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3:0 für Bayern : Stern des Südens besiegt Roter Stern

  • -Aktualisiert am

Der Torjäger vom Dienst gratuliert dem Torschützen des Tages: Robert Lewandowski und Kingsley Coman (rechts) sichern Bayern mit ihren Toren den Sieg. Bild: EPA

Bayern München startet erfolgreich in die Champions-League-Saison: Gegen Roter Stern Belgrad sichern Coman und Lewandowski den Heimsieg.

          3 Min.

          Bayern München ist mit dem erwarteten Pflichtsieg in die Champions League gestartet. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac bezwang den serbischen Meister Roter Stern Belgrad am Mittwochabend in der Münchner Arena 3:0. Das Ergebnis, das Coman (34. Minute), Lewandowski (80.) und Müller in der Nachspielzeit heraus schossen, drückt nicht die Überlegenheit des FC Bayern aus. Perisic traf noch die Latte und Lewandowski hatte weitere Gelegenheiten, seinen Torhunger zu stillen, doch diesmal stellte sich beim Polen nur ein kleines Sättigungsgefühl ein.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          „Wir hatten das ganze Spiel unter Kontrolle, haben nur zu wenig Tore geschossen", sagte Lewandowski bei Sky: "Ich freue mich sehr, dass ich getroffen habe und wir als Mannschaft gut gespielt haben."

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          Die Münchner spielten nach einer mäßigen Anfangsphase bis zur 70. Minute einen guten Kombinationsfußball. Angetrieben und angeleitet von ihrem dominanten Spielmacher Coutinho, der erstmals richtig andeutete, welchen Wert er für den deutsche Rekordmeister erlangen könnte. Nachdem Marin für Belgrad in der 78. Minute die Ausgleichschance vergab, sorgte kurz darauf Torjäger Lewandowski mit einer Energieleistung für angemessene Verhältnisse.

          „Bus im Strafraum“

          Der Beginn war noch ein bisschen holprig gewesen. Roter Stern machte das, was die Engländer „den Mannschaftsbus im Strafraum parken“ nennen, wenn sie eine besonders defensive Grundordnung beschreiben. Bis zu neun Spieler sammelten sich im eigenen Sechzehner, wenige Meter davor trabten der gebürtige Frankfurter Marin, im Bewegungsablauf Messi zum Verwechseln ähnlich, und Pawkow in Manier eines Riesen. Die Bayern bewegten sich gut in der qualvollen Enge, doch in den ersten 20 Minuten spielten sie die Pässe zu unpräzise, um dauerhaften Druck aufzubauen. Dafür gewannen sie den Ball im Gegenpressing fast schon nach Belieben, was wiederum eine gewisse Selbstsicherheit verlieh und eine Ballbesitzquote von 80 Prozent in der Anfangsphase mit sich brachte.

          Der auffälligste Akteur der ersten Halbzeit leitete mit einem Gewaltschuss in der 21. Minute die Wende zum Besseren ein. Coutinho wagte aus 18 Metern einen Drop-Kick, der Ball flitzte mit Tempo 100 um Zentimeter über die Latte. Zuvor schon hatte der brasilianische Spielmacher das Publikum mit seiner Ballfertigkeit und seinen Bogenlampen-Pässen begeistert. Nun wurde er zupackender und zielstrebiger. Wie ein echter Zehner forderte er von seinen Mitspielern den Ball und verteilte ihn nicht nur klug, sondern spielte ihn auch gefährlich in die Spitze und suchte immer wieder selbst den Abschluss. Dabei verfehlte er mehrmals nur knapp das Ziel, einmal stand dem Neuzugang vom FC Barcelona für einen Treffer nur der Schiedsrichter im Weg. Der schottische Unparteiische Madden erkannte das Tor allerdings wegen Abseits zurecht nicht an.

          Mal wieder auf deutschem Boden: Marko Marin (rechts) verliert als Kapitän mit Belgrad in München.

          Zu diesem Zeitpunkt stand es jedoch schon 1:0. Nachdem Perisic zweimal in aussichtsreicher Situation als Vollstrecker zulange gezögert hatte, tat er sich als Vorbereiter hervor. Der 30 Jahre alte Kroate setzte sich energisch am linken Flügel durch und dessen gefühlvolle wie präzise Flanke verwertete Coman mit einem sehenswerten Flugkopfball (34. Minute).

          Bis zur Pause hatten die München mehrfach die Gelegenheit zu erhöhen, Lewandowski hatte die beste, als er Torwart Borjan freistehend anschoss, doch wie schon in Leipzig haperte es mit der Effektivität.

          Diese Malaise setzte sich in der zweiten Halbzeit zunächst fort. Lewandowski schoss erst im Duell eins gegen eins Torwart Borjan an, dann traf Perisic nach einem Traumpass von Kimmich und traumhafter Ballannahme mit der Brust nur die Latte. Den Abpraller setzte Lewandowski per Seitfallzieher über das Tor. So blieb die einseitige Begegnung spannend, weil das 2:0 partout nicht fallen wollte und die Bayern-Abwehr bei den seltenen Umschaltsituationen, die Roter Stern kreierte, nicht sattelfest wirkte.

          Trainer Niko Kovac versuchte mit zwei Wechseln für Sicherheit zu sorgen. Mit Gnabry für Perisic sollte noch mehr Torgefahr entstehen, mit Martinez für Tolisso größere defensive Disziplin. Das funktionierte zunächst nicht, Belgrad wurde etwas frecher und hätte durch Marin (78.) fast das 1:1 erzielt. Doch dann entschied Lewandowski die Auseinandersetzung mit seinem Torinstinkt. Energisch nutzte er ein Zögern eines serbischen Verteidigers und dessen Torwarts und spitzelte den Ball ins Tor. Müllers 3:0 nach einem einstudierten Freistoß war dann ein durchaus sehenswerter Schlusspunkt.

          „Wir können sehr zufrieden sein. Wir haben drei Tore geschossen, das ist standesgemäß. Wir hätten noch mehr Tore machen können, vielleicht fehlte die letzte Konsequenz“, sagte Kovac.

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