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Champions League : Effektive Bayern bescheren sich ein 3:0

  • -Aktualisiert am

Schreit seine Freude raus: Miro Klose nach dem frühen 1:0 Bild: dpa

Bayern München marschiert bei seinem Königsklassen-Comeback weiter vorneweg. Gegen den AC Florenz gewann der deutsche Fußball-Meister mit 3:0. Doch das Ergebnis war klarer als die Verhältnisse auf dem Rasen.

          3 Min.

          Wäre der FC Bayern München national nur annähernd so zielstrebig und effektiv wie international, würde er in der Bundesliga längst nicht im Mittelmaß dahindümpeln. Am Dienstag zeigte der Rekordmeister auch gegen den AC Florenz sein freundliches Champions-League-Gesicht und bezwang die italienische Mannschaft vor 66.000 Zuschauern in der Münchner Arena durch die Tore von Miroslav Klose, Bastian Schweinsteiger und Zé Roberto 3:0. Der Tabellenelfte der Bundesliga verteidigte mit dem zweiten Sieg im dritten Vorrundenspiel die Führung in der Gruppe F (siehe auch: Champions League: Alle Ergebnisse auf einen Blick).

          Natürlich biss Toni die Zähne zusammen, ließ sich von ein paar geprellten Rippen doch nicht vom Rendezvous mit seiner alten Liebe abhalten (siehe auch: Luca Toni: Schonung für den Eigensinnigen). Und auch das Sorgenkind des AC Florenz, der angeschlagene Adrian Mutu, wollte den Auftritt in der Münchner Arena nicht verpassen. Ein schöner Abend wurde es aber nur für Toni, obwohl er nach einer knappen Stunde ausgewechselt wurde und auch in seinem dritten Champions-League-Spiel kein Tor erzielte.

          Kein Zaudern und Zögern gab es bei den Bayern

          Die mitgereisten Tifosi der Fiorentina waren zwar zahlenmäßig in der Unterzahl, aber sie gaben schon vor dem Anpfiff den Ton an, sangen italienische Lieder und die Vereinshymne. Aber schnell wurden sie leiser, weil unten auf dem Platz von ihrer Mannschaft zunächst nicht viel zu sehen war. „Die Fans werden einen mitreißenden und offensiven FC Bayern sehen“, hatte Klinsmann angekündigt, und seine Mannschaft hielt sich an dieses mutige Versprechen.

          Sein erstes Champions-League-Tor seit Bremer Zeiten
          Sein erstes Champions-League-Tor seit Bremer Zeiten : Bild: AP

          Kein Zaudern und Zögern gab es da, schnell und direkt wurde der Ball nach vorne gespielt. Nach nur einer Minute verpasste Toni ein Zuspiel in den Strafraum, nach drei Minuten fand Riberys Querpass keinen Abnehmer, und nicht einmal 60 Sekunden später düpierte Miroslav Klose die gegnerische Abwehr. Er startete nach einer Kopfballverlängerung von Toni, ließ sich von nichts und niemandem auf dem Weg zum Tor aufhalten und schoss den Ball zum 1:0 für den FC Bayern ins Netz. Eine Minute später hätte Zé Roberto nachlegen können, aber er vergab diese gute Chance.

          Die Defensive offenbart Konzentrationsschwächen

          Dass der FC Bayern noch längst nicht da ist, wo er gerne wäre und wo er phasenweise in der vergangenen Saison schon war, demonstrierte er nach seiner knappen Führung. Statt nachzusetzen, zogen sich die Münchner etwas zurück. Dabei offenbarte die Defensive einige bedenkliche Konzentrationsschwächen. Aber die Mannschaft von Cesare Prandelli, die in der Meisterschaft im Gegensatz zum FC Bayern zuletzt überzeugt hatte, schaffte es in dieser Phase, beste Gelegenheiten reihenweise auszulassen.

          Riccardo Montolivo vergab gleich zweimal die Chance zum Ausgleich, einmal landete sein Distanzschuss knapp daneben, dann schob er den Ball nicht nur am geschlagenen Münchner Torhüter Rensing vorbei, sondern auch am Tor. Später verpasste Alberto Gilardino, Tonis Nachfolger im Sturm des AC Florenz, eine perfekte Hereingabe.

          Toni muss kurz vor der Pause um sein Ohr bangen

          Die Bayern spielten wesentlich effektiver vor dem Tor. In der 25. Minute nutzte Bastian Schweinsteiger den ersten gefährlichen Vorstoß nach der italienischen Sturm-und-Drang-Phase zum zweiten Münchner Treffer. Der Nationalspieler wurde im Strafraum nicht bedrängt, konnte sich noch die richtige Schussposition suchen und zog aus vierzehn Metern ab.

          Kurz vor der Pause hätte Toni beinahe um sein Ohr bangen müssen. Der Geschäftsführer des AC Florenz, Mencucci, hatte gedroht, es ihm abzuschneiden, falls der Stürmer ein Tor erzielt und dies wie üblich mit dem Schrauben am Hörorgan feiert. Toni schoss den Ball ins Tor, aber zum Jubeln kam er nicht, weil der Schiedsrichter den Schützen im Abseits sah.

          Roberto setzt mit dem 3:0 den Schlusspunkt

          Dass Klinsmann in der Halbzeit die Abwehr umstellte, hatte nichts mit den Schwierigkeiten im Defensivverhalten zu tun. Philipp Lahm hatte einen Schlag auf den Fuß bekommen und musste auf der linken Seite durch Christian Lell ersetzt werden. In der 57. Minute musste auch Toni wegen seiner Rippenschmerzen das Spielfeld verlassen, für ihn kam Lukas Podolski. Der Italiener hatte trotz der Blessur gegen seine Landsleute eine engagierte Leistung gebracht, half sogar ein paar Mal in der eigenen Abwehr aus. Die Fans quittierten den Einsatz mit Applaus bei der Auswechslung.

          Die Bayern versuchten in der zweiten Hälfte, den Vorsprung nicht nur zu verwalten, mussten allerdings auf der anderen Seite aufpassen, denn der AC Florenz wollte sich nicht geschlagen geben. Die Italiener nutzten immer wieder die Lücken im Münchner Defensivverbund, hatten aber kein Glück im Abschluss. Am Ende eines unterhaltsamen Abends trafen noch mal die Bayern, in der 90. Minute erzielte Zé Roberto das 3:0.

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