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Das Maß der Dinge? : Manchester City droht Ärger

  • -Aktualisiert am

Glücklich mit der Meisterschaft, aber die Champions League soll eigentlich auch gewonnen werden: Pep Guardiola, Trainer von Manchester City Bild: AP

Die Mannschaft von Pep Guardiola umweht nach der Titelverteidigung ein Hauch von Unbesiegbarkeit – aber nur in England. Berichten zufolge könnte für Manchester City ein Champions-League-Ausschluss bevorstehen.

          Einundzwanzig Minuten lang sah es so aus, als würde Manchester City die englische Meisterschaft am letzten Spieltag der Premier League aus den Händen geben. Verfolger Liverpool führte zu Hause gegen Wolverhampton 1:0, City dagegen lag in Brighton 0:1 zurück. Wäre es dabei geblieben, hätte Liverpool am Sonntagnachmittag die erste Meisterschaft seit 29 Jahren gefeiert – und City wäre düpiert gewesen. Brightons Fans machten sich einen Spaß daraus, argwöhnisch über den Spielstand in Liverpool zu singen, um die Manchester-Profis zu verunsichern.

          Citys Kapitän Vincent Kompany gab später zu, die Gesänge zwar gehört, sie aber nicht an sich herangelassen zu haben. Lange mussten er und seine Mitspieler das Getöse ohnehin nicht ertragen. Den Ausgleich erzielten sie nur 83 Sekunden nachdem sie in Rückstand geraten waren. Und mit dem 2:1 aus ihrer Sicht wenige Minuten später schoben sie sich in der Tabelle wieder an Liverpool vorbei. Die Führung, der Titelgewinn geriet danach nicht mehr in Gefahr.

          Eine große Last fällt ab

          Für Citys Trainer Pep Guardiola war es ein aufwühlender Tag an Englands sonniger Südküste. Als seine Mannschaft in Rückstand geriet, legte er die Stirn sorgenvoll in Falten. Nach dem Tor zum 1:1 animierte er seine Spieler energisch zum Weitermachen, nach dem 2:1 sank er auf die Knie. Das 4:1 durch einen direkt verwandelten Freistoß des deutschen Nationalspielers Ilkay Gündogan entspannte letztlich auch seine Gesichtsmuskulatur. Und als es endlich geschafft war, da wirkte der Spanier erleichtert, so als wäre eine große Last von ihm abgefallen.

          Anders als im vergangenen Jahr, als City mit 19 Punkten Vorsprung Meister geworden war, lieferte Liverpool ihnen in diesem Jahr einen harten Kampf bis zum Schluss. Er ging nicht spurlos an Guardiola vorbei. „Um diesen Titel zu gewinnen, mussten wir 14 Spiele nacheinander gewinnen“, sagte der erschöpft wirkende Trainer Minuten nach dem Abpfiff: „Das ist mit Abstand der schwierigste Titel in meiner Karriere.“

          In zehn Spielzeiten als Cheftrainer hat Guardiola nun acht Mal die jeweilige Landesmeisterschaft gewonnen: drei mit dem FC Barcelona, drei mit Bayern München, zwei mit Manchester City. Der Titelkampf gegen Liverpool war packend und von einer nie dagewesenen Intensität: City ist Meister mit 98 Punkten, Liverpool Zweiter mit 97 Punkten, dahinter klafft in der Tabelle eine Lücke von 25 Punkten bis zum Chelsea FC auf Platz drei. In dieser und der vergangenen Saison zusammen hat City 198 Punkte geholt und allein in der Liga 201 Tore geschossen. Wie schon im Vorjahr haben sie 32 ihrer 38 Saisonspiele gewonnen; das ist Rekord in 27 Jahren Premier League.

          Die nationale Dominanz des seit 2008 aus Abu Dhabi fürstlich finanzierten Klubs ist gewaltig. Und die Serie von 14 Siegen zur Titelverteidigung zeigt, dass sie nicht nur allein auf weiter Flur erfolgreich sein können, sondern auch unter höchstem Druck die Nerven behalten. Die Art, wie City über Wochen die Tabellenführung behauptet habe, verleihe ihnen nunmehr den Hauch der Unbesiegbarkeit, schrieb die BBC.

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