https://www.faz.net/-gtm-7vvtz

4:1 gegen Galatasaray : Borussia Dortmund zeigt international Klasse

  • -Aktualisiert am

Wahre Liebe: Ciro Immobile zeigt Herz für Dortmund Bild: AP

Wie schon beim Hinspiel in Istanbul gelingen den Dortmundern auch zu Hause gegen Galatasaray vier Tore und damit der unangefochtene Einzug ins Achtelfinale der Champions League.

          3 Min.

          Jürgen Klopp versuchte trotz der Krise den Eindruck zu erwecken, als fühlte er sich wohl in seiner Dortmunder Haut. „Es ist eine schwierige Phase. Da hilft Ruhe. Die spüre ich, und ich versuche sie zu nutzen“, sagte er vor dem Heimspiel gegen Galatasaray Istanbul. Zumindest an diesem Abend gab es auch keinen Grund, nervös zu werden für Klopp und seine Mannschaft. Es stand ja wieder Champions League auf dem Programm, jener Wettbewerb also, in dem die Dortmunder, anders als im Liga-Alltag, souveräne Auftritte hinzulegen pflegen.

          Alle Spiele, alle Tabellen der Champions League 2014/2015

          Auch das vierte Spiel machte da keine Ausnahme. Ohne an seine Grenzen gehen zu müssen, besiegte der Bundesliga-Siebzehnte den türkischen Meister 4:1. Den Toren von Marco Reus (39. Minute), Sokratis (56.), Immobile (74.), denen Kaya Semih noch ein Eigentor hinzufügte (86.), hatte Galatasaray vor knapp 66.000 Zuschauern nur den Treffer von Hakan Balta entgegenzusetzen (70.). „Für uns ein fantastisches Spiel. Sorge hatte ich heute gar keine. Ich habe der Mannschaft angesehen, dass sie stabil ist“, sagte Klopp.

          Auf die Knie, Papastathopoulos: Sokratis zelebriert seine Freude Bilderstrecke

          Dank des vierten Sieges im vierten Spiel hat der BVB vorzeitig das Achtelfinale erreicht, sieht sich aber noch nicht am Ziel. „Wir wollen Gruppensieger werden“, sagt Sportdirektor Michael Zorc. Bei fünf Punkten Vorsprung ist dem BVB, der in vier Champions-League-Spielen mehr Punkte geholt als in zehn Bundesliga-Auftritten, der erste Platz aber kaum noch zu nehmen.

          Klopp verzichtet auf Rotation

          Die Dortmunder wollten gegen Istanbul nicht nur vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale sicherstellen, sie wollten sich auch auf die schwere Aufgabe einstimmen, die sie am Sonntag gegen den Bundesligadritten Borussia Mönchengladbach zu bewältigen haben. Jürgen Klopp verzichtete allerdings auf die Rotation, die mancher mit Blick auf diese Partie erwartet hatte. Der BVB-Trainer bot die Mannschaft auf, die zuletzt in München knapp gegen den FC Bayern verloren hatte, mit einer Ausnahme: Neven Subotic vertrat den verletzten Abwehrchef Mats Hummels. Keine Experimente also lautete die Devise.

          Die Dortmunder machten sich mit viel Eifer ans Werk, brauchten aber eine ganze Weile, um ihren Angriffen Nachdruck zu verleihen. Erst Mitte der ersten Hälfte bot sich der Heimelf die erste Chance. Verteidiger Sokratis köpfte einen Eckball von Reus an den Querbalken. Die Latte wackelte, die Abwehr der Türken wackelte im ersten Druchgang nur selten so wie bei Kagawas Schuss nach einem eleganten Hackentrick von Mchitarjan.

          Sechs Minuten vor der Pause tat sich doch die Lücke auf, die Dortmund brauchte. Lukas Piszczek legte den Ball mit einem präzisen Steilpass in den Lauf von Reus, der Mittelfeldstar lief noch ein paar Meter und schob die Kugel schließlich durch die Beine des Torhüters an ihren Bestimmungsort.

