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Mehr Einfluss für Watzke : Debatte über Super League vertagt

  • -Aktualisiert am

Nun mehr Einfluss: BVB-Chef Watzke ist in den ECA-Vorstand gewählt worden. Bild: dpa

Hans-Joachim Watzke ist der neue deutsche Vertreter im Vorstand der europäischen Klubvereinigung ECA. Der Leverkusener Mitbewerber Fernando Carro verzichtet auf eine Kampfkandidatur. Und ein anderes Thema bleibt offen.

          Als wirklich greifbarer Fakt blieben am Ende der Generalversammlung der European Club Association (ECA) in Genf eigentlich nur die Personalien. Die spannenden Fragen zu den geplanten Reformen der Europapokalformate sind hingegen weiterhin offen, aber immerhin sind künftig Vertreter aus drei verschiedenen Bundesligavereinen in den Gremien vertreten, die die Weichen für die Zukunft stellen.

          Michael Gerlinger, der Chefjustiziar des FC Bayern München, hatte seinen Posten im von zwölf auf 24 Personen erweiterten Vorstand der ECA aufgrund der Statuten bereits vor den Wahlen sicher. Neu in dem einflussreichen Gremium ist Hans-Joachim Watzke, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund. „Ich freue mich sehr über die Wahl und das Vertrauen, das in mich gesetzt wird“, sagte Watzke. „Es ist mir ein großes Anliegen, mich für einen möglichst ausbalancierten Fußball einzusetzen und mich aktiv in den Diskurs einzubringen.“

          Sein Leverkusener Kollege Fernando Carro, der sich ursprünglich als Gegenkandidat positioniert hatte, zog seine Kandidatur am Montagabend zurück; der Spanier erhält dafür einen Sitz im Uefa Club Competition Committee. Die Debatte über eine Super League mit automatisch qualifizierten Teams und neuer Wettbewerbsstruktur wurde hingegen vertagt. „Das Tempo wurde verringert“, erklärte Vorstandsmitglied Edwin van der Saar am Ende der Veranstaltung. Über Monate war die ECA für den Plan kritisiert worden, die Champions League durch eine Super League mit 24 fest gesetzten Klubs und vier Achtergruppen zu ersetzen, nun rudern die Funktionäre zurück.

          Der ECA-Vorstandschef Andrea Agnelli und seine Mitstreiter waren im Sommer durch Europa getourt, um ein Meinungsbild bei den Klubs abzufragen. Einigkeit bestehe zwar darin, dass „eine Notwendigkeit für Veränderungen“ vorhanden ist, erklärte Agnelli jetzt. Mehrheiten zeichnen sich aber nur bei der Frage nach ein paar Grundprinzipien ab: Eine gewisse Relevanz der nationalen Ligen bei der Qualifikation für den Europapokal müsse erhalten bleiben, ein Modell mit einigen gesetzten Startern steht aber noch im Raum.

          Zudem soll es grundsätzlich mehr Spiele auf europäischer Bühne geben, das öffnet Perspektiven auf höhere Einnahmen. Und mehr Vereine aus kleineren Ligen sollen die Chance zur Teilnahme an den Europapokalen erhalten. Bis spätestens 2022 müssen die Änderungen beschlossen sein, um sie ab 2024 einzuführen.

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