https://www.faz.net/-gtm-9tsl0

Sieben Eigentore für Bayer : Leverkusen und die kuriose Hilfe vom Gegner

  • Aktualisiert am

Leverkusen hat getroffen – aber nur, weil ein Schuss des Gegners mal wieder nach hinten losging. Bild: dpa

Leverkusen bleibt dank des 2:0 bei Lok Moskau im Europapokal. Dabei profitiert Bayer von einem Eigentor der Russen – mal wieder in dieser Saison. Die erstaunliche Statistik animiert sogar zu einem Witz.

          2 Min.

          Nach drei Spielen schien Bayer Leverkusen chancenlos, nach fünf ist nun die Europa League gesichert und sogar das Weiterkommen in der Champions League möglich. Nachdem das 2:0 (1:0) bei Lokomotive Moskau am Dienstagabend das Überwintern in Europa gesichert hatte, bescherte die 0:1-Niederlage von Atlético Madrid bei Juventus Turin den Leverkusenern plötzlich sogar ein Endspiel ums Weiterkommen in der Königsklasse.

          Champions League

          Freilich eines mit immer noch geringer Erfolgsaussicht. Bayer müsste am 11. Dezember Juventus Turin schlagen und kann dabei hoffen, dass die bereits als Gruppensieger feststehenden Italiener mit einer B-Elf antreten. Ob die bereits sicher ausgeschiedenen Russen aber Schützenhilfe leisten und in Madrid punkten, ist fraglich. „Die Chancen steht vielleicht bei vier oder fünf Prozent“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes: „Atlético ist zu Hause natürlich Favorit, aber es sind schon seltsame Dinge im Fußball passiert.“ An die Erfüllung der eigenen Pflicht glaubt Rolfes freilich: „Wir haben Atlético zu Hause geschlagen, wir können auch Juve zu Hause schlagen.“

          Unglaublich, aber wahr: Das Eigentor von Rifat Schemaletdinow (11.) war schon das siebte, von dem Bayer in dieser Saison profitierte – und das im 19. Pflichtspiel. Heißt: Öfter als in jedem dritten Spiel traf der Gegner ins eigene Tor. „Das ist schon sehr kurios“, sagte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger, der die Statistik aber nicht für Zufall hält: „Ich denke, dass wir das erzwingen.“

          Rund um Bayer Leverkusen ist es inzwischen ein geflügelter Witz: Wie heißt Bayers bester Torschütze? Die Antwort: Eigentor. Denn mehr als sieben Saisontore hat kein Bayer-Spieler erzielt, nur Kevin Volland kommt auf dieselbe Ausbeute. Kurios: In sechs der sieben Fälle bedeutete das Selbsttor Leverkusens 1:0-Führung. Die sieben Eigentore für Leverkusen in dieser Saison:

          10. August 2019 in der ersten Runde im DFB-Pokal: Den 4:1-Sieg der Leverkusener bei Alemannia Aachen leitet Alemannia-Kapitän Peter Hackenberg ein (19.).

          24. August 2019 am zweiten Spieltag der Bundesliga: Leverkusen gewinnt nach starker erster Halbzeit 3:1 bei Fortuna Düsseldorf. Auf die Sprünge hilft Bayer aber der Führungstreffer durch Düsseldorfs Lewis Baker (6.).

          18. September 2019 am ersten Spieltag der Champions League: Nach dem 0:1-Rückstand zum Champions-League-Auftakt gleicht Lok Moskaus deutscher Abwehrspieler Benedikt Höwedes für Leverkusen aus (25.). Bayer verliert trotzdem 1:2.

          28. September 2019 am sechsten Spieltag der Bundesliga: Florian Niederlechner ist eigentlich Stürmer. Beim Spiel des FC Augsburg gegen Leverkusen trifft er auf der falschen Seite. Und leitet mit dem 0:1 (34.) Augsburgs 0:3- Heimniederlage ein.

          26. Oktober 2019 am neunten Spieltag der Bundesliga: Auch gegen Werder Bremen geht Leverkusen durch ein Eigentor in Führung, erzielt vom früheren Leverkusener Ömer Toprak (4.). Das Spiel endet aber 2:2.

          6. November 2019 am vierten Spieltag der Champions League: Beim 2:1-Sieg gegen Atlético Madrid hilft das Missgeschick von Madrids Thomas (41.) Leverkusen in die Spur.

          26. November 2019 am fünften Spieltag der Champions League: Leverkusen muss in Moskau gewinnen. Am besten mit 2:0, um den Direktvergleich für sich zu entscheiden. 2:0 endet das Spiel. Moskaus Rifat Schemaletdinow ebnet den Weg (11.)

          Seit Wochen ist Sven Bender der überragende Spieler von Bayer: Hinten eine Bank, dazu ein echter Anführer. Nun schoss der 30-Jährige auch noch sein erstes Tor im 53. Europacup-Spiel (54.). Und ein sehr schönes noch dazu per Volleyschuss. „Ja, der Ball hing da so in der Luft – da hab ich ihn halt reingeschossen“, sagte Bender schmunzelnd. Für die Mannschaft hat er einen großen Wert. „Mit seiner Präsenz, Routine und Erfahrung ist er unheimlich wichtig für uns“, sagte Baumgartlinger. „Solche Spieler braucht man, wenn es Spitz auf Knopf steht. Er ist ein echter Anker für uns.“ Rolfes ergänzte: „Er ist ein wichtiger Faktor und Stabilisator für unser Spiel. Ein erfahrener Hase, der Sicherheit gibt. Und dass er ein Torjäger ist, wusste ich schon immer.“

          Champions League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.