https://www.faz.net/-gtm-9h21h

0:0 gegen Brügge : Dortmund kommt einfach nicht in Fahrt

  • -Aktualisiert am

Axel Witsel und dem BVB gelangen diesmal nur ein torloses Remis. Bild: dpa

Der BVB kann auch torlos. Beim 0:0 gegen Brügge klappt bei schwergängigen Dortmundern wenig in der Offensive. Platz eins muss die Borussia verlassen. Eine gute Nachricht gibt es aber dennoch.

          3 Min.

          Das erste Etappenziel in der Champions League hat Borussia Dortmund erreicht – wenn auch mit einem reichlich unauffälligen Auftritt. Den einen Punkt, der zum Erreichen des Achtelfinales noch fehlte, holte sich der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga ohne ein einziges Tor zu schießen. Beim 0:0 gegen den belgischen Meister FC Brügge, eine Saisonneuheit bei einem BVB-Heimspiel, scheuten beide Teams das große Risiko und verdienten sich damit den Mindestlohn am Mittwochabend. Dortmund aber verlor die Tabellenspitze an Atlético Madrid und muss nach Lage der Dinge damit rechnen, im Februar zuerst daheim und im Rückspiel auswärts anzutreten; Brügge sicherte sich mit dem Remis als Dritter der Gruppe A den Trostpreis, das Weitermachen in der Europa League vom kommenden Jahr an. „Natürlich freuen wir uns über das Achtelfinale. Ein Ziel ist erreicht. Es war ein schweres Spiel für uns. Es ist eng, es ist die Champions League. Brügge hat beispielsweise 4:0 in Monaco gewonnen“, sagte Dortmunds Trainer Lucien Favre und Verteidiger Manuel Akanji ergänzte: „Die Entschlossenheit hat gefehlt. Letztendlich ist das Weiterkommen das Wichtigste.“

          Champions League

          Wer in einem hochwertigen Kader aus 29 Spielern die freie Auswahl hat und außer Marcel Schmelzer keinen einzigen verletzten Profi in seinen Reihen entbehrt, kann auch zwischen einem wichtigen Bundesligaspiel wie dem am vergangenen Samstag in Mainz und einem bedeutenden Champions-League-Duell wie dem gegen Brügge fünf Veränderungen vornehmen, ohne einen größeren qualitativen Abfall befürchten zu müssen. Trainer Favre ließ diesmal Diallo, Dahoud, Pulisic, Guerreiro und den Schützenkönig Alcácer von vornherein ran; dafür bekamen die beim 2:1 gegen die gegen den 1. FSV eingesetzten Hakimi, Delaney, Sancho, Bruun Larsen und Götze eine kurze schöpferische Pause verordnet.

          Ergebnisse, Termine, Auslosung: Spielplan der Champions League

          Das wirkte sich auf das Spiel der in der heimischen Liga noch unbesiegten Westfalen allerdings nicht auf Anhieb belebend aus. Da sich der belgische Meister und derzeitige Tabellendritte seiner Liga tief in der eigenen Hälfte verschanzte, erlebten die Zuschauer in der ersten Hälfte ein Geduldsspiel, bei dem sich die verteidigende Mannschaft nur zwei Blößen gab, die der BVB aber nicht nutzen konnte. Pulisic plazierte einen Schuss aus aussichtsreicher Position zu ungenau, so dass Torhüter Horvath einigermaßen mühelos parieren konnte (10.). Reus vergab nach rund einer halben Stunde die bis dahin größte Dortmunder Gelegenheit, als er nach Alcácers Kopfballvorlage freie Bahn hatte und den Ball um Zentimeter am Pfosten vorbeisetzte.

          Dazwischen störten die Belgier auch kleinste Ansätze von Spielfluss in den Borussen-Kombinationen. Die Schwarz-Gelben liefen sich in der ersten Hälfte in dem Bemühen fest, die eine, kleine Lücke in den zwei belgischen Viererketten vor dem eigenen Tor zu finden. Brügge, als Tabellendritter der Gruppe A auf Europa-League-Kurs, beschränkte sich im ersten Spielabschnitt auf eine konzentrierte Abwehrleistung. Die wenigen Konterversuche wirkten 45 Minuten lang nicht die Spur einschüchternd.

          Buntes Treiben: Dortmund und Brügge lieferten sich ein farbiges Duell.

          Die Stimmung unter den BVB-Fans hellte sich nach dem Wechsel ein wenig auf, weil die Dortmunder nun schneller als zuvor ans Ziel kommen wollten und auch Brügge ab und zu den Anschein erweckte, mit Gelegenheitsattacken sein Glück zu suchen. Insgesamt aber erinnerte die zähe Begegnung über weite Strecken an den mühsamen 1:0-Sieg der Westfalen im Hinspiel. Die Chancen blieben rar und besaßen auch nicht die Qualität, wenigstens so etwas wie flüchtige Begeisterung hervorzurufen. Zeit zum Wechseln also.Auch Favre war das Spiel wohl zu langweilig geworden. Deshalb schickte er den frechen Engländer Sancho in der Hoffnung auf den Platz, die Belgier ein wenig aufzumischen (73.). Für ihn musste der unauffällige Guerreiro weichen. Ehe Sancho aber auch nur etwas zaubern konnte, besaßen die Brügger ihre erste veritable Gelegenheit, als Bonaventure, Nutznießer der sich häufenden Dortmunder Unachtsamkeiten in der Defensive, knapp am Tor vorbeischoss (74.).

          In der Abteilung Attacke des BVB wartete Paco Alcácer, der seine Treffer vorzugsweise als eingewechselter Stürmer erzielt hat, weiter auf den einen befreienden Moment. Als Angreifer von der ersten Minute an fehlen ihm noch die durchschlagenden Erfolgsmomente. Das Spiel am Mittwoch war von vornherein zu tiefgefroren, auf dass der Spanier hätte auftauen können. Die so häufig begeisternde Spielfreude der Mannschaft von Lucien Favre ließen die Belgier nur in homöopathischen Dosen zu. Am Ende durchwehte die Angriffsversuche der Dortmunder kei Hauch von Esprit mehr. Auch Sancho und der danach eingewechselte Hakimi brachten keinen neuen Schwung in die BVB-Offensive.

          Schwergängige Tage wie diese kannten die Dortmunder Fans gar nicht mehr, doch auch solche Auftritte gehören zum Arbeitsprotokoll einer langen Saison, in der selbst die flottesten Mannschaften gelegentlich nicht in Fahrt kommen. „Es war ein zähes Spiel, kein gutes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen, danach wurde es schwieriger, Lücken zu finden. Wir haben es individuell nicht gut gemacht. Primär war aber der Einzug ins Achtelfinale“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Test für Reiserückkehrer im rheinland-pfälzischen Bitburg

          Kritik an Risikogebieten : Zahl der Neuinfizierten abermals über 1000

          Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt weiter vierstellig. Zugleich übt der Deutsche Hausärzteverband Kritik an pauschalen Risikogebieten. „Wahnwitzig“ sei auch, dass Ärzte Hotelbuchungen von Reiserückkehrern kontrollieren sollen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.