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5:0 gegen Rostow : Die Bayern haben alles im Griff

  • -Aktualisiert am

Bild: reuters

Seine Pflichtaufgabe in der Champions League erledigt der FC Bayern souverän. Gegen den FC Rostow steht am Ende ein verdientes 5:0. Zum Torjäger wird derweil ein Münchner, für den diese Rolle neu ist.

          Es war noch keine Stunde gespielt, da gönnte sich Carlo Ancelotti eine kleine Pause und nahm kurz auf der Bank Platz. Dabei war sein erstes Champions-League-Spiel als Trainer des FC Bayern nicht besonders anstrengend, nicht für den Italiener am Spielfeldrand und am Ende auch nicht für die Mannschaft. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten traten die Münchner so auf, wie man es von einem Titelaspiranten erwarten darf und gewannen auch das 13. Auftaktspiel der Königsklasse in Serie.

          Dank der Tore von Robert Lewandowski (28.), Thomas Müller (45.), Joshua Kimmich (53./60.) und Juan Bernat (90.) stand es am Ende gegen den FK Rostow 5:0. Der russische Vertreter erwies sich in der mit 70.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena nur zu Beginn als konkurrenzfähig. Nach der Führung des deutschen Rekordmeisters war das erste Vorrundenspiel in der Gruppe sehr einseitig.

          Eine „kleine Rotation“

          Ancelotti hatte eine „kleine Rotation“ angekündigt, aber dann doch im Vergleich zum Auftritt beim FC Schalke 04 am vergangenen Freitag die Mannschaft auf vier Positionen verändert. Wie erwartet standen dieses Mal Kimmich für Xabi Alonso, Douglas Costa für Franck Ribéry und der wegen Reisestrapazen zuletzt geschonte Arturo Vidal für Renato Sanches in der Startelf. Etwas überraschend verzichtete der Bayern-Trainer auf Kapitän Philipp Lahm, stattdessen verteidigte Rafinha auf der rechten Seite.

          Die Wechsel hatten wohl weniger taktische Gründe, sondern vielmehr versucht Ancelotti in erster Linie, „die Spieler frisch zu halten“ bis zur nächsten Länderspielpause Anfang Oktober. In den drei Wochen haben die Bayern insgesamt sieben Spiele zu absolvieren. Und mit Ausnahme von Sanches, der bei seinem Debüt auf Schalke noch nicht überzeugen konnte, sind die auf die Bank rotierten Spieler allesamt über 30 Jahre alt.

          Der Champions-League-Debütant aus dem Süden Russlands kam mit der Empfehlung, in der Qualifikation Anderlecht und Ajax Amsterdam ausgeschaltet zu haben. Beide Teams gehören zwar nicht zur europäischen Spitzenklasse, aber sind immerhin häufig Gäste in der Königsklasse. Die Defensive, so hatten die Bayern nach den Videoanalysen festgestellt, ist das Prunkstück der Mannschaft. „Es ist sehr schwierig, gegen sie Lösungen zu finden“, sagte Ancelotti – und sah sich zu Beginn der Partie in seiner Meinung bestätigt.

          Die Russen, die die Meisterschaft in der vergangenen Saison als Tabellenzweiter hinter ZSKA Moskau abgeschlossen hatten, standen zu Beginn sehr geordnet, waren läuferisch stark und nicht zimperlich in den Zweikämpfen. Die Münchner leisteten sich in der Anfangsphase ein paar Fehlpässe und luden damit den Gegner zum Kontern ein. So gut wie Rostow nach hinten agierten, so wirkungslos waren sie allerdings im Angriff.

          Es dauerte zwanzig Minuten, bis der FC Bayern Spiel und Gegner in den Griff bekam, und nicht nur mit einer Ballbesitzquote von über 70 Prozent glänzte. Aber erst ein Foulelfmeter sorgte für die Befreiung und wirkte wie ein Dosenöffner. Aleksander Gatcan hatte Lewandowski nach einer Ecke zu Boden gerissen, der Gefoulte trat selbst an und traf zum 1:0 (28.). Rostow zog sich nun noch weiter zurück und schaffte es nur noch selten, die Ballstafetten der Münchner zu stören. Den einzigen Treffer, der den Gästen in der ersten Hälfte gelang, war der an den Kopf von Mats Hummels. Miha Mevlja hatte mit dem Fuß versucht, den Münchner Innenverteidiger am Kopfball zu hindern und ihn dabei im Gesicht erwischt.

          Das Geburtstagskind beschenkt sich selbst: Müller trifft zum 2:0 Bilderstrecke

          Dieses Mal verwehrte der englische Schiedsrichter Anthony Taylor den fälligen Strafstoß. Hummels musste noch behandelt werden, war aber rechtzeitig zum zweiten Bayern-Treffer wieder auf dem Platz. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zirkelte David Alaba von links eine Flanke in die Mitte, dort zog Müller mit links ab – und schaffte an seinem 27. Geburtstag mit dem 2:0 sein erstes Tor für den FC Bayern in dieser Saison.

          Der Treffer von Mevlja hinterließ offenbar Spuren bei Hummels – oder zumindest einen Brummschädel, denn in der 50. Minute setzte Ancelotti seine Rotation fort und brachte Juan Bernat für den Weltmeister. Drei Minuten später erhöhte Kimmich nach einer Costa-Flanke auf 3:0 und auch für das 4:0 (60.), dieses Mal mit dem Kopf, sorgte der Jung-Nationalspieler, der nach seinem Tor-Debüt im DFB-Trikot auf den Geschmack gekommen zu sein scheint. Mit vier Treffern innerhalb von zehn Tagen macht er sogar Torschützenkönig Lewandowski Konkurrenz. Rostow war angesichts der Lehrstunde vermutlich froh, dass die Münchner frühzeitig begannen, sich für das nächste Bundesligaspiel am Samstag gegen Ingolstadt zu schonen. Juan Bernat aber machte am Ende doch noch einmal ernst und erhöhte auf 5:0 (90.).

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