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Die Römer waren nicht einverstanden mit der Leistung von Schiedsrichter Damir Skomina. Bild: EPA

Halbfinal-Aus gegen Liverpool : AS Rom wütet gegen den Schiedsrichter

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Nur ein Tor fehlt den Italienern zur Verlängerung gegen Liverpool. Der Frust entlädt sich am Unparteiischen. Besonders laut schimpft der Sportdirektor – auch mit Blick auf den verweigerten Elfmeter für die Bayern in Madrid.

          Die AS Rom hat nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Liverpool den Einsatz des Video-Assistenten auch in der Königsklasse gefordert. „Es waren zwei Elfmeter, die uns nicht gegeben wurden, mit dem (Videoassistenten) VAR wäre das anders“, sagte Roms Sportdirektor Monchi. „Der italienische Fußball muss seine Stimme erheben, weil ich denke, dass all das nicht normal ist.“

          Die Europäische Fußball-Union Uefa erklärte am Donnerstag auf Anfrage, sie beobachte die derzeitige Videobeweis-Testphase in mehreren Wettbewerben aufmerksam. „Wir sehen immer noch einige Unsicherheiten bei der Umsetzung“, sagte ein Sprecher. Vor einer möglichen Einführung in der Champions League sei es enorm wichtig, dass der Einsatzbereich, die Interpretation und die technische Unterstützung durch den Videobeweis für alle klar seien.

          Auch Roms Präsident James Pallotta schimpfte: „Das, was wir gesehen haben, ist nicht akzeptabel“, sagte der Amerikaner und forderte ebenfalls den Einsatz eines Video-Assistenten auch in der Champions League, andernfalls werde es „lächerlich“. Roms Trainer Eusebio Di Francesco sprach von „vernichtenden Episoden“, lobte aber gleichzeitig den Kampfgeist seines Teams. Die Roma hatte zwar am Mittwochabend im Halbfinal-Rückspiel 4:2 gewonnen, konnte damit aber nicht die 2:5-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen. Der FC Liverpool von Trainer Jürgen Klopp zog damit ins Finale ein. „Mit der Technik würde das Finale vielleicht Rom gegen Bayern heißen“, sagte Monchi. Dem FC Bayern war beim Halbfinal-Aus gegen Real Madrid ebenfalls ein möglicher Elfmeter verweigert worden.

          „Ein Olympiastadion wie im Märchen, ein Schiedsrichter wie ein Albtraum“, schrieb die Zeitung „Corriere dello Sport“. Rom-Coach Eusebio Di Francesco klagte über die verpasste Chance für „eine zweite magische Nacht“. Die Römer hatten große Hoffnungen, nach der Aufholjagd im Viertelfinale gegen den FC Barcelona noch mal ein Fußballwunder zu vollbringen. „Der Blitz schlägt nie zwei Mal an der gleichen Stelle ein“, kommentiere die Zeitung „Corriere della Sera“. Schon beim Viertelfinal-Aus des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin gegen Real Madrid stand nach der Partie der Schiedsrichter in der Kritik. „Die Roma wäre mit dem VAR im Finale“, schrieb die Zeitung „La Repubblica“. Gleichzeitig lobten die Blätter den Kampfgeist und die „moralische Stärke“ des Teams. „Rom fliegt raus, aber erhobenen Hauptes.“

          Jürgen Klopp und Liverpool indes genossen den Finaleinzug. „Wir fahren nach Kiew. Es klingt verrückt, aber es ist wahr“, sagte der Trainer nach der hitzigen Partie glücklich. „Es gibt noch was zu tun. Das Finale zu erreichen ist schön, aber es zu gewinnen, ist noch schöner“, so der deutsche Trainer, der das erste Mal 2013 mit seinem damaligen Team Borussia Dortmund im Finale der Champions League stand. „Wir können nicht mehr Erfahrung haben als Real Madrid. Aber wir werden wirklich brennen.“

          Vollauf zufrieden schien Klopp am Mittwochabend dennoch nicht. Denn die spannungsgeladene Partie im römischen Olympiastadion wäre nach dem furiosen 5:2-Sieg im Hinspiel in Liverpool um ein Haar doch noch schief gegangen. Die Römer kämpften wahrlich wie die Gladiatoren und hofften auf ein zweites Fußballwunder, nachdem sie im Viertelfinale den FC Barcelona trotz 4:1-Hinspielniederlage nach einer schier unglaublichen Aufholjagd rausgeworfen hatten. Liverpools Sadio Mané (9. Minute) und Georginio Wijnaldum (25.) erzielten am Mittwochabend die entscheidenden Treffer der Reds im Halbfinal-Rückspiel. Bei vier Gegentoren geriet der Einzug ins Finale aber tatsächlich in den Schlussminuten noch einmal in Gefahr. James Milner (15.) unterlief per Kopfball ein kurioses Eigentor, Edin Dzeko (51.) erzielte den zweiten Ausgleich. Und Radja Nainggolan (86./90.+4/Handelfmeter) traf zum späten Sieg.

          Doch Liverpools Georgino Wijnaldum, der Torschütze zum vorangegangenen 2:2, gab die Richtung vor: auf ins Finale! Bilderstrecke

          Doch den Italienern gelang nach ihrem 3:0-Coup im Rückspiel des Viertelfinales gegen Barcelona keine zweite magische Nacht. In Rom galt während der Partie die Hochsicherheitsstufe, nachdem der Liverpool-Fan Sean Cox beim Hinspiel von römischen Anhängern schwerst verletzt worden war und um sein Leben kämpft. Direkt nach dem Spiel meldete die Polizei allerdings dieses Mal keine größeren Ereignisse. Liverpool sollte sich im Finale keine Patzer mehr erlauben.

          Die Gegentore der Römer seien „wie Zahnweh“, so Klopp, „das braucht kein Mensch“. „Wir können und müssen das Spiel besser machen, aber für heute ist alles gut.“ Der Deutsche stand immer wieder mit hochgezogenen Ärmeln am Spielfeldrand und dirigierte sein Team. Der Wirbel um die ungewöhnliche Auszeit seines Langzeit-Assistenten Zeljko Buvac hatte keine sichtbaren Auswirkungen auf den Chefcoach.

          Klopp steht nach 2013 zum zweiten Mal in einem Champions-League-Endspiel. Damals unterlag er im Londoner Wembley-Stadion mit Borussia Dortmund 1:2 gegen den FC Bayern München. Der zweite Griff nach einem Europapokal misslang mit Liverpool im Europa-League-Endspiel 2016 gegen den FC Sevilla (1:3). Am 26. Mai (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League, im ZDF und bei Sky) warten also Cristiano Ronaldo und Co. auf Liverpool. Während Kontrahent Real Madrid bereits zum insgesamt 13. Mal und dritten Mal hintereinander den Henkelpott gewinnen will, würde sich der Traditionsverein aus dem Nordwesten Englands mit einem Triumph in der Ukraine Europas wichtigste Klub-Trophäe zum sechsten Mal sichern.

          Zuletzt gewann man 2005 in einem dramatischen Finale gegen den AC Mailand. 1981 wurde Madrid (1:0) bereits einmal in einem Endspiel bezwungen – die bislang letzte Finalniederlage für Real in der Königsklasse. „Bisschen Glück brauchst du, um ins Finale zu gehen, aber wir waren über zwei Spiele die bessere Mannschaft“, sagte der deutsche Liverpool-Torwart Loris Karius. Und für Klopp würde jeder Spieler „durchs Feuer gehen“.

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