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1:1 gegen Juventus : Gladbach scheitert an Buffon – und scheidet aus

  • -Aktualisiert am

An ihm kommt fast keiner vorbei: Juve-Torwart Gianluigi Buffon. Bild: dpa

Am Ende zu wenig: Das Unentschieden gegen Turin ist für die Borussia aller Ehren wert – doch ins Achtelfinale der Königsklasse kann das Team von Trainer Schubert nicht mehr einziehen. Auch die Rote Karte gegen Juve-Spieler Hernanes hilft nicht.

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          Italienische Medien hatten Andre Schubert jüngst als Zauberer bezeichnet. Sie spielten auf die Siegesserie des Übergangstrainers an, unter dessen Regie Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga sechs Siege aneinandergereiht und dazu gegen Schalke das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht hatte. Schubert sieht sich allerdings nicht als „Zauberer wie Harry Potter“. Er habe keine große Narbe auf der Stirn, besitze keinen Zauberstab und sage keine Zaubersprüche auf, sagt der Fußball-Lehrer. Dafür habe Gladbach „ein paar Zauberer auf dem Platz“.

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          Wieder hat der Top-Torhüter seinen Fuß dazwischen. Diesmal scheitert Gladbachs Stindl :

          In der Champions League aber sind die Borussen allenfalls Zauberlehrlinge. Sie blieben auch im vierten Gruppenspiel ohne Sieg. Gegen Juventus Turin hatte Gladbach zwar fast vierzig Minuten lang den Vorteil, in Überzahl zu spielen, kam trotz der Roten Karte gegen Mittelfeldspieler Hernanes (53.) aber nur zu einem 1:1. Vor 46.000 Zuschauern im Borussia-Park hatte Fabian Johnson die Rheinländer in Führung geschossen, der italienische Meister kam dank Stephan Lichtsteiner jedoch zum Ausgleich (44.) und verteidigte das Unentschieden mit einer soliden Defensivleistung. Als aktueller Gruppenletzter hat Gladbach keine Möglichkeit mehr, das Achtelfinale in der europäischen Königsklasse zu erreichen.

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          Interaktives Spiel : Das große Champions-League-Quartett

          Vor dem Anpfiff hatten die Gladbacher Fans es Konfetti in den Vereinsfarben Grün, Weiß und Schwarz regnen lassen. Die Anhänger aus Turin antworteten mit verbotener Pyrotechnik. Aber auch auf dem Rasen ging es von Anfang an bunt zu, nicht nur weil die alte Dame „Juve“ in rosefarbenen Trikots auflief. In den ersten Minuten versuchte sich der italienische Meister mit forschen Vorstößen Respekt zu verschaffen. Aber die Heimelf ließ sich nicht einschüchtern, sondern ergriff alsbald die Initiative. Wie von Schubert angekündigt, verteidigten die Borussen hoch, attackierten früh und machten sich zielstrebig auf den Weg in Richtung des gegnerischen Strafraums.

          Wie ernst sie es meinten, wurde allmählich auch im Abschluss deutlich, so etwa bei einem Schuss des jungen Mittelfeldspielers Mahmoud Dahoud, der nach knapp einer Viertelstunde die Latte traf. Ein paar Minuten später machten die Gladbacher sich einen Abwehrfehler zu Nutze. Als Chiellinis Querschläger bei Raffael landete, leitete der Brasilianer den Ball mit Übersicht zu Johnson; der Mittelfeldspieler ließ Torhüter Buffon keine Chance. Traore, Nordtveit, Xhaka und Stindl verliehen dem Gladbacher Siegeswillen mit gefährlichen Distanzschüssen weiter Ausdruck, verfehlten aber knapp das Ziel oder scheiterten an Buffon.

          Die Italiener, die ohne den verletzten Sami Khedira auskommen mussten, ließen den Gladbacher Ansturm über sich ergehen, meldeten sich gegen Ende der ersten Hälfte aber zurück und brachten die Erfahrung von mehr als 380 Champions-League-Spielen zur Geltung, die die Spieler aus der Startelf insgesamt aufzuweisen hatten. Evras Kopfball konnte Borussen-Torwart Yann Sommer mit viel Geschick noch parieren, kurz vor dem Halbzeitpfiff vermochte er gegen Lichtsteiners Schuss nach famoser Vorarbeit von Paul Pogba jedoch nichts mehr auszurichten.

          Der Ausgleich beflügelte Juventus. Die Turiner kamen mit Elan aus der Kabine, und Pogba verpasste nur knapp den Führungstreffer. Dann stoppten sie ihren Sturm und Drang aber selbst. Hernanes hatte sich den Ball zu weit vorgelegt, versuchte ihn mit viel Risiko zurückzugewinnen und traf dabei den Gladbacher Verteidiger so hart, dass der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers einen Platzverweis für angemessen hielt.

          Prompt verlagerte sich das Spielgeschehen wieder in die Spielhälfte der Turiner, die nun vor allem das machten, was italienische Mannschaften nicht nur dem Klischee nach am besten können: konzentriert verteidigen. Die Gladbacher bauten Druck auf, brauchten aber Geduld, um so gefährlich zum Abschluss zu kommen wie Stindl bei einem Kopfball, den Buffon mit dem Fuß bravourös abwehrte. Hazard vergab kurz vor Schluss die letzte große Chance zum Siegtreffer. So wurde es kein zauberhafter Abend mehr für die Borussia.

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