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0:3 bei Juventus : Bayer chancenlos in Turin

  • -Aktualisiert am

Nur Statisten in Turin: Bayer Leverkusen unterliegt Juventus. Bild: AFP

Juventus Turin ist zu stark für Bayer Leverkusen: Trotz einer gar nicht überragenden Leistung gewinnen die Italiener souverän. Cristiano Ronaldo lässt sich Zeit mit seinem Tor.

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          Es gibt diese Wettkampfleistungen im Sport, für die irgendwann einmal der Begriff „gefällig“ in die Fachsprache eingeführt wurde. Im Ansatz mögen solche Auftritte ganz hübsch sein, im Fußball mangelt es ihnen aber an Intensität, Durchschlagskraft und Inspiration, so wie Bayer Leverkusen bei der erst ganz am Ende deutlichen 0:3-Niedelage bei Juventus Turin. Die Italiener waren keinesfalls übermächtig, doch Bayer verstand es weder, gegnerische Schwächen noch eigene Möglichkeiten zu nutzen.

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          Dabei hatte die Partie viel versprechend begonnen. „Wir können ein unbequemer Gegner sein, das wird nicht so einfach gegen uns“, hatte Sportdirektor Rudi Völler vor der Partie gesagt, und zunächst schien es tatsächlich, als würde das Team von Trainer Peter Bosz dieser Ankündigung Taten folgen lassen. Sie hatten den Mut, sich mit einem kultivierten Passspiel aus dem Pressing der Italiener zu befreien und in der ersten Viertelstunde tauchten sie auch drei mal gefährlich vor dem Turiner Tor auf, allerdings ohne eine ganz klare Abschlussmöglichkeit zu finden.

          Pechvogel Tah

          Und dann war es mal wieder Jonathan Tah, der dem Spiel eine neue Wendung gab. In einem schwer erklärbaren Moment der Orientierungslosigkeit köpfte er einen langen Ball von Juan Cuadrado vor die Füße von Gonzalo Higuain, dessen satter Schuss aus 18 Metern flach in der linke Torecke flog (17.). Es war ein seltener Moment des gefeierten Turiner Offensivzaubers, ein Schuss, wie ihn nicht viele Stürmer beherrschen. Vor allem aber fügte Tah seiner bislang so schwachen Saison einen weiteren dunklen Moment hinzu. Der Innenverteidiger hatte zuletzt ja pausiert, weil er überspielt und müde gewirkt hatte, aber offenbar hat die Pause nicht den erhofften Effekt gehabt. Wobei Tah nicht der einzige war, der seltsame Fehler produzierte.

          Auch Torhüter Lukas Hradecky und Wendell unterliefen Fehler, die auf diesem Niveau schnell bestraft werden. Zum Beispiel in der 37. Minute, als Wendell eine zweite schöne Möglichkeit für Higuain einleitete, doch diesmal war der Schuss des Argentiniers nicht plaziert genug (37.). Und vorne blieb Bayer zu harmlos. Kai Havertz, von dem gemeinhin erwartet wird, dass er nach seiner imposanten Bundesligasaison im Vorjahr nun auch in der Champions League glänzt, spielte zwar ordentlich mit, aber Torgefahr ging nicht von ihm aus. Das war umso ärgerlicher, weil die Italiener keinesfalls unverwundbar wirkten, in der Hälfte vor dem Turiner Tor gab es Räume, mit denen Bayer mehr hätte anfangen können, außerdem ließ Cristiano Ronaldo seine ersten beiden Großchancen ausnahmsweise ungenutzt (57., 74.).

          Der Held dieses Abends war daher Higuain. Nach einer Stunde spielte der Argentinier einen klugen Rückpass von der Grundlinie auf Federico Bernardeschi, der aus acht Metern zum 2:0 traf (62.). Bayer hatte zwar auch noch Möglichkeiten zum Anschlusstreffer durch den eingewechselten Paulinho (78.) und Tah (82.), aber getroffen hat dann doch noch Ronaldo nach Vorlage von Paulo Dybala (89.). Dabei brauchen die Leverkusener nach ihrer schmerzlichen Heimniederlage gegen Lokomotive Moskau im ersten Spiel irgendeinen Überraschungserfolg, um diese schwere Gruppe zu überstehen und das Achtelfinale zu erreichen. Die erste Option dazu haben sie nun verstreichen lassen.

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