gegen jene Mannschaft, die ihr Heimspiel gegen Dortmund 0:6 verloren hatte.

          Tor des Abends: Ramos köpft zum Siegtor ein Bilderstrecke

          Das Siegtor für den Bundesligaklub erzielte Adrian Ramos (12. Minute), der überraschend für den kurzfristig suspendierten Pierre-Emerick Aubameyang in die Elf gerückt war. Sporting setzte dem BVB zwar durchaus zu, blieb in vorderster Linie aber ohne Durchschlagskraft – und auf deutschem Boden im Europapokal ohne Sieg. „Man hat uns angemerkt, dass es ein bisschen zäh war. Aber der Sieg geht in Ordnung, auch wenn es keine Gala war“, sagte Weltmeister Matthias Ginter. „Solche Siege geben für die Moral noch viel mehr, wir sind jetzt sehr glücklich“, sagte Mittelfeldspieler Julian Weigl. „Wir haben ein ganz zähes Spiel auf unsere Seite gezogen, mit viel Willen. Das Ergebnis ist das Positive, über die Taktik hüllen wir den Mantel des Schweigens“, sagte Trainer Thomas Tuchel.

          Aubameyang suspendiert

          Schweigen dominierte auch bei einem anderen Thema: Vor dem Anpfiff hatte sich das Interesse auf einen Spieler fokussiert, der gar nicht nominiert war. Thomas Tuchel, der Cheftrainer des BVB, hatte Stürmerstar Aubameyang überraschend aus dem Aufgebot gestrichen; der gabunische Nationalspieler verfolgte die Partie als einer von 65.500 Zuschauern auf der Tribüne. „Aus internen Gründen“, wie es offiziell hieß. Nachfrage zwecklos. „Intern bedeutet intern“, sagte Tuchel. Die Suspendierung gelte bis zum nächsten Tag. Spekulationen über die Gründe nehme er „total in Kauf“.

          Kurios: Das Trikot des Dortmunder Angreifers, der in den ersten drei Gruppenspielen jeweils unter den Torschützen war, hing in der Kabine noch an seinem Haken, wie Bilder des übertragenden Fernsehsenders Sky belegen. Tuchel sagte indes beim selben Sender vor Anpfiff, dass die Maßnahme nicht so zeitnah beschlossen worden sei, das Trikot nicht dort habe hängen müssen.

          Auf dem offiziellen Spielberichtsbogen war der Name Aubameyang jedenfalls nicht aufgeführt. Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung, goutierte Tuchels Maßnahme, ging aber auch nicht ins Detail. „Das hat der Trainer so entschieden, das ist absolut in Ordnung“, sagte er kurz vor Beginn der Partie im Gespräch mit „Sky“.

          Ramos springt in die Bresche

          Aubmeyangs Platz in der Sturmspitze nahm Ramos ein. Und der Kolumbianer nutzte prompt die unverhoffte Gelegenheit, sich zu profilieren. Ramos verwertete eine Flanke von Matthias Ginter, der diesmal als Rechtsverteidiger spielte, zum frühen Führungstreffer. Die Portugiesen ließen sich durch den Rückstand nicht entmutigen, sondern spielten forsch nach vorn und brachten die Dortmunder Abwehr zuweilen durcheinander. BVB-Torhüter Roman Bürki war aber nicht oft so gefordert wie in der 27. Minute, als er beherzt sein Tor verließ und gegen Gelson Martins klärte, der in der gegnerischen Hälfte einige Male als Unruhestifter in Erscheinung traf.

          Vereinzelt gelangen der Heimelf durchaus ansehnliche Spielzüge. Mit ein wenig mehr Fortune und Geschick im Abschluss hätte Dortmund den Vorsprung noch in der ersten Hälfte ausbauen können. Besonders die Kombination, die Mario Götze und Christian Pulisic nach einer guten halben Stunde vorführten, hätte einen krönenden Abschluss verdient gehabt. Die beiden Filigrantechniker spielten elegant Doppelpass, bis Pulisic schließlich im Strafraum zum Schuss kam – und die Latte traf. Kurz vor der Pause landete Raphael Guerreiros Versuch am Außennetz; der Dortmunder Portugiese war wie sein Kollege Gonzalo Castro nach mehrwöchiger Verletzung in die Startelf zurückgekehrt.

          Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm auch André Schürrle die Arbeit auf. Für Ousmane Dembélé eingewechselt, versuchte er dem Spiel der Westfalen Flügel zu verleihen. Doch es gelang den Borussen nicht, sich deutliche Vorteile zu verschaffen. Im Gegenteil, sie mussten bis zum Schluss um den Sieg zittern. Aber bei allem Bemühen vermochte Sporting die zwölfte Niederlage des Klubs im dreizehnten Spiel auf deutschem Boden nicht mehr abzuwenden.

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