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3:0 in Piräus : Bayern München sorgt spät für klare Verhältnisse

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Spät eingewechselt, schnell getroffen: Mario Götze entscheidet das Spiel in Piräus für seine Bayern Bild: AP

Bayern München sichert sich die ersten drei Punkte in der Champions League: In Griechenland kommt der deutsche Meister erst etwas später in Schwung. Ein Polizeieinsatz gegen Bayern-Fans sorgt für Missstimmung.

          Im gefürchteten Stadion von Olympiakos Piräus hat der FC Bayern München dank Torgarant Thomas Müller und Joker Mario Götze die Tradition seiner Auftaktsiege in der Champions League souverän fortgesetzt. Der deutsche Fußballmeister gewann sein 200. Spiel in der Königsklasse am Mittwochabend in Griechenland hochverdient mit 3:0 (0:0). Der lange unglücklich agierende Weltmeister Müller mit einer kurios anmutenden Bogenlampe (52.) und einem Foulelfmeter (90.+2) sowie der eingewechselte Götze (89.) sorgten für die Treffer.

          Damit wurde das Team von Trainer Pep Guardiola seiner Favoritenrolle mit dem zwölften Auftaktsieg in Serie vollauf gerecht. Im nächsten Spiel gegen Dinamo Zagreb, das gegen den FC Arsenal mit einem Sieg in den Wettbewerb startete, können die Münchner schon die Weichen in Richtung Achtelfinale stellen. „Die Leute in Deutschland denken immer, dass für Bayern München alles einfach ist in der Champions League. Aber es ist immer schwer. Gratulation an meine Spieler, wir haben wahnsinnig gut gespielt, keine Torchance zugelassen“, sagte Trainer Pep Guardiola.

          Natürlich Müller

          Und natürlich war es Müller, der den Führungstreffer erzielte. Fast von der Außenlinie überlistete er den spanischen Keeper Roberto mit einer missglückten Flanke. „Ich muss ehrlich sein. Der ist mir abgerutscht“, sagte Müller nach dem Spiel. Für den Weltmeister waren es bereits der zehnte und elfte Treffer im siebten Pflichtspiel seit dem Bundesliga-Auftakt.

          Der Wegbereiter des Sieges: Thomas Müller wird seinem Ruf gerecht Bilderstrecke

          Der deutsche Meister ging bei der aufgeheizten Atmosphäre vor rund 33.000 Zuschauern im ausverkauften Karaiskakis-Stadion - schon vor dem Anpfiff hatte es unschöne Szenen bei einem Polizeieinsatz im Bayern-Block gegeben - konzentriert zu Werke. Abgeklärt und mit hohen Ballbesitz-Anteilen dominierten und kontrollierten die Münchner das Spiel.

          Suche nach der Lücke

          Die Suche nach der Lücke im dichten Defensivverbund des griechischen Rekordmeisters gestaltete sich aber mitunter sehr schwierig. Denn Piräus zeigte großen Respekt, zog sich weit zurück und setzte nur auf einige wenige Konter. Eine Taktik, die in der 20. Minute fast sogar zum Erfolg führte: Nach einer abgefälschten Flanke von Pardo kam Brown Ideye frei zum Kopfball, doch die Aktion war eher eine Rückgabe zu Manuel Neuer, der zum 50. Mal in der Königsklasse spielte. Danach lief die Partie aber weiter in Richtung Olympiakos-Tor.

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          Und mit zunehmender Spieldauer wurden die Aktionen auch zwingender. So hatte Robert Lewandowski nach Freistoß von Xabi Alonso die große Chance zur Bayern-Führung, als sein Kopfball erst auf der Torlinie von Ideye geklärt wurde (26.). Ein unplatzierter Schuss von Douglas Costa in die Arme von Piräus-Keeper Roberto (34.) und eine weitere Chance von Lewandowski (35.) blieben ebenso erfolglos wie ein Distanzschuss von Xabi Alonso kurz vor der Pause (43.).

          Götze von der Bank

          Alonso war beim Vorjahres-Halbfinalisten Dreh- und Angelpunkt im Spiel. Umsichtig verteilte der Routinier die Bälle und war im Mittelfeld sehr präsent. Dort hatte Mario Götze wieder keinen Platz gefunden. Der WM-Held, der am Wochenende gesundheitlich angeschlagen war, musste mit der Reservistenrolle vorliebnehmen. „Ich will das Beste für Mario. Die Saison ist lang, er wird seine Qualität noch zeigen“, sagte Guardiola. Ohnehin hatte Guardiola im Vergleich zum Augsburg-Spiel (2:1) nur eine Änderung vorgenommen: Für Rafinha rückte Juan Bernat in die Startelf.

          Gleiches Bild auch im zweiten Durchgang: Bayern drückte und hatte mit Distanzschüssen weitere Chancen. Schließlich war es Müller, der die griechischen Fans verstummen ließ. Der Torgarant hätte kurz darauf sogar mit einer Doppelchance noch erhöhen können (67.). Aber auch auf der Gegenseite musste Neuer bei einem Schuss von Ideye mal seine Klasse zeigen (56.). Unschöne Szenen hatte es vor dem Spiel im Münchner-Fanblock gegeben. Nach Provokationen der Bayern-Fans waren die Polizisten unverhältnismäßig hart mit Schlagstöcken vorgegangen. Dabei sind offenbar einige Anhänger verletzt worden, wie Videoaufnahmen aus dem Innenraum zeigten. Die Begegnung war ohnehin als Hochrisikospiel eingestuft worden.

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