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Hakan Calhanoglu : Friedensgipfel nach „Pistolen-Affäre“

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„Ich hoffe, dass ich wieder für die Nationalmannschaft spielen kann“: Hakan Calhanoglu Bild: AFP

Mit seinem Traumtor verhilft Hakan Calhanoglu Leverkusen zum 1:0-Sieg über Atlético Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Ein wichtiger Termin wartete auf den Türken nach dem Spiel.

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          Auf den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim wartete nach der Fußball-Gala von Bayer Leverkusen in der Champions League ein gut gelaunter Hakan Calhanoglu. Nach dem Sommer-Theater um seinen Wechsel vom Hamburger SV und der „Pistolen-Affäre“ in der türkischen Nationalmannschaft ist der 21-Jährige zu einer echten Größe in der Werkself geworden.

          Mit seinem Traum-Tor nach einem raffinierten Absatzkick von Karim Bellarabi sorgte Calhanoglu (57.) am Mittwochabend vor 29.079 Zuschauern in der Bay-Arena für großen Optimismus beim Bundesligaverein für das Rückspiel am 17. März beim spanischen Meister und letztjährigen Champions-League-Finalisten Atlético Madrid.

          „Wir fahren mit ein klein wenig Zuversicht nach Madrid. Das ist eine gute Ausgangsposition“, sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade. „Das wird in jeder Beziehung ein besonderes Spiel. Atlético wird alles tun, um sich noch durchzusetzen“, sagte Roger Schmidt. Der Trainer, der sein Team im Heimspiel auf Power-Fußball getrimmt hatte, befand: „Man hat der Mannschaft von der ersten Sekunde angemerkt, dass sie die Champions League nicht als Kür betrachtet.“

          Nach dem knappen Heimsieg kann es Bayer besser machen, als in allen bisherigen erfolglosen Versuchen, ein K.o.-Achtelfinale in der Champions League zu überstehen. Gegen Paris St. Germain 2014, den FC Barcelona 2012 und den FC Liverpool 2005 schied die Werkself jeweils unter den besten 16 aus. Trainer Schmidt sagte: „Wir haben versucht, uns daran hochzuziehen, dass das nicht sein darf.“

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          Im Blickpunkt freilich stand Calhanoglu. Nationaltrainer Terim war seinetwegen nach Leverkusen gekommen, um ihn zur Rückkehr in die Nationalmannschaft zu bewegen. „Ja, ich werde nach dem Duschen mit ihm reden. Ich hoffe, dass ich wieder für die Nationalmannschaft spielen kann“, sagte Calhanoglu im TV-Sender Sky. Dem Kölner „Express“ sagte er am Donnerstag: „Ich habe heute mit Fatih Terim telefoniert. Es war ein sehr gutes Gespräch. Wir haben die ganze Sache aus der Welt geräumt. Ich freue mich, bald wieder für mein Heimatland spielen zu können.“ Bayer bestätigte die anstehende Rückkehr offiziell noch nicht.

          Hintergrund der Probleme ist die sogenannte „Pistolen-Affäre“, an der Calhanoglu und sein im Achtelfinale-Hinspiel gesperrter Leverkusener Teamkollege Toprak sowie Gökhan Töre beteiligt waren. Nach einem Länderspiel im Jahr 2013 habe der frühere Hamburger Töre ihn und Toprak mit einer Waffe bedroht, hatte Calhanoglu im letzten Oktober im ZDF-Sportstudio berichtet. „Ich lag in einer Ecke, er ist zu mir gekommen und hat zu mir gesagt: Beweg dich nicht, sonst erschieß’ ich dich“, sagte Calhanoglu über das Vorgehen des Töre-Freundes. „Ich war sehr nervös und konnte mich kaum bewegen.“

          Nach dem von Bayer-Sportdirektor Rudi Völler mit inszenierten Friedensgipfel wird erwartet, dass Terim die beiden Leverkusener Akteure für das anstehende Länderspiel gegen die Niederlande am 27. März nominieren wird. Calhanoglu und Toprak standen zuletzt im September 2014 zum Kader der Türkei.

          Völler war derweil froh, dass der im Sommer mit viel Ärger vom HSV losgeeiste Türke in Leverkusen aufblüht. „Er hat die letzten Wochen so ein bisschen mit sich gehadert. Und man vergisst ja immer, dass er noch sehr jung ist. Er ist gerade 21 geworden. Und hat viel durchgemacht die letzten Monate. Da hilft so ein Tor, so eine Leistung.“

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