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2:1 gegen Slavia Prag : Brandt, Bürki und Barcelona bescheren BVB

  • -Aktualisiert am

Siegerpose: Julian Brandt hat das 2.1 erzielt. Bild: AFP

Der BVB hat viel Glück: Der FC Barcelona hilft in Mailand kräftig mit. Zudem rettet sich Dortmund gegen Slavia knapp zum Heimsieg. Der Lohn ist das Achtelfinale der Champions League.

          3 Min.

          Das große Finale in Champions League-Gruppe F ist doch noch ein denkwürdiger Europapokalkrimi geworden, mit zwei ebenso aufregenden wie knappen Partien in Mailand sowie in Dortmund. Und tatsächlich hat der BVB das Kunststück vollbracht, das Achtelfinale der Königsklasse zu erreichen. Der ziemlich glückliche 2:1-Sieg gegen Slavia Prag reichte, weil Inter Mailand zeitgleich 1:2 gegen den FC Barcelona verlor. Die Italiener und die Dortmunder hatten sich im Laufe des Abends immer wieder abgewechselt auf dem begehrten zweiten Rang im Tableau. „Heute hat vieles funktioniert. Am Ende wurde es nochmal knapp. Aber wir haben gut dagegengehalten. Wir mussten unsere Hausaufgaben heute machen und dann haben wir noch das nötige Glück gehabt“, sagte Matchwinner Julian Brandt bei DAZN: „Wir machen viele Tore in der zweiten Halbzeit, auch zuhause. Es gibt einem immer Kraft, wenn man auf die Kurve spielt.“

          Erstmals waren die Dortmunder in der vorläufigen Tabelle nach zehn Minuten auf dem angestrebten zweiten Platz angekommen. Jadon Sancho hatte einen schönen Angriff nach einem klugen Ball in die Tiefe von Julian Brandt und einem sauberen Querpass von Marco Reus zum 1:0 vollendet. Der BVB war zu Beginn hoch überlegen, hatte früh in der Partie beste Chancen auf weitere Treffer durch Sancho (4.), Mats Hummels (5.) und vor allem Reus (15., 23.), der zweimal frei vor dem Tor der Tschechen aufgetaucht war.

          Champions League

          Wie schon gegen Fortuna Düsseldorf sah das Offensivspiel des Teams im neuen 3-4-4-System zu Beginn sehr gut aus, obwohl Axel Witsel nach einem häuslichen Unfall ausfiel. Für den Belgier, dem in diesem Konstrukt als einzigem defensiven Mittelfeldspieler eine wichtige Rolle zugefallen war, spielte Julian Weigl. Der „kennt das, er hat diese Position insbesondere unter Thomas Tuchel oft alleine gespielt“, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor der Partie. Außerdem war der in der Bundesliga zuletzt gesperrte Hummels ins Team zurückgekehrt, Lukas Piszczek saß dafür auf der Bank.

          Immer fehlerhafter

          Allerdings waren die Dortmunder defensiv längst nicht so stabil wie zuletzt. Immer wieder hielt der hervorragend aufgelegte Roman Bürki die knappe Führung mit großartigen Aktionen fest, nach einer halben Stunde hätte es gut auch 3:3 stehen können. Die Tschechen, die weder in Barcelona noch in Mailand verloren hatten, waren ein hoch gefährlicher Gegner. „Die laufen 132 Kilometer pro Spiel, das ist Weltrekord“, hatte BVB-Trainer Favre vor der Partie immer wieder gewarnt, und die vielen Möglichkeiten der Prager beeindruckten die Dortmunder dann auch irgendwann. Zumal sie wirklich etwas zu verlieren hatten, nachdem der FC Barcelona in Mailand sogar in Führung gegangen war.

          Sieggarant: Roman Bürki glänzt im BVB-Tor,

          Plötzlich sah also alles ganz gut aus, doch statt sich von der günstigen Lage beflügeln zu lassen, wurde das Spiel der Borussia immer fehlerhafter. Es war kein Wunder, dass eines der sich häufenden Missgeschicke irgendwann bestraft wurde: In der 43. Minute rutschte Hummels bei einem Klärungsversuch im Mittelfeld aus – der Weltmeister von 2014 fehlte nun hinten in der Abwehr, so dass Milan Skoda viel Platz hatte, den Ball mit der Schulter auf Tomas Soucek weiterzuleiten. Der Mittelfeldspieler traf aus zehn Metern zum mittlerweile verdienten 1:1.

          Das war ein Schock und weil ziemlich genau zur gleichen Zeit auch in Mailand der Ausgleich fiel, waren die Dortmunder doch wieder nur Dritter. Das Spiel war nun deutlich zäher, positiv formuliert griff die Mannschaft von Lucien Favre mit Geduld und ohne zu viel Risiko an, die Schattenseite dieser kontrollierten Spielweise war aber ein deutlicher Chancenschwund. Vor den Toren passierte nicht mehr viel, gefährlich war noch ein Schuss von Brandt (52). Doch die ruhigere Herangehensweise wurde belohnt. Nach einer Stunde fand Sancho eine Lücke in Slavias Defensive, Brandt kam an den Ball und traf aus spitzem Winkel zum 2:1. Aber die Tschechen wehrten sich, immer wieder musste der weiter herausragende Bürki gefährliche Abschlüsse entschärfen, und als der Torhüter doch einmal geschlagen war, köpfte Ondrej Kudela aus zwei Metern am leeren Tor vorbei (74.). Drei Minuten später musste dann auch noch Weigl mit einer gelb-roten Karte vom Platz (77.), doch irgendwie rettete der BVB den umjubelten Sieg über die Zeit.

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