https://www.faz.net/-gtm-aa9w6

2:3 gegen Paris St-Germain : FC Bayern droht das Champions-League-Aus

Hände in der Hüfte: Thomas Müller Bild: AFP

Der FC Bayern hat das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Paris St-Germain verloren. Zwar kamen die Münchener nach einem 0:2 nochmal zurück. Doch PSG-Angreifer Mbappé hatte das letzte Wort.

          3 Min.

          Am Mittwochabend, als sich die Spieler des FC Bayern in der Arena in München für die bislang wichtigsten 90 Minuten des Jahres warmliefen, kam der Schnee. Und wenn der Schnee in dieser Saison gekommen ist, ging das für sie meistens nicht gut aus. Als Schnee fiel, scheiterten sie im Pokal gegen die Zweitligakicker aus Kiel. Als Schnee fiel, spielten sie in der Bundesliga nur 3:3 gegen Bielefeld. Und als Schnee fiel, dauerte es an diesem Abend nicht mal drei Minuten, bis Kylian Mbappé, der großartige Stürmer von Paris, den Ball ins Bayern-Tor knallte.

          Champions League
          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Es ging auch dieses Mal nicht gut aus, aber das lag nicht an den dünnen Schneeflocken. Im Viertelfinalhinspiel der Champions League hat der FC Bayern, der Titelverteidiger, in einem spektakulären Spiel zwar einen 0:2-Rücktand gegen Paris Saint-Germain aufgeholt, aber trotzdem 2:3 verloren. Denn die Münchner konnten Mbappé, der zwei Tore schoss, nicht aufhalten. Und so muss man mit Blick auf das Rückspiel in Paris am kommenden Dienstag aufgrund der Auswärtstorregel festhalten: Vorteil PSG – und zwar deutlich.

          „Wir müssen deutlich mehr Tore machen. Wenn es 5:3 oder 6:3 für uns ausgeht, kann sich anhand der Chancen keiner beschweren“, sagte Müller bei Sky: „Jetzt haben wir uns das Ei selbst ins Nest gelegt.“ Trainer Hansi Flick äußerte sich

          Mbappé trifft schon ganz früh

          Es hat sich manches verändert, seit die Mannschaften aus München und Paris vor acht Monaten im Finale Lissabon um den wichtigsten Titel im europäischen Vereinsfußball gespielt haben. In München haben sie den Passkünstler Thiago verloren, dafür den Dribbelkünstler Leroy Sané gewonnen. In Paris haben sie den Trainer Thomas Tuchel entlassen, dafür den Trainer Mauricio Pochettino eingestellt. Eines aber hat sich in diesen acht außergewöhnlichen Corona-Monaten nicht verändert: Man sollte Kylian Mbappé und Neymar nicht ins Rasen kommen lassen.

          Es dauerte nur zweieinhalb Minuten, bis man zum ersten Mal bestaunen konnte, warum man das verhindern sollte. Da rannte der schnelle Neymar ungestört auf den Strafraum der Bayern zu und passte den Ball kurz davor zum noch schnelleren Mbappé. Dessen Schuss war nicht präzise, aber so fest, dass er Manuel Neuer durch die Beine flog. Und nicht nur deswegen konnte man guten Gewissens behaupten: Im Finale von Lissabon wäre der Ball ziemlich sicher an seinen Beinen abgeprallt.

          Es dauerte dann nochmal 25 Minuten, bis man Mbappé zum zweiten Mal bestaunen konnte. Mit dem Rücken zum Tor nahm er den Ball an, drehte sich dann aber sofort und rannte in einem Bogen um Niklas Süle herum. Die Aktion führte zu einem Eckball – und damit auch zum zweiten Tor: Als der Bayern-Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting den Ball aus dem eigenen Strafraum geköpft hatte, rückten die Bayern auf und übersahen den Pariser Innenverteidiger Marquinhos, der ihnen entgegenrannte – und auf einmal alleine vor Neuer stand. Er schoss den Ball flach ins Tor.

          Ein 0:2-Rückstand im eigenen Stadion? Das haben die Bayern in diesem Jahr schon aufgeholt. Nur spielten sie da nicht gegen Paris, sondern gegen Mainz und Bielefeld. Was machte Flick? Er stellte zunächst um: In der 33. Minute wechselte er den Linksverteidiger Alphonso Davies für Leon Goretzka ein, der sich zuvor offenbar verletzt hatte.

          Der erste PSG-Treffer: Kylian Mbappé mit voller Wucht.
          Der erste PSG-Treffer: Kylian Mbappé mit voller Wucht. : Bild: Reuters

          In der 42. Minute wechselte er den Innenverteidiger Jérôme Boateng – dessen Abschied zum Saisonende Sportvorstand Hasan Salihamidžić vor dem Spiel offiziell bestätigte – für Niklas Süle ein. Und schon zwischen diesen beiden Wechseln fiel das 1:2: Choupo-Moting, der Lewandowski-Ersatz, köpfte eine Flanke von Benjamin Pavard mit viel Geschick ins Tor (37.).

          Es spricht für den großen Willen und das großes Können der Flick-Bayern, dass sie auch gegen PSG den Ausgleich schafften. In der zweiten Halbzeit spielten sie mutig und schnell. Sie spielten wie eine Mannschaft, die den Henkelpott verteidigen kann. Sie stürmten immer wieder auf das Tor von Keylor Navas, dem Pariser Torhüter, zu. Am Ende führte das zu 31 Schüssen, aber nur ein weiterer landete im Tor: In der 60. Minute traf Thomas Müller nach einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich mit dem Kopf.

          Danach drückten und drängelten die Bayern. Doch dann kam Mbappé. Im Strafraum tänzelte er auf Boateng zu – und schoss den Ball flach ins Tor (68.). Manuel Neuer reagierte nicht mal. „Mit den Chancen, die wir hatten, hätten wir trotz der drei Gegentore ein gutes Ergebnis erzielen können. Wir müssen an der Effizienz arbeiten. Man verliert nicht gerne. Aber die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball gespielt hat, war top“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick.

          Champions League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hans-Joachim Watzke : Fußball-Manager für schwere Momente

          Corona und das sportliche Tief von Borussia Dortmund zwangen Hans-Joachim Watzke zum Umdenken. Der Geschäftsführer des BVB bleibt länger als geplant im Amt – um den Klub aus der Krise zu führen.
          Showtime für Ola  Källenius, 51: Am Donnerstag präsentiert er sein elektrisches Spitzenmodell: „So etwas hat die Welt noch nicht gesehen.“

          Elektro-S-Klasse von Mercedes : Der Tesla-Jäger

          Der Daimler-Chef Ola Källenius verkauft fünfmal so viele Autos wie Elon Musk. Trotzdem ist Tesla das Siebenfache wert. Jetzt bläst der Schwede zum Angriff.
          Eine „Doppel-Ausstrahlung“ wie ARD und ZDF machen sie nicht: Martin Gradl (links) und Stephan Schmitter.

          Was plant „RTL News“? : „Wir sind voll im Angriffsmodus“

          Die Mediengruppe RTL hat eine einzige, große Nachrichtenzentrale gegründet. Wir fragen ihre Chefs, Stephan Schmitter und Martin Gradl: Warum? Was macht der ARD-Pensionär Jan Hofer bei ihnen? „RTL aktuell“ expandiert, ein weiterer Moderator kommt auch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.