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Frauenfußball-Champions-League : Trostlose Krönungsstätte

Ärgernis für die Spielerinnen: Der Jahn-Sportpark ist Austragungsstätte des Champions-League-Finals Bild: Picture-Alliance

Das Champions-League-Finale der Fußballfrauen wird zum Politikum: Der FFC Frankfurt und Paris Saint-Germain müssen am Donnerstag in Berlin mit dem Jahn-Sportpark vorliebnehmen. Die Spielerinnen wundern sich, Berlin saniert für mehr als zwei Millionen Euro.

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          Kosovare Asllani hat sich sehr gewundert, als sie sich vor einigen Wochen das fürs Endspiel der Frauenfußball-Champions-League an diesem Donnerstag ausgewählte Stadion im Internet angeschaut hat. „Ich dachte, dass das Spiel in einem tollen, würdigen Rahmen stattfinden würde, da Deutschland doch das Land mit den wohl meisten modernen Arenen ist“, sagte die Offensivspielerin von Paris Saint-Germain, die sich mit ihrem Team für das Duell um die europäische Krone mit dem FFC Frankfurt in Berlin (18 Uhr/ live in der ARD) qualifiziert hat.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Statt eines der Schmuckkästchen, die die europäische Topspielerin von den WM-Turnieren der Männer und Frauen auf deutschem Boden kennt, fand sie aber nur recht trostlose Bilder des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks vor, in dem sie nun mit ihren deutschen Mitspielerinnen wie Annike Krahn, Lira Alushi oder Josephine Henning um den Titel spielt. Die marode Arena mit einer stimmungstötenden Leichtathletik-Laufbahn rund ums Spielfeld stieß nicht gerade auf große Gegenliebe bei Asllani. „Das Stadion ist fürchterlich, das ist respektlos gegenüber dem Frauenfußball“, sagt sie.

          Angst vor leeren Rängen

          Die Wahl verwundert aber nicht nur Asllani. Zwar war es seit einer Uefa-Entscheidung für einen gemeinsamen Finalort für Männer wie Frauen Usus, dass die Frauen in einem kleineren Stadion antraten als die Männer. Dies hatte aber stets organisatorische Gründe, da die Uefa zwei Tage vor dem Männerfinale kein weiteres Spiel in der jeweiligen Vorzeigearena der Finalstadt austragen wollte. Wegen des frühen Beginns der Frauenfußball-WM in Kanada am Tag des Männer-Endspiels mussten die Finals aber in diesem Jahr ohnehin zeitlich auseinandergerissen werden. Das Olympiastadion wäre also als Austragungsstätte denkbar gewesen.

          Kosovare Asllani (r., im Halbfinale gegen Wolfsburg) wird auch im Jahn-Sportpark vollen Einsatz zeigen
          Kosovare Asllani (r., im Halbfinale gegen Wolfsburg) wird auch im Jahn-Sportpark vollen Einsatz zeigen : Bild: AFP

          Die Uefa änderte ursprüngliche Pläne mit der großen Lösung jedoch aus Furcht, dass ein nahezu leeres Stadion bei einer Begegnung ohne deutsche Beteiligung ein schlechtes Licht auf die Veranstaltung werfen könnte. Im Vorjahr hatte der europäische Fußballverband in Lissabon in einem Frauenfußball-Entwicklungsland größte Mühe, durch die Kombination des Endspiels mit einem anschließenden Konzert wenigstens offiziell 8000 Zuschauer anzulocken. Eine ähnliche Blamage wollte der Verband nun vermeiden und entschied sich am 10. Juli 2014 für eine Änderung der Austragungsstätte. Die offizielle, mit dem DFB abgestimmte und nichtssagende Sprachregelung lautet, dass sich die Spitzen der Verbände auf dieses rund 17000 Sitzplätze bietende Stadion verständigt hätten.

          Es war bereits der zweite Wechsel des Spielorts: Ursprünglich hatte die Uefa den vom DFB bereits nach der Vergabe vorgeschlagenen Jahn-Sportpark nämlich wegen des Zustands der Sportstätte abgelehnt und das Olympiastadion gewählt, ehe die Angst siegte. Der Frankfurter Manager Siegfried Dietrich bedauert diesen fehlenden Mut zur Nutzung des Olympiastadions, das beim Eröffnungsspiel der Frauenfußball-WM 2011 übrigens ausverkauft war. „Man hätte bei deutscher Beteiligung das Olympiastadion zu drei Vierteln füllen können“, sagt Dietrich, der vor der Einführung der Champions League schon zwei Uefa-Pokal-Endspiele im Frankfurter Waldstadion selbst vermarktet hat und sich ein weiteres Signal für die Popularität des Sports erhofft hatte. Dann wäre der Rahmen würdig gewesen für den einsamen Kampf des letzten reinen Frauenfußballvereins in der europäischen Spitze gegen die von den Männern subventionierten Nobelmarken wie Bayern München, Wolfsburg oder Paris.

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