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Bayerns Champions-League-Sieg : Der „King“ und die Krönung

Da ist das Ding: Coman präsentiert den „Henkelpott“ Bild: EPA

Die Bayern triumphieren auch in der Champions League. Mit seinem Kopfballtor zum 1:0 macht Kingsley Coman, ein Glücksgriff von Trainer Hansi Flick, das zweite Triple der Münchner nach 2013 perfekt.

          4 Min.

          Europa eine Monarchie? Das gibt es nur im Reich von König Fußball. Und nun sind sie die „Könige Europas“, wie Thomas Müller das große Ziel genannt hatte – sie, die Bayern, und nicht etwa der Emir von Qatar und seine spielende Truppe. Mit dem 1:0-Sieg gegen Paris St-Germain im letzten Spiel der längsten aller Fußballsaisons, dem Finale der Champions League, hat der FC Bayern am Sonntagabend in Lissabon den letzten Schritt zur Krönung einer phänomenalen Spielzeit gemacht – Vollendung des „Triple“ aus Meisterschaft, Pokal und Champions League.

          Champions League
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Den Siegtreffer erzielte der gebürtige Pariser Kingsley Coman, von Trainer Hansi Flick anstelle von Ivan Perisic in die Startelf geholt, mit einem Kopfball in der 59. Minute. Am Ende hielt Kapitän Manuel Neuer im Estádio da Luz die bedeutendste Trophäe des Vereinsfußballs in die Luft, jenen Pokal mit den charakteristisch nach innen gewölbten Henkeln, deren Silhouette wie die zweier riesiger Ohrmuscheln erscheint. Die Bayern haben ihn nun zum sechsten Mal gewonnen und damit mit dem Vorjahressieger FC Liverpool gleichgezogen, nur Real Madrid (13 Siege) und dem AC Mailand (sieben) gelang das noch öfter.

          Neuer ist neben David Alaba, Thomas Müller, Jerome Boateng und Javi Martinez einer von fünf Bayern-Spielern, die schon beim ersten Triple 2013 dabei waren. Sie schließen damit zu einem exklusiven Kreis von Lionel Messi und sechs weiteren Spielern des FC Barcelona auf, die bisher als einzige ein solches doppeltes Triple geschafft hatten.

          Ob man auch Thiago dazuzählen kann, als einzigen Spieler, der das doppelte Triple mit zwei verschiedenen Klubs erreicht hätte, darüber werden sich statistische Puristen die Köpfe zerbrechen müssen. Der Spanier, der im Finale gegen Paris sein wohl letztes Spiel für die Bayern bestritt, ehe es ihn nach Liverpool zieht, stand in der Saison 2008/09 als 17-jähriger Nachwuchsspieler einmal auch im Profikader seines Heimatklubs FC Barcelona, bestritt aber nur 15 Spielminuten.

          In Lissabon war der Druck von Beginn an spürbar groß bei allen Beteiligten. Nur nicht beim wichtigsten, dem Ball. Nach zehn Minuten bemängelte Bayern-Trainer Flick einen deutlichen Druckverlust beim Spielgerät, das ihm an der Seitenlinie in die Finger kam. Der Schiedsrichter bedeutete ihm, einen anderen zu nehmen, es waren ja genug da.

          Und der Ball musste sich nicht beschweren, er wurde gut behandelt und mit hohem Tempo von Tor zu Tor befördert. Als erste schafften es die Pariser, die gegenseitige Pressing-Blockade in der Hälfte des anderen aufzulösen. Ein Konter über Mbappé landete bei Neymar, der halblinks frei vor Neuer auftauchte. Der Torwart parierte den Schuss des Brasilianers aus spitzem Winkel mit viel Geschick – und dem bisschen Glück, dass der Ball von seiner linken Ferse und einer Gesäßhälfte hinter ihm zur Seite ins Toraus sprang (18.).

          Kaum schien es, dass die Franzosen ein wenig das Kommando übernahmen, zeigten die Bayern ihre Torgefahr – und fast wäre, wie schon gegen Barcelona und Lyon im Viertel- und Halbfinale, auch im Endspiel der erste gelungene Abschluss gleich im Tor gelandet. Robert Lewandowski brachte ein halbhohes Zuspiel von Alphonso Davies mit dem Rücken zum Tor kunstvoll unter Kontrolle und setzte den Ball aus zwölf Metern aus der Drehung an den linken Pfosten (22.).

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