          Türkische Fans zündeten Knaller

          Der türkische Meister verteidigte konzentriert, wirkte bei seine Vorstößen aber harmlos. Wesley Sneijders Fallrückzieher sah zwar künstlerisch anspruchsvoll aus, aber auch gefährlicher, als er für Torwart Roman Weidenfeller war. Außer dieser Aktion hatten die Türken vor allem auf den Rängen zu bieten – einige Fans hatten sich mit Feuerwerkskörpern reichlich munitioniert.

          Kurz nach dem Seitenwechsel zündeten Störer auf der Nordtribüne eine ganze Kanonade; einige Knallkörper landeten sogar auf dem Rasen. Schiedsrichter Pavel Kralovec aus für Tschechien unterbrach die Partie; die Spieler warteten vor den Trainerbänken, bis sich die Lage wieder beruhigte. Mehrere Galatasaray-Profis gingen zur Nordtribüne und ersuchten die Störer, das Spiel mit dem Feuer einzustellen. Nach drei Minuten pfiff der Schiedsrichter wieder an.

          Und dann ließen es die Dortmunder krachen. Sokratis nutzte Kehls Kopfballvorlage zum 2:0. Nach nicht einmal einer Stunde herrschten scheinbar schon klare Verhältnisse, und Ilkay Gündogan, der allmählich wieder in den Wettkampfbetrieb integriert wird, bekam nach etwa einer Stunde Gelegenheit, sich einzuspielen. Doch die Dortmunder schalteten ein wenig zu früh in den Schongang. Das nutzten die Türken zum Anschlusstor.

          Um den Sieg brauchten die Westfalen aber nicht mehr zu zittern. Der eingewechselte Stürmer Ciro Immobile vollendete einen Tempogegenstoß und baute den Vorsprung wieder auf zwei Tore aus. Im Gefühl des sicheren Sieges ging den Borussen nun alles leicht vom Fuß. Immobile machte sich das kurz vor Schluss nochmals zunutze und profitierte von der unfreiwilligen Hilfe eines Gegenspielers. Beim letzten Tor fälschte Semih den Ball ins eigene Netz ab. So fiel der Sieg des BVB am Ende fast genauso hoch aus wie vor zwei Wochen in Istanbul. Das einzige, was das Dortmunder Wohlbefinden bis zum Schluss störte, war die Knallerei türkischer Fans.

          Weitere Themen

          Klopp-Schwärmereien setzen BVB zu

          Dortmund unter Druck : Klopp-Schwärmereien setzen BVB zu

          Nach drei Unentschieden ist Borussia Dortmund in der Bundesliga nur Achter. Und ausgerechnet, als die erste Kritik am Trainer aufkam, sorgte eine Aussage für Wirbel. Nur ein Sieg kann wohl für etwas Ruhe sorgen.

          Topmeldungen

          Brexit-Deal : Kein Tag der Entscheidung

          Auch Boris Johnson ist nicht immun gegen das, was seiner Vorgängerin Theresa May widerfahren war. Mehr als drei Jahre nach dem Referendum liegt der Austritt des Vereinigten Königreichs weiter im Nebel. Vielleicht kann das bei einem Thema von dieser Bedeutung nicht anders sein.
          Berlin regelt das Wohnen neu.

          Mietendeckel und mehr : Vermieter, hört die Signale!

          Was der rot-rot-grüne Senat in Berlin ausgeheckt hat, ist der wohl drastischste Eingriff in die deutsche Eigentumsordnung seit Jahrzehnten.

          Zukunft der Menschheit : Eine Batterie für alles!

          Mit einem Handy fing alles an, inzwischen geben Autohersteller jährlich dutzende Milliarden dafür aus: Lithium-Ionen-Akkus treiben heute zahllose Geräte an. Die größte Zeit der Batterien steht aber noch bevor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.