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Champions League : Diegos Spaß sichert Werder Millionen

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Bremen feiert: Wieder Champions League! Bild: dpa

Werder Bremen hat zum vierten Mal in Folge den Sprung in die Gruppenphase der Champions League geschafft. Der Bundesligaklub setzte sich bei Dinamo Zagreb mit 3:2 durch. Spielmacher Diego verwandelte dabei zwei Elfmeter.

          Erst flach unten links, dann hoch oben rechts: Mit traumwandlerischer Sicherheit vom Elfmeterpunkt hat Ballkünstler Diego Werder Bremen durch die „Hölle von Zagreb“ wieder in den europäischen Fußball-Himmel geführt. Nun kann sich der Verein bei der Auslosung an diesem Donnerstag (18.00 Uhr/FAZ.NET-Liveticker) in Monaco neben den beiden anderen deutschen Vertretern VfB Stuttgart und Schalke 04 auf die großen Namen des europäischen Fußballs als Gruppengegner freuen - und auf garantierte Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich (Siehe auch: Bremens Schulz: „Das war mein letztes Spiel für Werder“).

          Nach dem 3:2 (2:2) bei Dinamo Zagreb steht der viermalige deutsche Meister zum vierten Mal in Serie in der lukrativen Champions-League-Gruppenphase. „Das ist etwas Außergewöhnliches, was hier passiert ist. Das schafft man nicht so leicht. Dafür kann ich der Mannschaft nur großes Lob zollen“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf am Mittwochabend nach der Zitterpartie vor 37.500 Dinamo-Anhängern im Maksimir-Stadion der kroatischen Hauptstadt.

          „Wieder da, wo wir hingehören“

          Matchwinner Diego durfte sich sogar über eine ausdrückliche Gratulation seines ansonsten nicht eben zu Superlativen neigenden Trainers freuen. Der brasilianische Mittelfeld-Regisseur zeigte wieder die Qualitäten, die ihn im vergangenen Jahr zum Spieler des Jahres in der Bundesliga gemacht haben. „So ein Spiel gibt Motivation. Alles oder nichts: Das macht schon Spaß. Das Herz schlägt schneller“, befand der 22 Jahre alte Wirbelwind nach seinen Toren.

          Bremer Torschützen: Sanogo (l.) und Diego

          Eiskalt verwandelte er zwei Foulelfmeter (13./70. Minute) und war auch am dritten Werder-Treffer durch Boubacar Sanogo (39.) maßgeblich als Initiator beteiligt. „Er hat sensationell gespielt“, urteilte Geschäftsführer Klaus Allofs treffend. Der Hochgelobte strahlte über das ganze Gesicht und gab bereitwillig ein Interview nach dem anderen. „Jetzt sind wir wieder da, wo wir hingehören.“

          Sicherer in der zweiten Hälfte

          Bevor in den Katakomben der fast 100 Jahre alten Arena allerdings Werders Jubelgesänge erklingen konnten, hatte die immer noch stark ersatzgeschwächte Elf gegen einen aggressiven Gastgeber eine überaus schwere Aufgabe zu erledigen. Den beiden Führungstreffern in Halbzeit eins folgte nach individuellen Fehlern jeweils der Ausgleich durch Tore von Ognjen Vukojevic (21.) und Luka Modric (41./Foulelfmeter). Und beinahe wären die Kroaten, die alles andere als zimperlich agierten, sogar in Führung gegangen. Wer weiß, wie die Partie geendet und Dinamo nach dem 1:2 im Hinspiel vielleicht nicht doch noch die Wende geschafft hätte?

          Die Bremer aber wurden mit zunehmender Spieldauer selbst immer sicherer und waren spätestens nach dem 3:2 nicht mehr von ihrem Weg in die Königsklasse abzubringen. „In der zweiten Halbzeit haben wir viel kompakter gespielt“, befand Nationalspieler Per Mertesacker, der ebenso strahlte wie seine Mannschaftskollegen. Doch dass längst noch nicht alles Champions-League-würdig war, hatte auch er gesehen: „Wir haben schon viel bewegt, aber noch nicht genug.“

          Millionen-Segen für Werder-Kasse

          Allofs blieb dies natürlich ebenfalls nicht verborgen. Aber die Momentaufnahme, trotz der ungeheuren Personalmisere erneut ganz oben dabei zu sein, verdrängte dies für mehr als eine Nacht. Und das zu Recht. „Wir verfügen nicht über die Mittel wie andere Vereine. Die Einnahmen aus der Champions League sind ganz wichtig für uns“, sagte Allofs. „Die Konkurrenz schläft nicht. Die machen richtig Dampf.“

          Werder wird dagegenhalten können. Zu den 50 Millionen Euro, die die Europäische Fußball-Union (Uefa) in den vergangenen drei Jahren an die Bremer ausschüttete, kommt nun in der laufenden Saison ein weiterer zweistelliger Millionen-Betrag hinzu. Und sportlich sieht Schaaf sein Team ohnehin auf einem guten Weg: „Wir steigern uns Tag für Tag. Die Zeit kann uns helfen. Wir müssen sehen, dass wir wieder alle Mann an Bord bekommen.“

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