https://www.faz.net/-gtm-7ultu

3:0 in Anderlecht : Königsklassensieg gegen die Bundesligakrise

Doppeltorschütze: Adrian Ramos erzielt seine ersten Champions-League-Tore Bild: AP

Borussia Dortmund gewinnt in der Champions League deutlich beim RSC Anderlecht und verschafft eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf ums Achtelfinale. Der Erfolg gibt auch Ruhe nach den jüngsten Rückschlägen in der Bundesliga.

          3 Min.

          Nach zwei Spieltagen schon fünf Punkte Vorsprung auf den Gruppendritten: Für Borussia Dortmund, in der Bundesliga zuletzt gestrauchelt, läuft zumindest in der Champions League alles am Schnürchen. Nach dem glanzvollen Auftaktsieg gegen Arsenal London gelang dem BVB am Mittwochabend beim RSC Anderlecht ein 3:0-Erfolg, was zu einer ungewöhnlichen Situation führt: Während die Borussen in der Bundesliga nach sechs Spieltagen schon elf Gegentreffer haben hinnehmen müssen, ist ihre Weste in der Königsklasse weiß.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Wir haben auswärts 3:0 gewonnen - das ist in Ordnung. Das ist heute ein großer Schritt gewesen“, brachte BVB-Trainer Jürgen Klopp den zweiten Sieg in der Vorrundengruppe D auf eine einfache Formel. „Der Sieg war souverän. Mit sechs Punkten stehen wir sehr gut da. Jetzt wird es Zeit, dass wir auch in der Bundesliga wieder gut spielen“, formulierte Kapitän Sebastian Kehl im ZDF das nächste Ziel. „Wir wollten uns für das Derby rehabilitieren, und das ist uns gelungen“, betonte Torschütze Immobile.

          Die Dortmunder Wiedergutmachungstour nach nur einem Punkt aus drei Bundesligapartien seit dem ersten Spiel in der Champions League hatte äußerst vielversprechend begonnen. Schon nach drei Minuten gelang den Borussen ein Angriff, der etwas von jener Spielkunst offenbarte, die zuletzt verlorengegangen war. Ausgangspunkt war der Japaner Shinji Kagawa, der an der Strafraumgrenze den Ball an den Abwehrspielern des RSC Anderlecht vorbei und in den Lauf von Ciro Immobile lupfte.

          Führung für den BVB: Immobile trifft in Brüssel Bilderstrecke

          Der Italiener, als Torschützenkönig der Serie A in die Bundesliga gekommen, mag zwar mitunter erstaunliche Schwierigkeiten beim direkten Spiel seiner neuen Mitspieler haben – vor dem Tor allerdings hat er seine Qualitäten. Alleine vor Torwart Proto ließ er sich die Chance zur frühen Führung nicht nehmen.

          Hummels geschont

          Die Stärke des belgischen Tabellenführers blitzte danach nur selten auf, was den Dortmundern angesichts ihrer momentan unsicher wirkenden Abwehr durchaus recht gewesen sein dürfte. Seinen Kapitän Mats Hummels, der am vergangenen Samstag erstmals wieder von Beginn an gespielt hatte, setzte Jürgen Klopp diesmal vorsichtshalber auf die Ersatzbank. „Er kann noch nicht im Drei-Vier-Tages-Rhythmus spielen“, sagte der BVB-Trainer.

          Auch Eric Durm bekam eine schöpferische Pause – für ihn durfte wieder Marcel Schmelzer ran. Und im Mittelfeld sollte Routinier Sebastian Kehl für mehr Stabilität sorgen. Dass der 34-jährige auf Gegenspieler trifft, die jünger sind, gehört zur Natur der Sache – dieser aber war doch ziemlich jung: Beim RSC ist der 17 Jahre alte Teenieschwarm Youri Tielemans, der schon im vergangenen Jahr sein Debüt in der Champions League gab, für die überraschenden Momente zuständig.

          Kehls Fehler

          Die größte Chance der Belgier entsprang aber nicht einer seiner Ideen – Kehl war dafür verantwortlich. Sein Abwehrversuch weit vor dem Dortmunder Tor war zur perfekten Vorlage für Dennis Praet geraten, der aber an Weidenfeller scheiterte (16.) . Zu diesem Zeitpunkt hätte die Borussia allerdings längst 2:0 führen müssen. Aubameyang aber hatte nach zehn Minuten am Ende einer Dortmunder Kombinationskette den Ball aus sechs Metern am mehr oder weniger leeren Tor vorbeigeschossen. Immer wenn der BVB schnell und direkt spielte, geriet die Abwehr der Belgier in Probleme. Großkreutz wurde bei seinem Treffer nach einer solchen Vorarbeit von Aubameyang allerdings wegen Abseits zurückgepiffen (18.), und Schmelzer scheiterte nach einer halben Stunde an Torwart Proto.

          Die zweite Halbzeit begann mit einem Knalleffekt – allerdings einem, auf den die Borussia gerne verzichtet hätte, und der sie vermutlich teuer zu stehen kommt. Im gelb-schwarzen Fanblock wurden Bengalos gezündet. Kein guter Einfall, was aber auffällig mit dem Geschehen auf dem Platz korrespondierte: Auch der Borussia fiel lange nicht mehr viel ein Die Partie verflachte ziemlich, weil auch Anderlecht alles andere als das Risiko suchte. Das aber mussten die Belgier dann spätestens nach 69 Minuten, als der kurz zuvor eingewechselte Ramos nach Vorarbeit von Piszczek zum 2:0 traf.

          Kurz danach erlöste Klopp den unglücklich agierenden Immobile, dem nach seinem frühen Treffer so gut wie nichts mehr gelungen war. Für ihn sollte Durm die Defensive stärken, was durchaus nachvollziehbar schien – in der Bundesliga reichen der Borussia zwei Tore nicht immer zum Sieg, Diesmal aber ging alles gut, weil ihnen auch das Glück im richtigen Moment zur Seite stand, als Mitrovic nur den Pfosten traf (74.). Ein Anschlusstreffer hätte dem BVB noch einmal ein unruhige Schlussviertelstunde bescheren können. Stattdessen wurde es mit dem 3:0 von Ramos (79.) zu einer ganz ruhigen Angelegenheit.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.