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Champions-League-Finale : Kein Happy End für Ribéry

  • -Aktualisiert am

Verletzt vom Feld: Ribéry in der Nachspielzeit Bild: dpa

Der Münchner Star Ribéry träumt vom Finalsieg in der Meisterliga. Dann aber läuft alles schief. Er trifft ins Netz, holt einen Elfmeter heraus - und steht am Ende doch als Verlierer da.

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          Franck Ribéry wurde nicht der König dieses Spiels, am Ende stand er überhaupt nicht mehr auf dem Platz - und musste sehen, wie die anderen jubelten, weil seine Kollegen vom FC Bayern München im Elfmeterschießen am FC Chelsea scheiterten. Gehofft hatte der Franzose eigentlich auf etwas anderes: „Mit dem Endspiel in München kann ich endlich Madrid abhaken“, hatte er vor dem Champions-League-Duell mit den Londonern gesagt.

          Im Finale vor zwei Jahren fehlte Ribéry. Traurig saß er in Madrid auf der Tribüne, als sich seine Kollegen vergeblich mühten, Inter Mailand zu bezwingen. Damals hatte er im ersten Halbfinale gegen Lyon die Rote Karte gesehen, weil er übermotiviert mit der Sohle voran in den Unterschenkel von Stürmer Lisandro Lopez gesprungen war. „Da habe ich mich nicht gut gefühlt“, sagt er heute.

          Es fehlte ihm Alaba

          Am Samstagabend hatte es Ribéry nicht ganz leicht gegen José Bosingwa auf der linken Seite, es fehlte ihm wohl auch die Unterstützung des gesperrten David Alaba. Anders als der spielstarke Österreicher sind Diego Contentos Offensivqualitäten limitiert. So gehörte dieses Finale dann nicht zu den besten Spielen des Franzosen in dieser Saison, die er selbst als seine bisher beste bezeichnet, besser als seine erste in München vor fünf Jahren. Insgesamt 20 Tore hat er in Bundesliga, Pokal und Champions League vorbereitet - und zwölf selbst geschossen, so effektiv war er noch nie.

          Immer wieder versuchte Ribéry gegen Chelsea Akzente zu setzen, zog in die Mitte und schoss auch ein paar Mal aufs Tor, am besten in der 53. Minute, da landete der Ball sogar im Netz. Aber Ribéry stand im Abseits, und deshalb zählte der Treffer nicht. Seine stärkste Szene in der regulären Spielzeit hatte er in der 76. Minute, als er sich im Strafraum durchsetzte, seinen Heber von der Torauslinie konnte Chelsea-Torhüter Petr Cech gerade noch über das Tor lenken.

          Eng am Mann: Ribérys Londoner Gegenspieler Jose Bosingwa (im Foto links)

          Und dann kam die Verlängerung, 93. Minute: Drogba brachte Ribéry im Strafraum zu Fall, und wenn Robben den fälligen Strafstoß verwandelte hätte, wäre wenigstens der Niederländer der König des Abends geworden. Aber Robben scheiterte am Torwart, wie schon gegen Dortmund im April. Ribéry musste verletzt ausgewechselt werden. In der 96. Minute war das Finale für ihn vorbei.

          In Madrid gefehlt, in München gescheitert

          2010 hatten die Bayern mit dem Fehlen von Ribéry gehadert, weil ihr Spiel berechenbarer war für die Mailänder. Es war eine schwierige Zeit für Ribéry, nicht nur wegen der verpassten Finalteilnahme. In Frankreich nahm die Justiz Ermittlungen wegen sexueller Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten auf, sportlich hatte ihm Arjen Robben in jener Saison den Rang abgelaufen. Trotzdem sind sich die Münchner noch heute sicher, dass sie mit Ribéry mehr Druck auf Inter ausgeübt hätten.

          Mit dem FC Chelsea gewann zum ersten Mal ein Klub aus London die Champions League

          Damals hatte er mit sich gerungen, ob er beim FC Bayern bleiben sollte. Real Madrid war an ihm interessiert - und Ribéry auch an einem Wechsel zum spanischen Rekordmeister. Aber wie sich die Bayern um ihn kümmerten, als in der Heimat die Justiz gegen ihn ermittelte, hat Ribéry beeindruckt. Er habe gespürt, dass dieser Verein „eine echte Familie ist“, sagte er. Einen Tag nach dem verlorenen Finale verlängerte er seinen Vertrag bei den Münchnern bis 2015. „Isch ’abe gemacht fünf Jahre mehr“, rief er beim Empfang auf dem Marienplatz ins Mikrofon - und wohl gehofft, dass er bald noch einmal eine Chance in einem Champions-League-Finale bekommt. Doch das Glück blieb fern.

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