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Champions League : Dortmund geht im Regen von Madrid unter

  • -Aktualisiert am

Obenauf im Dauerregen: Real Madrid ist auf dem Weg ins Halbfinale Bild: AFP

Dortmunds Chancen auf den Einzug ins Halbfinale der Champions League sinken auf ein Minimum. In Madrid verliert die ersatzgeschwächte Borussia nach schwacher erster Hälfte mit 0:3. Bale, Isco und Ronaldo treffen für die Königlichen.

          3 Min.

          Die Frage, wie viele Rückschläge eine Mannschaft verkraften, wie viele Ausfälle von Spielern sie kompensieren kann, hat Borussia Dortmund in dieser Saison schon einige Male mit beeindruckendem Widerstandsgeist beantwortet. Motto: Irgendwas geht immer, und gejammert wird nicht.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim europäischen Fußball-Giganten Real Madrid aber stieß der Tabellenzweite der Bundesliga bei allem Willen an seine Grenzen. 0:3 im Estadio Santiago Bernabeu, Gegentore von Bale und Isco in der ersten sowie Cristiano Ronaldo in der zweiten Halbzeit – das Halbfinale dürfte passé sein.

          Dass der BVB für den Gegner kaum wiederzuerkennen war, belegte schon die von Verletzungen und einer Sperre diktierte Startaufstellung: Im Vergleich zum Halbfinal-Rückspiel zwischen beiden Mannschaften an gleicher Stelle am 30. April 2013, das Real 2:0 gewann, waren diesmal die angeschlagenen Dortmunder Subotic, Schmelzer, Gündogan, Bender und Blaszczykowski nicht mehr dabei, außerdem der gelb-gesperrte Lewandowski und der an den FC Bayern verkaufte Götze.

          Mit anderen Worten: Torwart Weidenfeller, Hummels, Piszczek und Reus waren übriggeblieben und verkörperten die alte Borussia. Besonders Lewandowski, bei dem in dieser Saison in allen Wettbewerben 23 Tore und 14 Torvorlagen zu Buche stehen, gilt als unersetzbar.

          Das 1:0 - Bale ist eher als Weidenfeller am Ball und spitzelt ihn vorbei Bilderstrecke
          Das 1:0 - Bale ist eher als Weidenfeller am Ball und spitzelt ihn vorbei :

          Es lag allerdings nicht nur am geschwächten BVB, dass Real diese Partie im Hurra-Stil begann – das macht die Mannschaft des italienischen Trainers Carlo Ancelotti auch gegen gefestigtere Gegner gerne. In diesem Fall sicherte sich das Madrider Überfallkommando die frühe Führung, als Benzema sich auf der rechten Seite gegen den jungen Schmelzer-Vertreter Erik Durm behauptete, Gareth Bale in der Mitte anspielte und der Waliser seine plötzliche Chance nutzte. Da waren noch keine drei Minuten gespielt.

          Von da an waren sich die Spanier ihrer Stärke noch sicherer, und Dortmund fuhr eine zusätzliche Verunsicherung in die Beine. Fortan entwickelten sich notgedrungen zwei Abwehrspieler zu den besten BVB-Profis, und das verriet schon, in welche Richtung die Partie voranschritt. Hummels brachte einige Male noch ein Bein dazwischen, bevor ein Real-Angreifer zum Schuss ansetzen konnte, Keeper Weidenfeller verdiente sich Bestnoten bei direkten Freistößen von Cristiano Ronaldo und Bale.

          Dortmund stand jedenfalls mit dem Rücken zur Wand. Dieser Trend verstärkte sich, als Isco in der 27. Minute von der Strafraumgrenze schießen durfte, obwohl mehrere Dortmunder in seiner Nähe waren. Diesmal war auch Weidenfeller machtlos. Real Madrid war in den vergangenen Wochen in der spanischen Primera División noch von einer bemerkenswerten Schwäche befallen gewesen, gilt aber so oder so neben dem FC Bayern als Favorit auf den Titel in der Champions League.

          Nach Niederlagen gegen den FC Barcelona und den FC Sevilla hatte sich der spanische Rekordmeister mit einem 5:0 gegen das Leichtgewicht Rayo Vallecano für das Spiel warmgeschossen und behielt diesen Schwung bei – auch wenn er bisweilen recht behäbig spielte, als warte er allein darauf, gezielt zuzuschlagen, wenn einer der Superstars in Position ist.

          Viel Gefahr strahlt der BVB nicht aus

          Dauertempo war keineswegs das Ziel, und von den Dortmundern war das ohnehin nicht zu erwarten, sie wirkten schlechter organisiert als sonst und anfangs nicht halb so entschlossen, wie es ihr Trainer Jürgen Klopp vor der Partie angekündigt hatte. Großkreutz hatte vor der Pause eine Tormöglichkeit nach einem Konter, Mchitarjan schoss nach dem Wechsel in einer vergleichbaren Situation neben das Tor – viel mehr Gefahr gab es lange nicht zu notieren.

          Vor allem: Der BVB musste jetzt kommen, obwohl er doch mit dem schnellen Aubameyang in der Spitze eigentlich auf Konter spielen wollte – das, was Real jetzt im Dauerregen mehr und mehr tat. Und was zum 3:0 führte, als Ronaldo, von Modric angespielt, in den Strafraum kurvte und locker einschoss. Dortmund wehrte sich jetzt zwar heftiger, suchte verzweifelt Wege zum Tor des Gegners, aber Madrid behielt die Kontrolle und blieb stets eine Gefahr.

          Kehl sieht Gelb und fehlt im Rückspiel

          Natürlich werden sich vor dem Wiedersehen beider Mannschaften am Dienstag kommender Woche in Dortmund die Erinnerungen an jenes legendäre 4:1 im Halbfinal-Hinspiel beider Mannschaften aus dem vergangenen Jahr melden, als Robert Lewandowski zu Hause alle Treffer des BVB erzielte und der Weg ins Finale gegen den FC Bayern frei war.

          Es dürften nach diesem Abend in Madrid Erinnerungen sein, die eher melancholisch als hoffnungsvoll stimmen. Zumal in Dortmund ein weiterer Klopp-Spieler fehlen wird: Kapitän Kehl sah seine dritte Gelbe Karte im Wettbewerb und ist gesperrt. Aber sie sind ja Kummer gewöhnt.

          Real Madrid - Borussia Dortmund 3:0 (2:0)

          Real Madrid: Casillas - Carvajal, Pepe, Sergio Ramos, Coentrão - Modric, Xabi Alonso, Isco (72. Illarra) - Bale, Benzema (75. Morata), Cristiano Ronaldo (80. Casemiro)
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek (67. Schieber), Sokratis, Hummels, Durm - Kehl (74. Jojic), Sahin - Reus, Mchitarjan (64. Hofmann), Großkreutz - Aubameyang
          Schiedsrichter: Clattenburg (England)
          Zuschauer: 72.500
          Tore: 1:0 Bale (3.), 2:0 Isco (27.), 3:0 Cristiano Ronaldo (57.)
          Gelbe Karten: - / Großkreutz, Kehl, Reus

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