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0:0 bei Atlético Madrid : Leverkusen nutzt die großen Chancen nicht

  • -Aktualisiert am

Bellarabi und die Kollegen aus Leverkusen trafen das Tor nicht. Bild: dpa

Bayer scheidet im Achtelfinale aus der Champions League aus. Das 2:4 vom Hinspiel ist eine zu große Hypothek. Dabei hat Leverkusen beim 0:0 bei Atlético genug Chancen, um das Fußballwunder zu schaffen.

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          Wie fast alle Jahre wieder ist die Champions-League-Reise von Bayer 04 Leverkusen im Achtelfinale zu Ende gegangen. Die 2:4-Niederlage daheim im Hinspiel gegen Atlético Madrid wog am Mittwochabend zu schwer, um allen Ernstes ein Fußballwunder für möglich halten zu können. Immerhin tat der Tabellenzehnte der Bundesliga beim 0:0 im Rückspiel am Mittwochabend vor 50.000 Zuschauern im Estadio Vicente Calderón zumindest etwas für den eigenen Ruf.

          Die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut leistete dem Favoriten hinhaltend Widerstand und kam auch selbst zu einigen guten Gelegenheiten. Für einen Trostpreis in Form eines Sieges langte es aber nicht. Bayer muss sich ab sofort in der Bundesliga, möglichst schon am Samstag bei der TSG Hoffenheim, sputen, will die Werkself in der kommenden Saison aufs Neue, dann aber höchstens in der Europa League, international mitmischen.

          Korkut, der Nachfolger des entlassenen Roger Schmidt, hatte vorher alles versucht, die richtige Tonlage zu finden zwischen trotziger Zuversicht und realistischer Einsicht in die Verhältnisse, wie sie nach dem Hinspiel herrschten. Sätze wie, „es wäre schön, alles drehen zu können, aber wir dürfen jetzt nicht wundergläubig sein und müssen uns alles hart erarbeiteten“, prägten sein rhetorisches Repertoire zur Einstimmung auf einen fast schon entschiedenen Zweiteiler.

          Schließlich hatte nach einer Heimniederlage mit zwei oder mehr Toren Rückstand noch keine Mannschaft in der fünfundzwanzigjährigen Champions-League-Geschichte auswärts die Wende herbeiführen können. Dazu fehlten dem neuen Leverkusener Coach auch drei Viertel seiner besten Abwehrformation wegen Sperren (Henrichs) oder Verletzungen (Toprak, Tah). Dazu waren weitere Stammkräfte wie Kapitän Bender, Kießling, Calhanoglu und Havertz aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei. Und das nach zuletzt vier sieglosen Spielen gegen ein Team, das im Vicente Calderón schon allen Größen des nationalen und internationalen Fußballs die Zähne gezeigt hat.

          Herausragende Leistungen gab es nur ab und zu zu sehen. Bilderstrecke
          Herausragende Leistungen gab es nur ab und zu zu sehen. :

          Unter all diesen Begleitumständen schlug sich die Werkself von Beginn an wacker, verteidigte konzentriert, hatte schon einiges von der Ballbesitzlehre ihres neuen Trainers aufgesogen und kam auch zu zwei Torgelegenheiten, die Volland (4.) und Brandt (15.) vergaben. Während Bayer etwas für das zuletzt ramponierte kollektive Selbstvertrauen tat, hielt sich der Tabellenvierte der Primera División im Bewusstsein des bevorstehenden Gesamterfolges und beim Blick auf die wichtige Meisterschaftsbegegnung gegen den Ligadritten FC Sevilla zurück. Atlético begnügte sich lange mit den besseren Zweikampfwerten und ließ erst kurz vor dem Seitenwechsel seine Torgefährlichkeit aufblitzen, als der nach einem Nasenknorpelbruch im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen operierte und mit Gesichtsmaske spielende Leno zwei Schüsse von Correa (38.) und Koke (40.) artistisch um den Pfosten lenkte.

          Auch nach der Pause erlebte das Publikum ein abwechslungsreiches, verteiltes Spiel, das ein paar Highlights, aber nicht das Feuer eines Duells um alles oder nichts bot. Auf Seiten Atléticos hatte der 22 Jahre alte Argentinier Correa eine weitere große Gelegenheit, die er nicht nutzte (55.); Bayer ließ die aufregendsten Sekunden der gesamten Partie verstreichen, als zunächst Brandt und dann zweimal Volland am glänzend reagierenden Madrider Torwart Oblak scheiterten und schließlich Chicharito den Ball am Tor vorbeischoss (68.). Es fehlte an diesem Mittwoch halt hüben wie drüben an der letzten Aufmerksamkeit in den Momenten, die mehr als nur ein Schaulaufen auf gehobenem Niveau versprachen. „Ich glaube, wir können heute viele gute Erkenntnisse aus dem Spiel ziehen“, sagte Brandt. „Wir waren in dem Spiel auf einem guten Weg, es hat aber nicht gereicht.“

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