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2:0 gegen Arsenal London : Dortmunder Sternstunde gleich zum Auftakt

  • -Aktualisiert am

Er hatte einen Lauf: Ciro Immobile Bild: Reuters

Borussia Dortmund besteht die erste Herausforderung in der neuen Champions-League-Saison auch ersatzgeschwächt mit Bravour. Immobile und Aubameyang treffen gegen Arsenal London.

          3 Min.

          Gruppenspiele gegen Arsenal London sind für Borussia Dortmund in der Champions League schon fast ein fester Bestandteil des Wettbewerbs. Die Westfalen treffen zum dritten Mal innerhalb von vier Spielzeiten auf die „Gunners“. Dennoch erblickte Arsene Wenger, der Trainer des FC Arsenal, in der aktuellen Auflage des Duells den Reiz des Neuen. Dieses Mal sei „alles anders“, sagte er. „Wir haben unser Team umgestellt und Dortmund auch. Es ist, als träfen zwei neue Mannschaften aufeinander.“

          Neu war auch das Ergebnis. Nach einem Unentschieden vor drei Jahren und einer Niederlage in der vergangenen Saison gelang den Dortmundern diesmal ein Heimsieg. Auch ohne eine Reihe verletzter Stammspieler versetzte der BVB die Mehrheit unter den knapp 66.000 Zuschauern in Begeisterung und besiegte den Favoriten der Gruppe D 2:0. Ciro Immobile (45. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (48.), die beiden auffälligsten Spieler der Partie, legten mit ihren Toren das Fundament für einen souveränen Erfolg, der auch höher hätte ausfallen können.

          Treffer vor der Pause: Subotic freut sich mit dem Torschützen

          Zum Auftakt der Champions-League-Saison sah sich BVB-Trainer Jürgen Klopp abermals gezwungen zu improvisieren. Kaum in Dortmund angekommen, reihte sich Shinji Kagawa, jüngst bei seinem Comeback noch eine der entscheidenden Figuren, in die große Gruppe von Spielern ein, die verletzt oder angeschlagen sind.

          Kagawa, der an einer Muskelverhärtung leidet, erlebte das Spiel immerhin von der Ersatzbank aus. Außenverteidiger Lukasz Piszczek indes fiel wegen einer Muskelverletzung kurzfristig ganz aus. Für ihn rückte Nationalspieler Erik Durm auf die rechte Seite, dessen Position als Linksverteidiger übernahm Marcel Schmelzer, der in den vergangenen Wochen erst einmal zum Einsatz gekommen war: vor dem eigentlichen Saisonbeginn im Supercup gegen Bayern München.

          Trotz der Umstellungen machten die Dortmunder sich entschlossen an die Arbeit. Der BVB spielte beherzt nach vorn wie eine Mannschaft, die sich sicher ist, auch ohne Leistungsträger wie Hummels, Reus oder Gündogan noch genug Qualität auf den Platz zu bringen, um hohen internationalen Ansprüchen zu genügen. In der fünften Minute geriet die Dortmunder Fans in Wallung. Henrich Mchitarjan, anstelle von Kagawa als Regisseur im Mittelfelds aufgeboten, ging im Zweikampf mit Arsenal-Kapitän Mikel Arteta im Strafraum zu Boden. Während die Dortmunder Elfmeter forderten, wollte der portugiesische Schiedsrichter Olegario Benquerenca eine „Schwalbe“ des Angreifers gesehen haben und ahndete sie mit der Gelben Karte.

          Auch wenn der BVB in der Folge die aktivere, bissigere Mannschaft blieb, dauerte es eine Weile, bis die Vorstöße der Heimelf zu guten Chancen führten. Mitte des ersten Durchgangs wurden die Angriffe gefährlicher. Arsenal-Torhüter Wojciech Szczesny sah sich einige Male gefordert, so etwa als Aubameyang eine gefällige Kombination mit einer Direktabnahme abschloss. Kurz darauf bekam der Torhüter eine Flanke von Immobile nicht unter Kontrolle, doch Mchitarjan wusste die daraus resultierende Chance nicht zu nutzen, sondern verfehlte das Ziel. Unmittelbar vor der Pause holte Immobile das Versäumte jedoch nach. Aus der eigenen Hälfte heraus startete er einen unwiderstehlichen Sprint über etwa sechzig Meter und schloss den Alleingang mit einem Flachschuss in die linke untere Ecke ab.

          Arsenal hatte sich bis dahin fast nur auf seine Sicherheitsinteressen konzentriert. Die Offensive mit dem deutschen Nationalspieler Mesut Özil erzeugte wenig Gefahr. Eine Ausnahme gab es allerdings: In der 41. Minute tauchte Danny Welbeck plötzlich frei vor BVB-Torhüter Weidenfeller auf, schob den Ball aber knapp am langen Eck vorbei.

          Mit der Führung im Rücken legte Dortmund nach der Pause einen furiosen Neustart hin und baute den Vorsprung aus. Aubameyang, der den ganzen Abend kaum zu bremsen war, bekam den Ball von Großkreutz in den Lauf gespielt, umspielte danach Szczesny, der aus seinem Tor geeilt war, und vollendete zum 2:0. Arsenal, zum siebzehnten Mal nacheinander in der Champions League dabei, vermochte dem Ansturm weiterhin wenig entgegenzusetzen und hätte in ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs noch höher in Rückstand geraten können. Doch Szczesny entschärfte einen gefährlichen Schuss von Immobile, und Aubameyang traf nach einem Fünfzigmeterlauf nur die Latte. Özil verließ in der 62. Minute unverrichteter Dinge den Rasen. Auch ohne den Mittelfeldstrategen des Weltmeisters brachte Arsenal kaum etwas Konstruktives zustande. So brauchten die Dortmunder gegen Ende nicht einmal mehr alle Kräfte zu mobilisieren, um den hochverdienten Erfolg zu sichern.

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