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Champions League : Manchester United zu stark für den VfB Stuttgart

  • Aktualisiert am

Abgedrängt: Torschütze van Nistelrooy gegen Meira Bild: dpa/dpaweb

Der VfB Stuttgart unterliegt im letzten Gruppenspiel der Champions League 0:2 beim Fußball-Schwergewicht Manchester United. Für das Achtelfinale hatten sich die wackeren Schwaben schon vorher qualifiziert.

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          Manchester Uniteds Kreativ-Trio Ruud van Nistelrooy, Ryan Giggs und Paul Scholes hat dem VfB Stuttgart auf der internationalen Fußball-Bühne deutlich die Grenzen aufgezeigt. Das geniale Dreieck sorgte im „Theater der Träume“ für ein unsanftes Erwachen des schwäbischen Jung-Ensembles. „Diese Qualität haben wir nicht. Das hat den Unterschied ausgemacht“, lobte VfB-Teammanager Felix Magath nach dem achtbaren 0:2 (0:1) im letzten Gruppenspiel der Champions League die Sonderklasse des englischen Spitzenteams. Gegen die groß aufspielenden Hauptdarsteller kamen die biederen Schwaben über Nebenrollen nicht hinaus.

          „Die letzten Wochen waren mental ein Problem“

          Mehr als der qualitative Unterschied und der verpaßte Gruppensieg machen Magath mentale Schwierigkeiten seiner Schützlinge Sorgen. Das ernüchternde 0:1 durch den überragenden van Nistelrooy in der Nachspielzeit des ersten Aktes - das zweite Tor erzielte Giggs (58.) nach traumhafter Vorarbeit des Niederländers - gab einen zusätzlichen Knacks, nachdem die „jungen Wilden“ wegen der beiden jüngsten Unentschieden in der Bundesliga und der DFB-Pokal-Niederlage psychisch angeschlagen waren, wie der Trainer einräumte. „Die letzten Wochen waren mental ein Problem. Wir müssen da was tun.“

          Da schwebt einer über den Dingen: Van Nistelrooy trifft per Kopf zum 1:0 für ManU
          Da schwebt einer über den Dingen: Van Nistelrooy trifft per Kopf zum 1:0 für ManU : Bild: dpa/dpaweb

          Können Magath und die Mannschaft dieses Problem nicht umgehend lösen, drohen im Endspurt vor der Winterpause in den Partien gegen Bayern München und Bayer Leverkusen die nächsten Ernüchterungen und damit ein Rückschlag im Titelkampf. „Wir müssen stabiler werden bis Samstag. Bayern ist eine Klassemannschaft wie Manchester“, sagte der Trainer. Er ergänzte aber auch: „Es gibt keinen Grund für die Spieler, die Köpfe hängen zu lassen.“

          Zumindest verbal teilen die geistig und körperlich zunehmend müde wirkenden VfB-Profis Magaths Meinung. „In der Meisterschaft vorn und im Achtelfinale der Champions League - was wir erreicht haben, ist überragend. Es gibt keine Krise“, zog Andreas Hinkel eine positive Zwischenbilanz. „Die nächsten beiden Spiele könnten kritisch werden, die müssen wir gut über die Bühne bringen. Aber gegen große Gegner haben wir mental keine Probleme.“

          Letztere Behauptung traf zumindest für die Partie im Stadion Old Trafford nicht zu. Kontrollierte der Bundesliga-Spitzenreiter noch zu Beginn frisch-frech und taktisch klug das Geschehen, so geriet er angesichts der größer werdenden Dominanz des 15maligen englischen Meisters immer stärker ins Hintertreffen. „Man hat gemerkt, daß die schon länger Champions League spielen“, sagte Kevin Kuranyi, dessen sportliche Zukunft sich noch vor dem Bayern-Spiel entscheiden soll. „Wir können daraus viel lernen.“

          „Wir können so erfolgreich werden wie Bayern“

          Magath zog dennoch eine positive Zwischenbilanz. „Insgesamt war es eine hervorragende Champions-League-Runde für uns. Wir sind verdient und nicht viel schlechter als ManU ins Achtelfinale eingezogen. Jetzt hoffe ich, daß wir weiterkommen“, sagte er. Der VfB habe als junge Mannschaft gute Perspektiven. „Wir können so erfolgreich werden wie Bayern - und Manchester ist ja auch so gestartet“, meinte Magath.

          Momentan trennen die Schwaben und die Briten neben dem sportlichen Potenzial auch finanziell Welten. Magath rechnete vor, daß der gesamte VfB-Kader weniger gekostet habe als Manchesters Rio Ferdinand, der mit 42 Millionen Euro teuerste Abwehrakteur der Welt. „Als Mannschaft haben wir gute Erfolge erreicht. Was die Einzelspieler anbelangt, können wir ManU, aber auch manch deutschem Club nicht das Wasser reichen“, sagte er. „Dafür haben wir uns gut verkauft.“ Eine Einschätzung die Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson teilte: „Stuttgart ist ein gutes Team.“

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