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Champions League gegen Real : Die neuen Kleider stehen dem BVB gut

Wenn’s läuft, dann läuft’s: Die Borussia eilt derzeit von Sieg zu Sieg Bild: Reuters

Der BVB hat den Umbruch gut gemeistert. Während halb Spanien vor der Dortmunder „Dampfwalze“ warnt, ist die Borussia bereit für das Gipfeltreffen mit Madrid. Doch eine Sache muss vor allem Trainer Tuchel beachten. Ein Kommentar.

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          Die Botschaft, die aus Deutschland herüberweht, ist in Spanien angekommen. „Diese Borussia ist eine Dampfwalze“, schreiben spanische Zeitungen und bereiten ihre Leser darauf vor, dass die Champions-League-Partie von Real Madrid an diesem Dienstag (20.45 Uhr / Live auf Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) ein schwerer Gang werden könnte. In Dortmund brodelt es, auch wegen der Erinnerung an jenen Tag im April 2013, als nach der Verkündung des Götze-Transfers ebendieses Real Madrid in einer der bemerkenswertesten Dortmunder Europapokalnächte beim 4:1 in seine Einzelteile zerlegt worden war.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          In den drei Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich die Borussia quasi neu erfinden müssen. Mit Jürgen Klopp ging nicht nur der Trainer, der eine Ära geprägt hatte, sondern einer, der auch das Gesicht des Vereins geworden war und dem Marketingmotto „Echte Liebe“ Leben eingehaucht hatte. Götze ging (und kam in diesem Sommer wieder), Lewandowski folgte, dann die Transfers von Hummels und Gündogan, die ebenfalls Teil dieser Mannschaft waren, mit der Dortmund märchenhafte Geschichte geschrieben hatte.

          Neues BVB-Gesicht

          Und nun dieser Cut im Sommer, nachdem mit Mchitarjan auch noch ein hochbegabter Akteur der jüngeren Vergangenheit den Verein verlassen hatte. Der BVB nahm viel Geld ein, kündigte an, es gleich wieder zu investieren – was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass sofort wieder der Erfolg eingekauft werden kann. Aber, so viel kann man nach fünf Bundesligaspielen schon mal festhalten, alles, was der BVB in diesem Sommer an Transfers getätigt hat, passt. Die Mannschaft hat ein neues Gesicht, trägt quasi komplett neue Kleider, und sie stehen ihr gut.

          So ein radikaler Umbau klappt selten auf Anhieb - und dazu fehlt mit dem verletzten Marco Reus noch der vermeintlich größte Star des Teams. Hauptverantwortlicher für diesen Erfolg ist Thomas Tuchel – Klopps Nachfolger hat die Borussia im vergangenen Jahr stabilisiert und sie nun ganz nach seinen Vorstellungen erfolgreich umgebaut.

          Vieles, was da in Dortmund gerade passiert, weist Parallelen zum Beginn der Klopp-Ära auf. Nicht nur, weil Tuchel ebenfalls aus Mainz kam. Auch Klopp stoppte damals im ersten Jahr den Abwärtstrend, krempelte dann vieles um und machte auch vor Publikumslieblingen nicht halt und ersetzte sie, vornehmlich mit Talenten oder bezahlbaren jungen Spielern – die Borussia war in jenen Tagen nicht auf Rosen gebettet. Dass Tuchel nun rund 110 Millionen Euro ausgeben konnte, ist der Entwicklung geschuldet, die in Dortmund und auf dem Transfermarkt danach eingesetzt hat.

          Für Jakub Blaszczykowski, einen solchen Publikumsliebling, hatte Tuchel keine Verwendung mehr – warum er nun suggeriert, „Kuba“ habe den Konkurrenzkampf beim BVB gescheut, ist nicht nur dem Polen ein Rätsel. Die BVB-Fans hatten da zuletzt in Wolfsburg mehr Feingefühl – sie gaben dem Polen den Abschied, den er sich verdient hatte. Beim BVB spielen neben Erfolgen auch Gefühle eine Rolle, das sollte Tuchel wissen.

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