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Champions League : Das Finale wird englisch: ManU schlägt Barcelona

Moskau, wir kommen: Paul Scholes wies Manchester den Weg Bild: REUTERS

Am Ende musste Manchester nochmal ums Finale zittern, doch letztlich reichte es zum 1:0-Sieg gegen Barcelona. Das goldene Tor schoss ausgerechnet Paul Scholes, der im letzten ManU-Endspiel fehlte. Nun kommt es in Moskau zum englisch-englischen Duell.

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          Mit neun Jahren Verspätung darf Paul Scholes doch noch sein Champions-League-Finale spielen. Das Eigengewächs von Manchester United, das im legendären Endspiel gegen Bayern München 1999 wegen Sperre fehlte, hat sich am Dienstagabend entschädigt.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Im ausverkauften Stadion Old Trafford erzielte der rothaarige Engländer nach 18 Minuten mit einem beherzten Distanzschuss den Siegtreffer zum 1:0 gegen den FC Barcelona, der dem englischen Meister nach dem 0:0 im Hinspiel reichte, die vorletzte Hürde zu nehmen. Es war der zwölfte Heimsieg in Folge, ein Rekord für die Champions League. Damit wird am 21. Mai in Moskau das Finale um Europas Fußballgipfel zu einer innerenglischen Angelegenheit. An diesem Mittwoch ermitteln in London der FC Chelsea und der FC Liverpool den Gegner von Manchester (20.45 Uhr / Live bei Premiere, Sat.1 und im FAZ.NET-Liveticker).

          Gleich in der ersten Minute fordert Barca einen Elfmeter

          Ohne Wayne Rooney und Nemanja Vidic, zwei Versehrte der „Battle on the Bridge“, des harten Premier-League-Duells am Samstag an der Stamford Bridge des FC Chelsea, hatte Trainer Alex Ferguson sein Team in das packende Duell schicken müssen. Die Engländer begannen nervös.

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          Champions League : Das Finale wird englisch: ManU schlägt Barcelona

          Gleich in der ersten Minute forderten die Barca-Spieler schon einen Elfmeter, doch der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel hatte das Foul knapp außerhalb des Strafraums lokalisiert. Nach sechs Minuten brachte ein Querschläger von Torwart Edwin van der Sar Gefahr, doch Barca-Stürmer Samuel Eto'o wurde im letzten Moment geblockt.

          Die Kombinationsmaschine der Katalanen stockte

          Die erste Chance für Manchester führte gleich zum Treffer. Ein Dribbling von Cristiano Ronaldo wurde gestoppt, wie überhaupt die meisten Aktionen der Superstars Ronaldo und Lionel Messi an diesem Abend angesichts aufmerksamer Bewacher in Überzahl meist wirkungslos verpufften. Doch der von Barcelona abgewehrte Ball landete bei Paul Scholes, der aus gut zwanzig Metern Maß nahm und einen herrlichen Schuss in den rechten oberen Winkel setzte.

          Nach knapp zwanzig Minuten zeigte sich zum ersten Mal Lionel Messi - in einem Spurt über mehr als dreißig Meter umkurvte er Scholes und Wes Brown, sein Linksschuss zwang den langen Torhüter van der Sar zu einer Einlage als fliegender Holländer. Doch ansonsten stockte die Kombinationsmaschine von Barca, keiner schien mehr so recht den Ball zu wollen, Deco war im Vergleich mit Scholes, im Duell der Ballverteiler und Passkünstler, so gut wie unsichtbar.

          Manchester muss bis zum glücklichen Ende zittern

          Und wenn die Katalanen doch einmal in die Nähe des englischen Tores gelangten, wie in der Schlussphase der ersten Halbzeit durch Schüsse von Deco und Eto'o, waren sie längst nicht so gefährlich wie auf der Gegenseite die Versuche von Park und Nani. die nur um Zentimeter das Tor verfehlten.

          In der packenden zweiten Hälfte, in der spannende Torszenen fast im Minutentakt entstanden, versuchte Barcelona alles, fand aber auch mit den eingewechselten Stürmern Bojan Krkic und Thierry Henry nicht die dringend benötigte Durchschlagskraft - aber auch Manchester konnte die sich nun mehr und mehr öffnenden Räume nicht nutzen und musste bis zum glücklichen Ende zittern.

          Erstmal muss sich ManU nun in England durchsetzen

          Beim FC Barcelona, noch vor zwei Jahren das Maß der Dinge in Europa, deutet sich nun das Ende einer Ära an. Ronaldinho, der seit Monaten aus rätselhaften Gründen nicht mehr spielt, wird den Klub verlassen, auch Eto'o und Deco strahlen nicht mehr annähernd alte Klasse aus, der teure Zukauf Henry ist nur Ersatz und ein Schatten früherer Tage, und auch die Tage von Trainer Frank Rijkaard scheinen gezählt.

          In Manchester dagegen lebt der Geist von 1999 wieder auf, mit vier Veteranen von damals, Gary Neville, Paul Scholes, Ryan Giggs und Wes Brown und natürlich dem ewigen Trainer Sir Alex Ferguson - und mit dem Jungstar Ronaldo, der nun beweisen will, „dass wir das beste United-Team aller Zeiten sind“. Vorher aber müssen sie zeigen, dass sie das beste in England sind.

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