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Champions League : Raúl sorgt für Schalker Frühlingsgefühle

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Ausgleichender Typ: Raul (l.) sorgt für Schalker Sicherheit Bild: dpa

Der FC Schalke 04 hat gute Aussichten, das Viertelfinale der Champions League zu erreichen. Beim spanischen Spitzenklub FC Valencia kommen die Westfalen zu einem verdienten 1:1. Dank seines Treffers übernimmt Raúl die alleinige Führung in der Liste der besten Europapokaltorjäger.

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          Lange sah es nicht danach aus, dann aber wurde dieser Champions-League-Abend am Dienstag im Mestalla-Stadion doch noch zu einer Fiesta für Raúl, die für eine Dienstreise aus Deutschland zurückgekehrten früheren Galionsfigur von Real Madrid. Der 33 Jahre alte Madrilene im königsblauen Dress des FC Schalke 04 egalisierte die 1:0-Führung, die sich der FC Valencia vor der Pause durch Soldados Tor (17. Minute) verdient hatte. Sein Treffer zum 1:1 (63.) bescherte dem Tabellenzehnten der Fußball-Bundesliga beste Perspektiven für das Erreichen des Viertelfinales im europäischen De-luxe-Wettstreit.

          Doch auch das Rückspiel am 9. März dürfte gegen die offensivstarken Valencianer zu einer schweren Aufgabe werden. Das Remis vom Dienstag ist jedoch ein gutes Omen: Unentschieden endeten auch die Spiele 1997, vor Schalkes Uefa-Cup-Triumph, und 2007 in einem Champions-League-Gruppenspiel, ehe Schalke später das Achtelfinale erreichte und später im Viertelfinale ausschied. FC Valencia gegen Raúl, das war von vornherein das ganz besondere Duell innerhalb dieser spanisch-deutschen Auseinandersetzung. Acht Monate nach dem Beginn seines Deutschland-Abenteuers kehrte die Stürmerlegende von Real Madrid erstmals zu einem Pflichtspiel in die Heimat zurück - an jenen Ort, an dem er in seinen 16 Jahren bei Real fünf Treffer für den spanischen Rekordmeister erzielte.

          Ihm wurde am Flughafen von mehr als hundert Raúl-Fans und im Mestalla-Stadion bei der Pressekonferenz vor dem Spiel von mehr als hundert Journalisten und zwanzig Kamerateams schon am Montag ein großer Empfang bereitet. „Es ist etwas sehr Spezielles für mich“, sagte der auch „auf“ Schalke längst angekommene 33 Jahre alte Publikumsliebling, „wieder in Spanien zu spielen.“ Gegen eine Mannschaft, die hinter dem FC Barcelona und Real Madrid Platz drei in der Primera División belegt und keines der vorangegangenen neun Spiele verlor. „In diesen beiden Achtelfinal-Begegnungen“, prophezeite der nun mit 71 Toren beste Torschütze der Europacup-Historie (der Mailänder Filippo Inzaghi weist „nur“ 70 Treffer auf) tags vor Teil eins der Auseinandersetzung, „werden Details über Sieg oder Niederlage entscheiden. Valencia wird einen hohen Rhythmus vorlegen. Die Mannschaft ist kompakt, konterstark und torgefährlich. Aber ich bin sicher, dass wir ihr weh tun können.“

          Gut gemerkt: Raul (m.) weiß, wo in Valencia das Tor steht

          In der ersten Hälfte aber zu selten. Immerhin besaß Schalke die erste große Gelegenheit, die der seit Monaten torlose Huntelaar dilettantisch verschenkte, indem er ein Luftloch schlug (9.). Auch Kluge, der beste Königsblaue vor dem Wechsel, war noch einmal nahe an einem Treffer, als Torhüter Guaita den Kopfball des Schalkers gegen die Latte lenkte (26.). Sonst aber mussten sich die Westfalen oft genug der valencianischen Tempoattacken erwehren. Angetrieben von der federnden Dynamik der Mittelfeldspieler Topal, Banega und Tino Costa, setzte sich im Angriffszentrum vor allem Raúls früherer Real-Kollege Soldado immer wieder in Szene. Er erzielte auch das Führungstor für die in der ersten Hälfte bessere Mannschaft, als er nach Metzelders Fehlpass und Mathieus Hereingabe den Ball volley ins Tor schoss (17.). Weitere Gelegenheiten für das spanische Spitzenteam verhinderten Torwart Neuer und der starke Innenverteidiger Höwedes.

          Schnelle Reaktion

          Raúl, vorher die vermeintliche Hauptperson dieses guten, jederzeit intensiven und bewegten Champions-League-Duells spielte vor der Pause nur eine bemühte Nebenrolle. Er lauerte auf seine Gelegenheit, gegen die defensiv anfällig und nervös anmutenden Valencianer. Die sollte später kommen. Einen ersten Warnschuss des allseits geschätzten liebenswerten Stars konnte Guaita noch parieren (48.), aber fünfzehn Minuten später war es dann so weit: Schmitz hatte auf Jurado gespielt, bei dessen Vorlage reagierte Raúl entschieden schneller als sein Gegenspieler Navarro, als er den Ball eroberte und ihm mit einem Flachschuss ins rechte Eck den passenden Drall versetzte (63.). Das 1:1 krönte eine Heimkehrergeschichte, die diesen ansehnlichen Champions-League-Abend überwölbt hatte.

          Vergessen waren die bangen Momente, die Schalke auch in der zweiten Hälfte zu überstehen hatte, vergeben die Schwächeanfälle, die sich vor allem der im defensiven Mittelfeld überforderte Matip geleistet hatte. Raúls 71. Treffer in den verschiedenen Europapokal-Wettbewerben überstrahlte alles. Kein Wunder, dass sich der Spanier wie all seine Kollegen schon auf das Wiedersehen mit Valencia am 9. März freut.

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