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Champions League : Europas Machtgefüge hat sich verschoben

  • Aktualisiert am

Traf in seinem Abschiedsspiel: Henrik Larsson Bild: AP

Das Fußball-Mutterland England stellt die Übermacht im Viertelfinale der Champions League. Nach Chelsea London und dem FC Liverpool qualifizierte sich auch Manchester United. Nur Lehmanns Arsenal London patzte.

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          Das Fußball-Mutterland England stellt die klare Übermacht im Champions-League-Viertelfinale, doch ausgerechnet Jens Lehmanns FC Arsenal scherte aus und musste im dritten Cup-Wettbewerb binnen elf Tagen den K.o. hinnehmen. „Das europäische Machtgefüge scheint sich über den Kanal dorthin verschoben zu haben, wo das Spiel erfunden wurde“, schrieb „The Times“ am Donnerstag mit Stolz über den Durchmarsch des Trios FC Chelsea, Manchester United und FC Liverpool.

          Dass Mitfavorit Arsenal wie Titelverteidiger FC Barcelona unerwartet nicht in die Top Acht gelangte, kommentierte selbst das seriöse Blatt mit spitzer Feder: „Die Hoffnung, die Hälfte aller Viertelfinalisten zu stellen, wurde am Mittwoch ebenso zerstört wie Arsenals Saison.“

          Für Rummenigge ist Chelsea Favorit

          Chelsea, „ManU“ und „Barca“-Bezwinger Liverpool kämpfen nun als Insel-Trio aussichtsreich gegen den AC Mailand, AS Rom, FC Bayern München, FC Valencia und PSV Eindhoven um den Königsklassen-Titel. „Vielleicht ist im Moment Chelsea der Top-Favorit“, meinte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor der Viertel- und Halbfinal- Auslosung am Freitag in Athen. Dabei ist keine Mannschaft gesetzt und erstmals können Teams aus ein und demselben Land aufeinander treffen.

          Traf in seinem Abschiedsspiel: Henrik Larsson Bilderstrecke

          Dass erst zum zweiten Mal nach 2005 in der 15-jährigen Champions- League-Geschichte beide Vorjahres-Finalisten auf der Strecke blieben, hat Arsenal auch dem FC Chelsea zu verdanken. Denn der Brasilianer Alex, der die „Kanoniere“ mit seinem Treffer in der 84. Minute zum 1:1 (Hinspiel 1:0 für Eindhoven) schockte, gehört den „Blues“ und ist an den PSV ausgeliehen. „Chelseas Geheim-Agent versetzte Arsenal den K.o.“, befand „The Sun“ über Alex, dessen Eigentor Arsenals Hoffnung auf das Weiterkommen geschürt hatte.

          Chelseas Geheim-Agent versetzte Arsenal den K.o.“

          So aber war für die Londoner nach der Niederlage im Ligacup-Finale gegen Chelsea und dem Scheitern im FA-Cup die dritte Pleite innerhalb von eineinhalb Wochen perfekt. „Elf Tage voller Cup-Leiden für die Kanoniere“, titelte „The Sun“ über das auch in der nationalen Meisterschaft chancenlose Arsenal, dessen Coach Arsene Wenger erstmals in seiner zehnjährigen Amtszeit schon im Frühjahr keine Aussicht auf einen Titelgewinn hat.

          „Das war eine grausame Nacht“, gestand der Franzose, dessen Torjäger Thierry Henry (Leistenblessur) nun auch noch einige Wochen ausfallen wird. „Der PSV hat das Unmögliche wahr gemacht“, fasste „de Telegraaf“ die Geschehnisse zusammen. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, stellte PSV-Coach Ronald Koeman zufrieden fest und lobte seinen Top-Akteur: „Ich bin froh, einen Klassemann wie Alex in unseren Reihen zu haben.“

          Henrik Larsson traf in seinem letzten Spiel

          Nach dem zweiten 1:0-Sieg über den OSC Lille war in Manchester ein Schwede der Mann des Abends. Denn Henrik Larsson erzielte in seinem letzten Spiel für „ManU“ den Siegtreffer. „Es ist wunderschön, wenn man in allen drei Wettbewerben trifft“, meinte der Schwede, der für zweieinhalb Monate von seinem Club Helsingborgs IF ausgeliehen worden ist und nun in seine Heimat zurückkehrt, wo Anfang April die neue Saison beginnt. „Es war eine Freude und ein großer Gewinn, ihn hier gehabt zu haben“, lobte Coach Alex Ferguson den 35-Jährigen.

          Der AC Mailand tat sich beim Weiterkommen am schwersten, ist aber der einzige im Wettbewerb verbliebene Club, der auch im Vorjahr unter die besten Acht gelangte. Nach dem 0:0 in Glasgow war es einmal mehr dem brasilianischen Mittelfeldstar Kaka zu verdanken, der nach einem tollen Solo in der Verlängerung (93. Minute) den 1:0-Erfolg über Celtic Glasgow sicherte. „Super-Kaka“ titelte am Tag danach zu Recht die „La Gazzetta dello Sport“ über den besten Mailänder. Dagegen mutete angesichts der schwachen Leistungen in beiden Spielen der Kommentar von Milans Clubchef Silvia Berlusconi übertrieben an. Er tönte: „Jetzt sind wir die Favoriten auf den Champions-League-Titel.“

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