https://www.faz.net/-gtl-7najk

Champions League : Leverkusen ohne Blamage raus

  • Aktualisiert am

Can geht vor Ibrahimovic förmlich in die Knie - später wird er auch noch vom Platz gestellt Bild: AP

Nach dem 0:4 im Hinspiel war mit einem Weiterkommen gegen Paris St. Germain nicht mehr zu rechnen. Immerhin: Bayer verliert nur 1:2 - und vergibt sogar einen Elfmeter.

          2 Min.

          Bayer Leverkusen hat sich mit Anstand als erste deutsche Mannschaft aus der Champions League verabschiedet. Der Bundesliga-Dritte verlor am Mittwoch beim französischen Fußball-Meister Paris St. Germain zwar 1:2 (1:1), konnte eine erneute Pleite wie im Hinspiel aber verhindern. Drei Wochen nach der 0:4-Blamage brachte Sidney Sam den Werksclub überraschend sogar in Führung (6. Minute). Doch Marquinhos (13.) und Ezequiel Lavezzi (53.) drehten die Partie und schossen den erwarteten Sieg für das Star-Ensemble von der Seine heraus.

          Simon Rolfes scheiterte mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Schlussmann Salvatore Sirigu (28.). Emre Can sah in der 68. Minute nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte.

          Insgesamt aber zeigte die zuletzt so verunsicherte Mannschaft von Bayer-Cheftrainer Sami Hyypiä vor 46.000 Zuschauern im Prinzenpark-Stadion eine engagierte Leistung und vermied drei Tage vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Bayern München einen weiteren Tiefschlag. Der schwedische Starstürmer Zlatan Ibrahimovic, Doppel-Torschütze im Hinspiel, traf diesmal nicht und wurde in der 72. Minute ausgewechselt. Mit bislang zehn Champions-League-Toren konnte er nicht mit Real-Star Cristiano Ronaldo (11) gleichziehen.

          Ibrahimovic scheitert an Latte und Leno

          Bei Bayer erhielt der zuletzt schwer kriselnde Angreifer Stefan Kießling eine schöpferische Pause. Für ihn stand Eren Derdiyok in der Startelf. Insgesamt brachte Hyypiä sechs Neue im Vergleich zum 1:1 in Hannover - zwei waren maßgeblich am frühen Führungstreffer beteiligt. Nach einer Flanke von Giulio Donati köpfte Sam zum 1:0 ein.

          „Die Ausgangslage ist nicht ideal, aber wenn es gut läuft, können wir viel Positives mitnehmen“, hatte Hyypiä unmittelbar vor dem Anpfiff gesagt. Tatsächlich begann seine Elf engagiert und einsatzfreudig. Nach drei Minuten versuchte es Can aus der Distanz.

          Doch die leise Leverkusener Hoffnung auf ein Fußball-Wunder währte nur zehn Minuten. Der Pariser Paradesturm mit Ibrahimovic, Lavezzi und Edinson Cavani stürzte die Gäste immer wieder in Verlegenheit. Ibrahimovic scheiterte am gut reagierenden Bayer-Torwart Bernd Leno (13.) und setzte einen gefühlvollen Heber an die Latte (18.). Zwischendurch köpfte Marquinhos zum 1:1 ein.

          Wie verunsichert der Krisenclub aus Leverkusen nach dem Remis in Hannover und den vorherigen fünf Niederlagen in Serie noch ist, zeigte das Scheitern von Kapitän Rolfes vom Elfmeterpunkt. Derdiyok war von Christophe Jallet am Trikot gezupft worden, doch Rolfes konnte das Elfmeter-Angebot nicht nutzen. Nun schien die Moral gebrochen. Der schwedische Ausnahmestürmer Ibrahimovic bediente Cavani mit einem Zauberpass, der Uruguayer scheiterte an Leno (38.).

          O la la: Sportdirektor Rudi Völler ahnte schon, was auf sein Team zukommen würde

          Ohne den gesperrten Innenverteidiger Emir Spahic und die verletzten Lars Bender und Jens Hegeler wehrte sich Bayer auch nach dem Wechsel tapfer. Der entscheidende Pass nach vorne aber fehlte, die Fehlerquote im Leverkusener Spiel war zu hoch, um die Millionentruppe aus der französischen Hauptstadt ernsthaft zu gefährden. Donati (54.) und Gonzalo Castro (59.) scheiterten an Sirigu.

          Der zweite Königsklassen-Viertelfinal-Einzug nacheinander geriet für PSG nie in Gefahr. In der Schlussphase ließen es beide Teams ruhiger angehen. Leno klärte stark gegen Javier Pastore (84.). Für Bayer soll in den kommenden Wochen nun in der Bundesliga das Projekt direkte Rückkehr in die Champions League in die Tat umgesetzt werden.

          Paris St. Germain - Bayer Leverkusen 2:1 (1:1)

          Paris St. Germain: Sirigu - Jallet, Marquinhos, Thiago Silva, Digne - Pastore, Cabaye, Rabiot - Cavani (85. Camara), Ibrahimovic (72. Ménez), Lavezzi (62. Lucas)
          Bayer Leverkusen: Leno - Donati, Wollscheid, Toprak, Guardado - Rolfes, Reinartz (78. Wagener), Can - Castro (67. Son), Derdiyok, Sam (67. Brandt)
          Schiedsrichter: Bebek (Kroatien)
          Zuschauer: 45 596
          Tore: 0:1 Sam (6.), 1:1 Marquinhos (13.), 2:1 Lavezzi (53.)
          Besonderes Vorkommnis: Sirigu (Paris St. Germain) hält Foulelfmeter von Rolfes (28.)
          Gelbe Karten: Jallet, Rabiot / Derdiyok, Wagener
          Gelb-Rote Karten: - / Can (68./Unsportlichkeit)

          Weitere Themen

          Das Genie des Muskels

          FAZ Plus Artikel: Fußball und Literatur : Das Genie des Muskels

          Ist Sport der feindliche Bruder der Literatur oder selbst eine Kunstform, für die es keine Worte gibt? Tendenz: unentschieden. Eine Spurensuche dort, wo die Welt des Fußballs und die des Geistes sich berühren.

          Topmeldungen

          Scharlatan oder Wunderheiler? Der Mediziner Didier Raoult spaltet Frankreich

          Didier Raoult : Frankreichs Wunderheiler

          Der exzentrische Arzt Didier Raoult ist in der Corona-Krise weltweit berühmt geworden. Er wird geliebt, weil er die Pariser Elite vorführt. Viele halten ihn aber auch für einen Scharlatan, wenn nicht gar für einen gefährlichen Populisten.
          Karl von Rohr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, während des Gespräch in der Vorstandetage der Deutschen Bank in Frankfurt.

          Deutsche Bank-Vize im Gespräch : Keine Fusion aus Angst vor Dritten

          Neben der Commerzbank und Wirecard steht die Deutsche Bank derzeit solide da. Karl von Rohr spricht darüber, wo die Corona-Krise Spuren hinterlässt, was er sich von der Bafin wünscht und warum die Bank Hilfe von Google braucht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.