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Deutsches Europapokal-Hoch : Bonus-Siege für Löw

Aus den Spielern, die Joachim Löw zur Verfügung stehen, ließe sich bei der EM viel machen. Bild: dpa

Die Diskrepanz zwischen dem Hoch der Liga im Europapokal und dem Tief der DFB-Elf fällt auf. Dabei spielen viele Nationalspieler regelmäßig in der Champions League. Aus diesen Möglichkeiten ließe sich bei der EM viel machen.

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          Auch wenn man es kaum glauben mag: Zum Jahresende 2020 gibt es auch gute Nachrichten im deutschen Fußball. Zum ersten Mal seit der Saison 2014/15 haben alle vier Bundesligaklubs das Achtelfinale in der Champions League, das an diesem Montag (12.00 Uhr) ausgelost wird, erreicht, dazu beide deutschen Teilnehmer die K.-o.-Runde in der Europa League: ein Topergebnis.

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          Damals war in Deutschland noch von der Weltmeister-Liga die Rede. Die Erfolge der Bundesligaklubs und der Nationalelf wurden in einem Atemzug genannt. Zu dieser Erzählung, wonach eine starke Liga die Basis einer starken Nationalelf sei, gehörte auch das Finale der Champions League 2013 zwischen dem FC Bayern und Dortmund – auch wenn damals schon die Stars Lewandowski, Robben und Ribéry nicht für Deutschland spielen durften.

          Heute jedoch fällt die Diskrepanz zwischen dem Hoch der Liga und dem Tief der Nationalelf ins Auge. Die sucht im dritten Jahr nach Anschluss an die Weltspitze und hat sich mit einem 0:6 gegen Spanien ins EM-Jahr verabschiedet. Flick, der als Bayern-Trainer und Löws Assistent beim WM-Sieg beide Seiten so gut wie kaum ein anderer Fußballlehrer kennt, lobt den Aufschwung der Klubs ohne Wenn und Aber: „Man kann sagen, dass wir in Deutschland und der Bundesliga enorm an Qualität dazugewonnen haben.“ Und dass diese guten Auftritte hilfreich für Löw sein könnten. Doch als Nationaltrainer sei man selbstverständlich darauf angewiesen, so Flick, wie viele deutsche Spieler tatsächlich zum Einsatz kämen.

          Das lässt sich leicht herausfinden. Die Bayern stellen sechs Stammspieler für die Nationalelf (Neuer, Süle, Kimmich, Goretzka, Gnabry und Sané) – Müller und Boateng könnte man sich dazudenken. In Leipzig gehören Halstenberg und Klostermann, wenn sie gesund sind, zum Stammpersonal. In Mönchengladbach Ginter und Neuhaus. In Dortmund die derzeit schwächelnden Brandt und Reus – dort kann man sich Hummels dazudenken.

          Und bei den anderen europäischen Klubs, die ebenfalls das Achtelfinale erreicht haben, gehören Kroos (Real Madrid), Gündogan (Manchester City), ter Stegen (Barcelona) sowie Werner und Havertz (Chelsea) zu den Stammkräften – was man über Rüdiger (Chelsea) sowie Kehrer und Draxler (Paris) nicht sagen kann. Aber auch ohne dieses Trio kommt man auf 15, 16, 17 Nationalspieler, die regelmäßig in der Königsklasse spielen. Dazu die drei Weltmeister im Wartestand. Aus diesen Möglichkeiten ließe sich bei der EM viel machen, so viel ist sicher. Mehr allerdings auch nicht in diesen trüben Tagen rund um die Nationalelf.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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