https://www.faz.net/-gtm-99kpm

2:2 bei Real : Bayern München verpasst in Madrid das Tor zum Finale

Finale verpasst: Bayern München und James Rodriguez scheitern in Madrid Bild: AFP

Ein starker Auftritt im Estadio Santiago Bernabeu reicht nicht: Bayern München verpasst das Finale der Champions League. Ein Fehler von Torwart Ulreich unmittelbar nach Wiederanpfiff verursacht das Aus.

          Die „bestia negra“ lebe noch, hatte Giovane Elber kurz vor der Reise nach Madrid behauptet. Und tatsächlich, die in Spanien lang gefürchtete „schwarze Bestie“ aus Bayern, jener Angstgegner, der Real in neun Europapokalduellen bis 2012 fünf Mal eliminiert hatte, darunter einmal durch einen Dreißig-Meter-Schuss von Elber im Halbfinale in Madrid auf dem Weg zum Champions-League-Triumph 2001 – dieses Untier hat am Dienstag im Bernabéu-Stadion wieder seine Zähne gezeigt. Und wird sich trotzdem wohl noch lange fragen müssen, wie es diese Beute am Ende hat entkommen lassen. Am Ende eines dramatischen, hochklassigen Duells reichte dem FC Bayern ein 2:2 im Halbfinalrückspiel beim Titelverteidiger nach dem 1:2 im Hinspiel nicht fürs Erreichen des Champions-League-Finales am 26. Mai in Kiew. „Es tut extrem weh. Gefühlt waren wie die gefährlichere Mannschaft, aber Real hat weniger Fehler gemacht“, sagte Mats Hummels.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Joshua Kimmich hatte die Münchner bereits nach drei Minuten in Führung gebracht, dann drehte Karim Benzema mit zwei Toren (11./46.) die Partie, die nach dem Ausgleich durch James (63.) zu einem einzigen, aber erfolglosen Sturmlauf des deutschen Meisters wurde – der nun auch im fünften Jahr seit dem Triple 2013 gegen eine spanische Mannschaft ausgeschieden ist, zum dritten Mal gegen Real. Für Jupp Heynckes bedeutet es, dass er in der vierten und letzten Champions-League-Saison seiner großen Trainerkarriere erstmals nicht das Endspiel erreicht.

          Heynckes hatte sein Team sehr offensiv und mutig aufgestellt, mit dem kreativen Mittelfeld James und Thiago sowie dahinter mit Corentin Tolisso, der als defensiver Mittelfeldspieler anstelle von Javi Martinez auch die deutlich angriffslustigere Wahl darstellte. Von Beginn an wurde die Partie ein temporeiches Offensivspektakel, mit Torgefahr auf beiden Seiten, zuerst aber durch die vom Start weg im Vorwärtsgang auftretenden Bayern. Real war noch nicht einmal kontrolliert aus der eigenen Hälfte gekommen, da lag der Ball schon im eigenen Netz. Eine Hereingabe von rechts konnte der weit bis an den Fünfmeterraum vorgestoßene Tolisso im Dreikampf mit Ramos und Varane nicht kontrolliert erreichen, doch der Ball prallte vor die Füße von Kimmich, der aus acht Metern zum 0:1 traf. Wie sechs Tage zuvor in München war es wieder der Rechtsverteidiger, der den im Hinspiel so oft gehemmten Stürmern zeigte, wie es geht.

          Doch anders als im Viertelfinale gegen Juventus Turin, als die Madrilenen nach einem 3:0-Auswärtssieg ein rasches Gegentor kassierten und am Ende nur mit viel Glück das Aus abwendeten, reagierten sie diesmal bissig und drängten auf die sofortige Antwort. Sie gelang, als Mateo Kovacic einen langen, präzisen Diagonalball auf den linken Flügel schlug, wo Marcelo, zu spät von Kimmich gestört, flanken konnte und den Ball perfekt über Torwart Sven Ulreich hinweg auf Benzemas Kopf zum 1:1 servierte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erzielte das entscheidende Tor: Eintracht-Profi Sebastian Rode

          Frankfurt steht im Halbfinale : Die magische Nacht der Eintracht

          Mit einer furiosen Leistung hat Frankfurt doch noch das Halbfinale der Europa League erreicht. Nach der Hinspiel-Niederlage gelingt gegen Benfica Lissabon nun ein 2:0-Erfolg. Doch die Eintracht hat dabei auch großes Glück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.