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Champions League : Aus elf Metern ist Leverkusen zu schwach

  • -Aktualisiert am

Am Ende jubelt Atlético: Für Bayer Leverkusen endet die Europa-Reise in Madrid Bild: AFP

Bitteres Ende für Bayer Leverkusen: Die Werkself scheidet im Elfmeterschießen des Achtelfinal-Rückspiels bei Atlético Madrid aus der Champions League aus. Calhanoglu, Toprak und Kießling scheitern an ihren Nerven.

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          Es hat über zwei Stunden gedauert, ehe Bayer Leverkusen endlich einmal  freie Schussbahn hatte. Doch auch im Elfmeterschießen nutzte der Tabellenvierte  der Fußball-Bundesliga seine große Chance auf das erstmalige Erreichen des  Viertelfinales in der Champions League nach der Finalniederlage 2002 gegen Real  Madrid nicht.

          3:2 gewann Atlético nach den Treffern von Griezmann, Mario Suárez  und Torres den finalen Shootout. Bayer flatterten auch am Punkt die Nerven, so  dass Calhanoglu, Toprak und Kießling verschossen. Nur Rolfes und Castro blieben  cool, nachdem über 90 und 120 Minuten keine Entscheidung gefallen war und  Atlético das 0:1 aus dem Hinspiel dank Mario Suárez’ Treffer (27.) aufgeholt  hatte.

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          Drin: Atleticos 1:0 :

          Schade für Bayer, das kämpferisch alles gab, spielerisch aber weit unter seinen Möglichkeiten blieb - wie auch der am Ende glücklichere Champions-League-Finalist aus dem Vorjahr.

          Trainer Roger Schmidt skizzierte die Lage vor dem Rückspiel im Estadio  Vicente Calderon so: „Das 1:0 ist ein gutes Ergebnis, aber wir müssen über uns  hinauswachsen, damit es reicht, die nächste Runde zu erreichen.“ Der Trend  schien zuletzt für Bayer zu sprechen, das die letzten fünf Pflichtspiele allesamt zu Null gewann. Atlético dagegen erreichte in den vergangenen drei  Punktspielen jeweils nur ein Remis und fiel in der Primera División von Platz drei auf Rang vier zurück.

          Doch was hieß das schon für diese Begegnung mit der  Hopp-oder-Topp-Perspektive? Es war in der ersten Hälfte bei stürmischem Wetter ein wildes Hin und Her  zwischen beiden Mannschaften. Madrid probierte es mit einem  Einschüchterungsfußball ohne jede Finesse, Leverkusen versuchte, spielerisch  dagegenzuhalten. Doch mehr als ein paar verheißungsvolle Momente für Bellarabi,  Son, Drmic und Calhanoglu sprangen dabei nicht heraus.

          Atlético dagegen hatte  bei seiner ersten Chance größeres Glück. Nachdem Spahic seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb vorgehalten bekam und deswegen für das nächste  Europacupspiel von Bayer gesperrt ist, kam Kokes Freistoß nach unglücklicher  Kopfballabwehr von Drmic zu Mario Suárez.

          Den folgenden Schuss des spanischen Mittelfeldspielers fälschte Toprak unhaltbar für Torhüter Leno (27.) zum 1:0  für Atlético ab. Mit ein bisschen Dusel hatte das Team von Trainer Diego  Simeone also den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt. Noch aber war für Bayer nichts verloren, zumal die Werkself in den wenigen  Momenten, da nicht nur Fußball gearbeitet wurde, den etwas besseren Eindruck erweckte.

          Aber nie so, dass sich Atlético vor den Rheinländern hätte fürchten  müssen. Im Gegenteil: Nach dem Wechsel fand Madrid zu einer besseren Linie,  während die Leverkusener Offensivspieler ihre Unruhe  am Ball noch immer nicht  ablegen konnten. Torchancen gab es kaum in diesem für Ästheten nicht besonders  ansehnlichen Duell. Kokes Freistoß, der sein Ziel knapp verfehlte (70.), und  Turans Schuss (80.), den Leno parierte, hätten das Spiel für Atlético  entscheiden können. So aber kam es zur Verlängerung in einer ebenso leidenschaftlich geführten, aber auch zähen Auseinandersetzung.

          Bayer  überzeugte da, wo es galt, sich zu wehren und zu verteidigen. Bender vor allem  und Wendell behielten dabei stets kühlen Kopf. In der Angriffszone jedoch lief  fast nichts zusammen, was zusammen gehört hätte. Calhanoglu, aber auch Son und  Bellarabi muteten so gut wie nie bedrohlich für den Gegner an. Auch in der Verlängerung kam kaum ein konstruktiver Spielzug zustande gegen  eine spanische Spitzenmannschaft, die auch keinerlei Glanz verbreitete. Am Ende  half nur noch eins: Elfmeterschießen. Auch in dieser Übung war Atlético an  diesem langen Dienstagabend einen Tick besser als Bayer.

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