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BVB-Ärger nach 1:3 gegen Ajax : „Eine absurde Fehlentscheidung“

  • Aktualisiert am

Schockmoment: Hummels sieht eine fragwürdige Rote Karte. Bild: EPA

Nach der Schmach im Hinspiel sinnt Dortmund gegen Ajax auf Revanche. Doch die umstrittene Rote Karte für Hummels wirft alles über den Haufen. Lange führt der BVB trotzdem, dann kippt das Spiel.

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          Trainer Marco Rose eilte nach dem Schlusspfiff zum Schiedsrichter, und auch Mats Hummels hatte noch einmal Redebedarf. Der Ärger war groß beim BVB, nachdem eine fragwürdige Rote Karte für Abwehrchef Hummels die Schwarz-Gelben um eine erfolgreiche Revanche gegen Ajax Amsterdam gebracht hat.

          Die Borussia musste gegen den niederländischen Meister am Mittwoch beim 1:3 (1:0) den nächsten Rückschlag hinnehmen. Am 24. November müssen die Dortmunder somit in ein "Endspiel" bei Sporting Lissabon um den Achtelfinaleinzug in der Champions League.

          „Ich habe keine Ahnung, wie man Rot geben kann. Wie man als Schiedsrichter auf Champions-League-Niveau auf die Idee kommen kann, Rot zu geben“, sagte Hummels beim Streamingdienst DAZN und fügte hinzu: „Ich bin direkt auf dem Platz geblieben. Als er bei der Roten Karte geblieben ist, war ich ungläubig. Das war eine absurde Fehlentscheidung.“

          Champions League

          „Wir haben alles auf dem Platz gelassen“, sagte Marco Reus nach der Partie bei DAZN: „Die Gegentore waren ärgerlich, die ersten beiden entstanden aus komplett derselben Situation.“ Hummels Platzverweis konnte auch der 32-Jährige nicht nachvollziehen: „Das war keine Rote Karte.“

          Kampfstark, leidenschaftlich, zeitweise hitzköpfig - der BVB zeigte vor 54.820 Zuschauern in elektrisierender Atmosphäre alles, was er beim 0:4 in Amsterdam vor zwei Wochen hatte vermissen lassen. Marco Reus (37.) brachte den Pokalsieger mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis auch in Führung - der Pfiff war ebenso fragwürdig wie kurz zuvor Hummels“ Platzverweis wegen groben Foulspiels (29.). Dusan Tadic (72.), der frühere Frankfurter Sebastien Haller (83.) und Davy Klaassen (90. + 3) drehten das Spiel für in Überzahl deutlich überlegene Gäste.

          Haaland guckt zu, Tigges stürmt

          Erling Haaland saß mit schwarzer Pudelmütze in der VIP-Loge, am Mittelpunkt stand ein unwahrscheinlicher Vertreter zum Anstoß bereit: Steffen Tigges, vor kurzem noch Drittliga-Stürmer in der Dortmunder U23, durfte als Spitze ran - nicht Stareinkauf Donyell Malen, nicht Reus, nicht Thorgan Hazard.

          Die Vorführung in Amsterdam hatte Trainer Marco Rose gewurmt und geärgert, „ein ganz anderes Gesicht“ sollte nun zu sehen sein. Der BVB bemühte sich tatsächlich intensiv um Ballbesitz und das Ausstrahlen von Dominanz, der nicht nur kämpferisch herausragende Jude Bellingham hätte nach einem Ausflug des Torhüters Remko Pasveer ins leere Tor köpfen müssen (8.). Der Ball flog vorbei.

          Ajax, im Hinspiel eine Leistungsschau in modernem Tempofußball, ließ sich hinten reindrängen und wankte. Rose hatte sich mit Frank Wormuth ausgetauscht, Trainer von Heracles Almelo: Dem war gegen Ajax in der Liga ein überraschendes 0:0 gelungen - er empfahl unter anderem rigorose körperliche Härte. Für die Grätsche von Hummels gegen Antony jedoch wäre Gelb statt Rot angemessen gewesen.

          Reus verwandelt den Elfmeter zur Führung.
          Reus verwandelt den Elfmeter zur Führung. : Bild: Reuters

          Ajax schüttelte sich nach einer schwachen Anfangsphase und wurde aktiver. Daley Blind und Antony fanden auf den Außenpositionen Tiefe, BVB-Torwart Gregor Kobel musste erstmals fliegen (22.). Auf der anderen Seite tauchte Pasveer bei einem Reus-Schuss blitzschnell ab (25.).

          Das Spiel war attraktiv und offensiv - aber diesmal nicht einseitig. Es änderte sich jedoch die Statik: Marin Pongracic kam für Hazard, um die durch den Feldverweis dezimierte Viererkette wieder zu schließen. Vor dem Elfmeter dann sah der englische Schiedsrichter Michael Oliver sich die Bilder eines vermeintlichen Foulspiels an Bellingham immerhin diesmal selbst an.

          Ajax reagierte wütend, mit Großchancen von Lisandro Martinez (44.) und Steven Berghuis (45.+2). Dem BVB gelang es zwar nach der Pause einige Minuten lang gut, den Ball von seinem Tor fernzuhalten. Amsterdam zog die Schlinge jedoch enger und enger, es wurde ein kraftraubender Dortmunder Kampf am eigenen Strafraum. Jeder Ballgewinn wurde vom Publikum stürmisch gefeiert, die Profis warfen sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Schüsse. Dann ging ihnen die Kraft aus.

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