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Champions League : Nedved düpiert die Bayern - „Naive Fehler“ in der Defensive

  • Aktualisiert am

Nedved jubelt, Kahn nicht Bild: AP

Ein Tor des Tschechen Pavel Nedved besiegelte das unglückliche 0:1 des FC Bayern bei Juventus Turin. Nun müssen die Münchner um das Weiterkommen in der Champions League bangen.

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          Als nach der zweiten Pleite innerhalb von vier Tagen das Wort Krise fiel, war Uli Hoeneß in seinem Element. „Ich frage mich, ob ihr noch alle Tassen im Schrank habt. Das ist doch nicht zu fassen“, polterte der Manager von Bayern München nach dem 0:1 (0:0) bei Juventus Turin.

          Allerdings mußte auch Hoeneß eingestehen, daß der deutsche Fußball-Rekordmeister seinen hohen Ansprüchen derzeit nicht gerecht wird und daß es für die Münchner nach dem jüngsten Rückschlag in der Bundesliga nun auch in der Champions League auf dem Weg zum Minimalziel Achtelfinale wieder „sehr ernst wird“.

          „Ordentliche Leistung“

          Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge redete seinen Stars beim obligatorischen Mitternachtsbankett deshalb gleich einmal ins Gewissen. „Die Leistung war ordentlich. Entscheidend ist aber, daß wir verloren haben. Wir sollten uns nicht an Niederlagen gewöhnen. Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen und jetzt Gas geben“, forderte der Vorstandsvorsitzende bei seiner kurzen Ansprache im Saal „Marconi“ des Hotels „Ambasciatori“ in Turin.

          Aus und vorbei: Die Bayern-Stürmer Makaay und Hashemian nach Schlußpfiff

          Wichtig sei, „daß wir schnell wieder auf den Pfad der Tugend, sprich zu Siegen, zurückkommen. Wir müssen alle Konzentration bündeln, um die Punkte, die wir bitter nötig haben, einzufahren“, erklärte der Bayern-Boß bei Gemüseflan mit Käsefondue oder Vol-au-Vent mit Schinken. Am 3. November beim Heimspiel gegen Juve habe man „die Gelegenheit zu zeigen, daß wir auch zu den besten Mannschaften in Europa gehören“.

          Kollektiver Tiefschlaf

          Nach Meinung von Hoeneß, Trainer Felix Magath und auch der Spieler war der FC Bayern am Dienstag vor gerade einmal 18.089 Zuschauern im Stadion „delle Alpi“ bereits besser als die „alte Dame“. „Wir haben sehr gut gespielt. Das war eine ganz andere Mannschaft als gegen Schalke, aggressiv, aktiv und jederzeit Herr der Lage. Und das immerhin gegen einen Mitfavoriten um die Krone“, urteilte Magath. Auch Hoeneß empfand die Niederlage durch ein Tor von Europas „Fußballer des Jahres“ Pavel Nedved in der 76. Minute nach kollektivem Tiefschlaf der Bayern-Abwehr als „gar nicht gerecht. Wir haben das Spiel über weite Strecken kontrolliert“.

          Entsprechend groß war die Enttäuschung beim FC Bayern, doch negative Auswirkungen erwartet beim Rekordmeister vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei Hansa Rostock niemand. „Das wird uns nicht berühren. Darauf läßt sich aufbauen. Wenn wir in der Bundesliga diese Linie beibehalten, werden wir unsere Punkte machen, um weiter nach vorne zu kommen. Dann sehe ich keine Probleme“, sagte der Trainer. Torjäger Roy Makaay meinte ebenfalls, daß man optimistisch in die Zukunft schauen könne.

          Bayern unter Druck

          Magath sieht die Situation in der Gruppe C, in der die Münchner mit sechs Zählern drei Punkte hinter den Minimalisten von „Juve“ (dreimal 1:0) und drei vor Ajax Amsterdam auf dem zweiten Platz stehen, immerhin als „komfortabel“ an. Allerdings habe sich der FC Bayern „in Zugzwang gebracht“, stellte Michael Ballack fest. In den beiden folgenden Heimspielen gegen Juventus und Tel Aviv seien vier Punkte Pflicht. Hoeneß forderte einen Heimsieg gegen Turin, „um ganz sicher zu gehen“.

          Dazu muß der Rekordmeister jedoch seine „naiven Fehler“ (Ballack) in der Defensive abstellen. Zudem besteht vor allem im Angriff Handlungsbedarf, da Makaay auch in Turin zu sehr auf sich alleine gestellt war. Entsprechend hofft nicht nur Magath auf die baldige Rückkehr der verletzten Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro, „damit wir unsere Torgefahr erhöhen“. Derzeit würde der Mannschaft „Angriffspotential fehlen“, so Magath.

          „Noch ist nichts verloren“

          Trotz gewisser Probleme, die zuletzt bereits beim 0:1 gegen Schalke sichtbar wurden, sind beim FC Bayern alle überzeugt, das Achtelfinale in der Champions League zu erreichen. „Wir haben Punkte verschenkt, aber noch ist nichts verloren“, sagte Rummenigge. „Wir haben gute Chancen, unser großes Ziel zu packen.“ Dazu müsse die Mannschaft, so Hoeneß, „aber schnell wieder den Rhythmus wie gegen Ajax und Freiburg finden“. Ansonsten ist die Krise beim FC Bayern nicht fern ...

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