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2:0 gegen AEK : Bayern München nähert sich glanzlos dem Achtelfinale

Wenigstens einer kann lachen: Robert Lewandowski trifft doppelt. Bild: dpa

Robert Lewandowski hält Bayern München mit zwei Toren auf Kurs Richtung Achtelfinale. Gegen AEK Athen hat der deutsche Meister aber weiter große Mühe mit dem eigenen Spiel.

          Den ersten Sieg gegen Schwarz-Gelb haben die Bayern diese Woche im Kasten. Allerdings ist er am Mittwochabend nicht gegen den überlegenen Tabellenführer der Bundesliga gelungen, Borussia Dortmund, bei dem die Bayern erst am Samstag antreten müssen, sondern gegen den abgeschlagenen, punktlosen Letzten der Champions-League-Gruppe E, AEK Athen. Eine spielerische Offenbarung war das 2:0 gegen den griechischen Meister durch zwei Tore von Robert Lewandowski in der 31. und 71. Minute nicht. Aber immerhin brachte es vor 70.000 Zuschauern im ausverkauften Münchner Stadion ein Ende der Negativserie von vier Heimspielen ohne Sieg, wie es sie davor zuletzt vor 17 Jahren gegeben hatte.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          „Wir haben einen guten Schritt nach vorne gemacht. Wir haben das Spiel in den entscheidenen Momenten unter Kontrolle gehabt. Wir wissen aber, dass wir es noch besser können. Ein Sieg ist für das Selbstvertrauen sehr wichtig", sagte Lewandowski bei Sky.

          Champions League
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          Außerdem gelang endlich wieder mal ein Spiel ohne Gegentor. Dabei wäre nur fünf Minuten nach Anpfiff Manuel Neuers eigenartige Negativserie aus der Bundesliga, wo er die letzten acht Schüsse auf sein Tor in fünf Partien seit Ende September allesamt passieren lassen musste, auch in der Champions League weitergegangen. Bei der ersten Ecke ließ die Bayern-Abwehr Vasilis Lampropoulos völlig ungedeckt. Doch zum Glück des ohnmächtig die Aktion verfolgenden Neuer verfehlte der Grieche das lange Eck knapp. Zwei Minuten später brachte Joshua Kimmich, nach dem misslungenen Experiment beim 1:1 gegen den SC Freiburg von der Position im defensiven Mittelfeld wieder auf die rechte Abwehrseite zurückgekehrt, eine präzise Flanke auf Leon Goretzka, der in zentraler Position aus zwölf Metern einen gekonnten Kopfball Richtung Torwinkel schickte. Doch die Distanz war etwas zu groß, um Torwart Vassilis Barkas zu überwinden - er lenkte den Ball im Flug so gerade noch über die Latte.

          Das war ein flotter Beginn und blieb doch ein Strohfeuer. „Begeisternd“ und „mitreißend“ wollte man gegen Athen spielen und „den Schwung dann nach Dortmund mitnehmen“, hatte Thomas Müller angekündigt, der wie Franck Ribéry von der Bank wieder in die Startformation zurückgekehrt war. Doch von Schwung war eine halbe Stunde lang nichts zu sehen. Irgendwann hatte Kimmich die Trägheit der Offensivkollegen so satt, dass er den Ball, laut schimpfend über die mangelnden Anspielmöglichkeiten, in die eigene Hälfte zurückspielte.

          Der Zufall hilft

          Erst nach einer knappen halben Stunde ergab sich eher zufällig eine Schussgelegenheit für Ribéry, dessen Abschluss geblockt wurde. Die daraus folgende Ecke brachte Kimmich sie hoch an den langen Pfosten, wo Müller mit einem Volley das Tor verfehlte. Der slowenische Schiedsrichter Matej Jug gab das Zeichen zum Abstoß. Doch dann bekam er ein Signal von seinem Torrichter, dass Lewandowski, der zu Boden gegangen war, von seinem Gegenspieler Uros Cosic gehalten worden sei. Jug pfiff demzufolge Elfmeter - ein Glück für die Bayern, denn Lewandowski war weit außer Reichweite des Balles, die Aktion von Cosic also unsinnig, und überdies wird ein derartiges Halten im Strafraumgetümmel bei Standards nur höchst selten gepfiffen. Lewandowski nutzte die Gunst der halben Stunde und verwandelte zum 1:0.

          Fünf Minuten nach der Führung verpasste Müller nach der einzigen sehenswerten Kombination der ersten Hälfte das 2:0. Lewandowski hatte ein langes Zuspiel von Jerome Boateng gekonnt auf den Angriffskollegen quergelegt, doch dessen Schuss wurde zur Ecke abgelenkt.

          Mit langem Bein: Robert Lewandowski lenkt den Ball zum 2:0 ins Netz. Bilderstrecke

          Auch nach der Pause tat der deutsche Meister sich zunächst schwer, zur seit Wochen vermissten spielerischen Klasse zurückzufinden, zeigte aber genug, um den Fünften der griechischen Liga unter Kontrolle zu behalten. Torwart Barkas stand nun öfter im Mittelpunkt, er lenkte einen Direktschuss von Goretzka über das Tor (54.) und bestand auch im Eins-zu-eins-Duell mit Lewandowski (60.) und Serge Gnabry (73.). Doch bei der siebten Bayern-Ecke, von einem griechischen Kopf an den hinteren Pfosten verlängert und dort vom rasch reagierenden Lewandowski zum 2:0 über die Linie gelenkt, war er machtlos.

          Dieses Tor machte die zuletzt oft verkrampften Bayern deutlich lockerer. Sie erfreuten sich in der Schlussphase an ihrer ansatzweise wiedererwachenden Spielfreude und spielten munter auf ein drittes Tor. Beinahe hätte es ihnen Verteidiger Michalis Bakakis mit einem Kopfball an die Latte des eigenen Tores geschenkt. Doch mehr schwarz-gelbe Präsente werden die Bayern diese Woche wohl nicht mehr erwarten dürfen.

          „Wir haben verdient gewonnen und nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit hätten wir uns belohnen und noch zwei, drei Tore schießen müssen. Das war kein Feuerwerk, aber das war auch nicht zu erwarten“, sagte Trainer Kovac. „Es ist im Moment nicht die Leichtigkeit da, wir müssen uns das sehr hart erarbeiten. Gegen Dortmund müssen wir uns sicherlich noch steigern, aber das wird ein ganz anderes Spiel. Dortmund spielt auch nach vorne."

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